Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagt#GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-Hilfsbörse

 

Was bringt Smart Home fürs Haustier?

Der Fortschritt der Technik geht auch an Hunden und Katzen nicht vorbei. Sie können rund um die Uhr überwacht, von Automaten gefüttert werden. Manche Neuerungen sind sinnvoll, andere verzichtbar.



Videoüberwachung bei Katzen
Bei einer Zusammenführung von mehreren Katzen macht Videoüberwachung Sinn. Da kann man mal vor die Tür gehen und zur Not eingreifen, falls sich die Katzen bekriegen.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Die Corona-Krise wird auch in der Welt von Heimtieren für mehr Technik sorgen - das meint zumindest der Trendforscher Prof. Peter Wippermann.

«Wir nutzen in der Krise viel mehr Technik als davor, so sind etwa Videokonferenzen selbstverständlich geworden», erklärt der Hamburger. Seine Prognose: Dieser Techniksprung wird uns erhalten bleiben - und auf die Heimtiere übertragen werden.

Es gibt bereits heute etliche Angebote. «Man kann die Fütterung automatisieren und eine Videoüberwachung installieren», zählt Wippermann zwei Beispiele auf. Zudem gibt es Katzenklappen, die nur der eigenen Katze Zutritt gewähren.

Videoüberwachung wirkt beruhigend - auf Hundehalter

Fachleute begrüßen diesen technischen Fortschritt durchaus - vor allem die Möglichkeit, das Tier per Video jederzeit sehen zu können. «Das wirkt sehr beruhigend auf die Psyche des Halters und kann auch zum Training genutzt werden», sagt die Hundetrainerin Chris Maron aus Neu-Anspach. Sie setzt selbst auf Videotechnik, um ihren Welpen das Alleinebleiben beizubringen.

«Man sollte aber nur beobachten und nicht mit dem Welpen reden», rät sie. Denn damit werde eine Erwartungshaltung bei dem Tier aufgebaut, dabei solle das Weggehen und Wiederkommen seines Halters für ihn unspektakulär sein. Sinnvoll kann dagegen das Reden über Lautsprecher beim Training der Hunde sein, die alleine zu Hause Angst haben. Wenn sie sich entspannen, werden sie gelobt. «Aber es gibt auch Tiere, die drehen am Rad, wenn plötzlich die Stimme erklingt. Das muss man ausprobieren», so Maron.

Hund lieber nicht per Lautsprecher maßregeln

Gar nichts hält Maron davon, die Hunde per Lautsprecher zu maßregeln - etwa wenn sie die Abwesenheit ihres Menschen dazu nutzen, sich verbotenerweise auf der Couch niederzulassen. «Für den Hund ist das Aufmerksamkeit und damit was Positives», gibt sie zu bedenken.

Zwar kann es durchaus sein, dass sensible Hunde auf einen rauhen Ton wunschgemäß reagieren. Doch wenn nicht, hat der Halter keine Möglichkeit, weiter auf seinen Hund einzuwirken. Wenn es ganz schief läuft, lernt der Hund, dass er auf Ansprache seines Besitzers nicht reagieren muss - schließlich folgt keine Konsequenz und daraus ziehen Hunde sehr schnell ihre Schlüsse.

Katzenexpertin Michaela Asmuß aus Bad Homburg sieht die Erziehung per Video kritisch. Im besten Fall reagiere das Tier gar nicht, im schlimmsten werde es verängstigt, sagt sie. «Wir wollen im Training immer positiv arbeiten, dem Tier also zeigen, was es darf», erklärt sie. Das sei nur über Lautsprecher kaum möglich.

Stranguliergefahr durch GPS-Katzenhalsband

Eine Katze per GPS überwachen zu können, sei einerseits sinnvoll, sagt Asmuß. «Man kann verschwundene Tiere wiederfinden und es ist auch spannend, weil man sehen kann, wo sich die Katze so rumtreibt.» Doch die GPS-Tracker sind an Halsbändern angebracht - es besteht die Gefahr, dass sich die Katzen damit strangulieren können.

Katzenklappen, die über einen in den Katzennacken injizierten Chip gesteuert würden, seien dagegen «goldwert». So kann kein unerwünschter Besuch eindringen. Zudem lassen sich die Freigang-Zeiten bestimmen. Sinnvoll sind für Katzen auch Futterautomaten. Diese sorgen dafür, dass die Tiere - wie sie es am liebsten haben - den Tag über verteilt immer mal wieder was fressen können.

Tücken bei selbstreinigenden Katzenklos

Gar nichts hält Asmuß dagegen von selbstreinigenden Katzentoiletten. Diese meist großen Kästen sind innen eng und haben einen hohen Einstieg. Damit seien sie für eine Katze maximal unattraktiv. Manche Katzenklos fangen zudem mit der Reinigung sehr früh an und rütteln, wenn die Katze noch auf dem Klo ist.

Ein Hersteller wirbt sogar damit - auf diese Weise würden auch die Krallen der Katze gesäubert, heißt es. «Ein sicherer Weg, um seine Katze unsauber zu kriegen», sagt die Katzenexpertin und benennt einen weiteren Nachteil dieser Toiletten: Der Halter bekommt auf diese Weise nicht mit, falls sein Tier Durchfall oder Verstopfung hat.

© dpa-infocom, dpa:200625-99-565419/2

Veröffentlicht am:
26. 06. 2020
04:38 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Haushunde Haustiere Heimtiere Hundehalter Peter Wippermann Technik Tiere und Tierwelt Trendforscher Videokonferenzen Videotechnik Welpen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Haustiere aus Tierheimen

15.06.2020

Heimtiere in der Krise stark gefragt

Abstand halten und möglichst wenig Kontakt mit anderen Menschen: In der Corona-Pandemie kann man sich schnell einsam fühlen. Ein Haustier kann da Abhilfe schaffen. Tierheime raten von einem impulsiven Kauf allerdings ab. » mehr

Teacup-Hund

09.06.2020

Züchtung von Teacup-Hunden bleibt umstritten

Teetassengroße Mini-Hunde - Teacups - sind niedlich und machen Spaß. Experten betrachten die Zucht der vierbeinigen Internet-Stars jedoch als Tierquälerei. Das Gesetz legt sich nicht genau fest. » mehr

Collie

28.02.2020

Muss jetzt jeder einen Collie haben?

Lassie ist zurück im Kino - jetzt zeigt die Collie-Hündin wieder, was sie alles kann. In vielen Menschen dürfte das den Wunsch wecken, auch so einen Hund zu haben. Nur: Spätestens beim Kontakt mit einem Welpen setzt die ... » mehr

Schäferhunde

10.10.2019

Was Bello braucht und macht: Ein H-U-N-D-E-Alphabet

«Wuff, wuff!» macht es in beinahe jedem fünften Haushalt. Für kein anderes Haustier geben die Menschen in Deutschland so viel Geld aus wie für ihre Hunde. Reinrassig muss Bello nicht unbedingt sein. » mehr

Katze im Tierheim

16.12.2019

Tierheime stoppen Vermittlung in der Weihnachtszeit

Alle Jahre wieder landen Hunde oder Katzen unter dem Christbaum. Der Trubel an den Feiertagen ist aber ungeeignet, um ein Tier an eine neue Umgebung zu gewöhnen. Was sind die Alternativen? » mehr

Im Tierheim

13.12.2019

Mein erster Hund zieht zu Hause ein

Streicheln, ab und zu Gassi gehen und fertig? Ein Hund ist nicht nur ein süßes Fellknäuel, sondern ein Haustier mit Ansprüchen. Aber weiß ein Neu-Besitzer, was alles auf ihn zukommt? » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
26. 06. 2020
04:38 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.