Topthemen: Der NSU-ProzessMobilität und EnergieGebietsreformFußball-Tabellen

 

Nicht auf unrechtmäßige Miethöhe spekulieren

Ob als Single, Paar oder Familie, in vielen Städten ist die Wohnungssuche eine echte Tortur - und die Mieten klettern immer weiter. Wie gehen Wohnungssuchende am besten vor, wenn sie das Gefühl haben, dass ein Objekt überteuert ist?



Mietwohnungen
Gegen eine überhöhte Miete kann man mit einer Rüge vorgehen. Mietrückforderungen stehen einem aber erst ab dem Zeitpunkt der Rüge zu.   Foto: Bernd Wüstneck/Symbolbild

Manchmal finden Wohnungssuchende ein tolles Objekt, halten die Miete aber für unrechtmäßig hoch. Dagegen können Mieter zwar nach Vertragsunterschrift vorgehen. Doch sie sollten nicht darauf spekulieren, dass sich die Miete senkt, rät Siegmund Chychla vom Mieterverein zu Hamburg.

Was kann man bei einer unrechtmäßig hohen Miete tun?

Nur wenn sich Interessenten auch die hohe Miete leisten können, sollten sie die Wohnung anmieten. Danach sollten sie schnell prüfen, ob die Höhe der Miete gerechtfertigt ist. Denn Rückforderungen stehen einem erst ab dem Zeitpunkt der Rüge zu. «Jeder Monat, an dem man das nicht macht, ist verloren», sagt Chychla.

Ohne fachliche Expertise ist allerdings kaum nachzuweisen, dass eine Wohnung wirklich zu teuer ist. «Es wird nicht reichen, einfach zu sagen: «Ich habe das Gefühl, ich zahle zu viel Miete, weil ich mehr als der Mietspiegel zahle.»»

In Kommunen mit angespanntem Wohnungsmarkt gilt oft eine Mietpreisbremse. Eine neue Miete darf in dem Fall maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausnahmen gelten aber bei Neubauten, Modernisierungen oder wenn die Vormiete bereits über dieser Preisgrenze lag.

In der Praxis werde die Mietpreisbremse oft umgangen und hinterlasse beim Mieter häufig nur Fragezeichen, sagt Chychla. Das Bundeskabinett hat nun eine Verschärfung des Gesetzes auf den Weg gebracht.

Wie wird die Mietpreisbremse verschärft?

Vorgesehen sind unter anderem neue Auskunftspflichten für Vermieter, die eine Miete verlangen, die mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Die Verschärfung war ein zentrales Anliegen der SPD, zuständig ist Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD). Nun kann das Gesetz im Bundestag diskutiert, gegebenenfalls geändert und beschlossen werden.

In Regionen mit Wohnungsmangel sollen Vermieter demnach nur noch acht Prozent statt wie bisher elf Prozent der Modernisierungskosten auf Mieter umlegen dürfen, dazu gibt es eine Kappungsgrenze von drei Euro Mieterhöhung pro Quadratmeter. Zudem soll es künftig eine Ordnungswidrigkeit sein, eine Modernisierung mit der Absicht anzukündigen oder durchzuführen, die alten Mieter loszuwerden. Mieter haben dann Anspruch auf Schadenersatz, Vermietern droht eine Geldbuße von bis zu 100.000 Euro.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 09. 2018
13:27 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundeskabinett Deutscher Bundestag Mietpreisbremsen SPD Wohnungssuchende
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Mietwohnung

20.09.2018

Wo es hakt am Wohnungsmarkt

Auf nach Wunsiedel? Der bayerische Landkreis gehört zu den Regionen in Deutschland mit den niedrigsten Mieten. Doch die Flucht aufs Land ist nicht für jeden eine Option. Die Politik sucht Antworten auf das Problem hoher ... » mehr

Mietpreisbremse

05.03.2018

Was hat die Mietpreisbremse bewirkt?

Vielerorts in Deutschland steigen die Mieten rasant - trotz der 2015 beschlossenen Mietpreisbremse. Viele sehen das Gesetz daher als gescheitert an. Ganz so klar ist die Lage aber nicht. » mehr

Wohnungen in Berlin

31.08.2018

Eigentümer fordern immer höhere Mieten

Die Wohnungsnot in vielen Teilen Deutschlands treibt die Mieten in die Höhe. Der Anstieg der Neumieten angebotener Wohnungen ist im Schnitt doppelt so hoch wie die Inflation, wie neue Daten des Bundesinnenministeriums ze... » mehr

Mietpreisbremse

20.02.2017

Wie Wohnungssuchende ihre Rechte durchsetzen

Die Mietpreisbremse soll den Anstieg der Mieten vor allem in Ballungsräumen verhindern. Doch wie kommen Mieter an die Informationen, ob sie zuviel bezahlen? Und was können sie dann dagegen tun? Informieren, nachfragen un... » mehr

Mietkaution

16.04.2018

Mietkaution darf nicht mehr als drei Monatsmieten betragen

Haben Wohnungssuchende endlich den Zuschlag für die langersehnte Wohnung erhalten, muss nur noch der Mietvertrag unterzeichnet werden. In aller Regel wird damit auch die Zahlung einer Kaution als Mietsicherheit vorausges... » mehr

Wohnen im Mini-Eigenheim

16.08.2017

Tiny House: Wohnen im Mini-Eigenheim

Mini-Häuser finden auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Vor allem in Großstädten, wo Wohnraum knapp und Mieten hoch sind. Im Barnim allerdings steht ein «Tiny House» mitten in der Natur. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 09. 2018
13:27 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".