Lade Login-Box.
Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

 

Heizkosten nicht nach Verbrauch abrechnen

Über die Abrechnung von Heizkosten entbrennt mitunter Streit. Klar ist: Wenn die Messwerte nicht stimmen können, muss im Zweifel die Abrechnung geändert werden. Sonst besteht die Gefahr, dass einige Bewohner zu viel zahlen.



Heizkosten
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Energieverbrauch für die Heizung in einem Mehrfamilienhaus zu berechnen.   Foto: Patrick Pleul

Können die Heizkosten nicht richtig erfasst werden, muss der Verbrauch im Zweifel anders ermittelt werden. Grundlage kann dann zum Beispiel der Verbrauch der betroffenen Räume in vergleichbaren Zeiträumen sein.

Möglich ist auch, den Durchschnittsverbrauch des Gebäudes oder der Nutzergruppe zu ermitteln. Der so ermittelte Verbrauch ist bei der Kostenverteilung dann anstelle des erfassten Verbrauchs zugrunde zu legen, wie eine Entscheidung des Landgerichts Karlsruhe zeigt.

In dem verhandelten Fall ging es um die Jahresabrechnung einer Eigentumsgemeinschaft für das Jahr 2015. Insgesamt wurden darin rund 7400 Euro an Heizkosten berechnet. Die Eigentümerin einer Wohnung im Erdgeschoss sollte davon rund ein Drittel, nämlich 2400 Euro, übernehmen. Der restliche Betrag verteilte sich auf die Eigentümer der übrigen sieben Wohnungen.

Laut der Messwerte, die der Heizkostenabrechnung zugrunde lagen, entfielen angeblich fast 50 Prozent des Gesamtverbrauchs im Haus auf den Heizkörper im Wohnzimmer der Klägerin.

Die Klägerin begründete ihre Klage unter anderem mit ihrem geänderten Heizverhalten. Bis 2013 habe ihr todkranker Ehemann im Wohnzimmer die Heizung immer voll aufgedreht. Seit seinem Tod sei das aber nicht mehr so gewesen. Daher zweifelte sie die Messwerte an.

Mit Erfolg: In der Beweiserhebung stellte ein Sachverständiger erhebliche Mängel in der Verbrauchsmessung fest. Auf einer so unzureichenden Datengrundlage war nach Ansicht des Gerichts eine Abrechnung nach Verbrauch tatsächlich nicht möglich.

Dass die Messwerte in den Vorperioden ähnlich hoch waren, habe die Klägerin mit der Krankheit ihres Mannes plausibel erklärt. Dieser Grund falle aber für die umstrittene Abrechnung und die Folgejahre weg. Einer Aufklärung der Ursachen für die auffälligen Messwerte bedurfte es aus Sicht des Gerichts für diese Entscheidung nicht (Az.: 11 S 8/18). Über den Fall berichtet die Zeitschrift «Wohnungswirtschaft und Mietrecht» (Ausgabe 3/2019) des Deutschen Mieterbundes (DMB).

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 04. 2019
13:48 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Deutscher Mieterbund Gerichtsklagen Heizkosten Heizkostenrechnungen Heizkörper Heizungen und Öfen Kläger Messwerte Mietrecht Wohnungsbranche Wohnzimmer
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Ulrich Ropertz

05.11.2018

Heizkostenabrechnung auf Fehler prüfen

Über die Heizkosten ärgern sich viele: Oftmals erwartet man geringere Kosten als tatsächlich in der Abrechnung stehen, denn der Winter war ja eigentlich mild. In der Tat kommen Fehler in der Abrechnung der Betriebskosten... » mehr

Gaszähler

10.10.2018

Heizen mit Öl ist wieder teurer als mit Gas

Keiner weiß, wie kalt es bis Dezember wird. Aber Experten meinen, der warme Jahresbeginn und der bislang milde Herbst könnten das Heizen 2018 für die meisten günstiger machen. Jedoch nicht für alle. » mehr

Gerichtsurteil

22.04.2019

Kein Widerrufsrecht bei Mieterhöhungen

Wer im Internet etwas bestellt, kann innerhalb von zwei Wochen vom Kauf zurücktreten. Aber wie sollen sich Mieter verhalten, die eine Mieterhöhung erhalten haben? » mehr

Mietsicherheit mit Regeln

15.04.2019

Was Mieter und Vermieter zur Mietkaution wissen müssen

Die Mietkaution dient Vermietern als Sicherheit für mögliche Schäden an der Wohnung. Der Betrag bleibt oft über Jahre in der Hand des Eigentümers. Der kann im Umgang mit dem ihm anvertrauten Geld in Haftungsfallen tappen... » mehr

Ulrich Ropertz

28.01.2019

Hilfe, Eigenbedarfskündigung! Was Mieter tun können

Kündigt ein Vermieter eine Mietwohnung wegen Eigenbedarfs, muss er dies gut begründen. Ansonsten ist die Kündigung unwirksam. Was Mieter wissen müssen. » mehr

Heizkosten sparen

08.11.2017

Spartipps für den Winter: So heizt man kostenbewusst

Der Winter zehrt mehr an der Haushaltskasse als andere Jahreszeiten - das liegt an den Heizkosten. An steigenden Preisen und an dem Wetter lässt sich leider nichts ändern, wohl aber an den Zusatzkosten. Ein paar Tipps fü... » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 04. 2019
13:48 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".