Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

 

Baby plus Haustier: So fördern Halter eine gute Beziehung

Gibt es etwas süßeres als Babys, die mit Hunden kuscheln? Tatsächlich können Kind und Haustier gute Freunde werden. Damit es so kommt, müssen werdende Eltern allerdings einiges vorbereiten.



Baby und Hund
Hund und Kind können sehr gute Freunde werden. Damit das klappt, gilt es allerdings einiges vorzubereiten.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Wo Hund oder Katze mit im Haushalt leben, steht das Tier häufig im Mittelpunkt. Es wird umsorgt, gepflegt, geherzt. Umso größer kann der Schock für die Tiere ausfallen, wenn die Halter ein Baby bekommen.

Auf einmal ist da ein Wesen, das noch mehr Aufmerksamkeit benötigt - und bekommt - als sie. Das Tier unvorbereitet damit zu konfrontieren, sei ein großer Fehler, sagt die Heimtierexpertin Sarah Ross von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Sechs Tipps für ein harmonisches Verhältnis zwischen Baby und Haustier.

1. Neuer Tagesablauf

Ein Baby wirbelt den Tagesablauf durcheinander. Darauf müssen Hunde und Katzen vorbereitet werden, erklärt Ross. So kann beispielsweise die Gassirunde etwas seltener, dafür aber ausgiebiger ausfallen. Oder das Futter wird jeden Tag zu verschiedenen Zeiten gereicht, da der Schlafrhythmus der Eltern in Zukunft nicht mehr so regelmäßig sein wird.

2. Tabuzonen

Ist das Baby einmal da, gibt es meist Bereiche, die für das Tier tabu sind: das Kinderzimmer, das Bett oder die Couch. Solche Zonen etabliert man besser schon vor der Geburt, dann assoziiert das Tier das Verbot nicht direkt mit dem Baby. Das Verbot kann man nach der Ankunft des Babys gegebenenfalls auch wieder lockern, erklärt der Hundetrainer Enrico Lombardi von DogCoach aus Berlin. Dann verbindet das Tier den Freiraum mit dem Kind.

3. Fürsorge

Tiere haben ein feines Gespür für Veränderungen. Ross zufolge berichten Verhaltensforscher davon, dass Hunde und Katzen Schwangerschaften wahrnehmen: Sie spürten Unterschiede in der Stimmung, Haltung und Verhalten. Einige Hunde und mitunter auch Katzen werden sogar besonders fürsorglich gegenüber ihrer Halterin. «Es wird vermehrt an ihr gerochen und mehr Nähe gesucht als sonst», so Lombardi.

Werdende Mütter sollten diese Zuneigung ruhig zulassen und das Tier nicht aus Angst zurückweisen, empfiehlt Ursula Bauer vom Verein Aktion Tier . Das könnte auch zu einer negativen Verbindung zum Kind führen. Die Gesundheit des Tieres muss natürlich gründlich geprüft werden. Dann spricht aber nichts gegen viel Kontakt mit dem Tier.

4. Gerüche und Geräusche

«Mit dem Baby kommen fremde Gerüche und seltsame Geräusche ins Haus», sagt Sarah Ross. Auf diese neuen Reize kann man das Haustier vorbereiten. Das Abspielen von Aufnahmen typischer Babygeräusche trägt dazu bei, dass sich die Tiere nach und nach daran gewöhnen. Wenn man diese Aufnahmen abspielt, während das Tier spielt oder ein Leckerli bekommt, verbindet es die Geräusche mit etwas Schönem. Es kann auch sinnvoll sein, sich ab und an mit Babyöl einzucremen. Dadurch gewöhnen sich Tiere an die neuen Geruchskulissen. Ist das Baby geboren, aber noch im Krankenhaus, kann man auch schon mal Kleidungsstücke mit nach Hause bringen und dem Tier vorlegen.

5. Haustier nicht ausgrenzen

Das Haustier reagiert meist mit Neugier auf das Kind. Dies sollte man zulassen und das Tier auf keinen Fall ausgrenzen, rät Biologin Ursula Bauer. Besonders Hunde neigen zu starkem Hierarchiedenken und sollten ermutigt werden, das Kind als Teil des «Rudels» zu akzeptieren.

«Der Hund sollte jedes Interesse am Kind positiv bestätigt, aber auch Verhaltensregeln vermittelt bekommen», erläutert Lombardi, der auch Kurse zum Umgang mit Baby und Hund anbietet. Die Tiere brauchen aber auch Rückzugsräume. «Das Kennenlernen muss in einem ruhigen, entspannten Rahmen stattfinden», sagt Sarah Ross. Die Tiere sollten das kleine Kind aus nächster Nähe wahrnehmen und riechen dürfen. Einen temperamentvollerer Hund kann man auch zunächst an der Leine halten.

6. Immer ein Auge draufhaben

Das Zusammenleben mit Baby und Haustier kann sehr gut funktionieren - darin sind sich die Experten einig. Aber: Alleinlassen sollte man die beiden nie. Das Baby könnte beispielsweise aus Neugier etwas zu forsch an den Ohren des Haustieres ziehen und bei diesem damit eine nachvollziehbare Gegenreaktion auslösen, erklärt Bauer. Eltern müssen deshalb immer ein Auge auf das Geschehen haben.

Veröffentlicht am:
29. 12. 2017
04:57 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Babyöl Freunde Haushunde Haustiere Katzen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Hunde und Katzen

30.01.2019

Mieze und Bello sind out

Ob auf dem Spielplatz ein Kind oder ein Hund gerufen wird, lässt sich häufig nicht unterscheiden. Die Hitlisten der Namen für Kinder und Tiere ähneln sich zunehmend. Was steckt dahinter? » mehr

Kinderleichte Rezepte

21.12.2018

Selbst gemachte Leckerlis für Haustiere

Den Hund vom Plätzchenteller naschen lassen, dem Vogel etwas vom Stollen abgeben? Lieber nicht. Viele Dinge, die Menschen gerne essen, schaden Tieren. Zu kurz kommen müssen Hunde, Katzen und Vögel deshalb an Weihnachten ... » mehr

Tierurne

16.11.2018

Immer mehr Tierbesitzer lassen Hunde und Katzen einäschern

Nach dem Tod ihres Haustieres entscheiden sich Tierbesitzer immer öfter für eine Einäscherung. Die Asche nehmen sie mit nach Hause. In klassischer Urne, aber auch im Bilderrahmen oder im Schmuckmedaillon. » mehr

Ein kühles Bad

12.07.2018

So kommen Hunde und Katzen gut durch den Sommer

Der Sommer ist nicht für alle die reine Freude. Haustiere können unter den hohen Temperaturen leiden. Schattige Plätzchen und viel Wasser können da schon einmal helfen. Doch im Sommer lauern neben der Hitze auch andere G... » mehr

Messung der Katze

09.02.2018

Übergewicht: Besuch in der Abspeck-Sprechstunde

Nicht nur viele Menschen werden immer dicker, auch bei Haustieren ist der Trend zum Übergewicht alarmierend. Deshalb gibt es in München derzeit eine spezielle Sprechstunde für besorgte Tierbesitzer. Eine Lektion für sie:... » mehr

Maxi Schwebig

12.02.2019

Wie Erpresser das Leid von Tierhaltern ausnutzen

Haustiere sind für viele Menschen wie ein Familienmitglied. Bei einem Verlust ist der Schmerz groß. Betrüger nutzen dieses Leid aus, um Geld zu erpressen. Wie bei einer Berliner Familie, die ihre Dackeldame Schnipsel suc... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
29. 12. 2017
04:57 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".