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Angststarre des Kaninchens nicht fehlinterpretieren

Wer denkt, wenn sich sein Kaninchen nicht bewegt, ist es total entspannt, irrt sich. Die Angststarre ist ein Zeichen für Alarmbereitschaft oder sogar Todesangst. So schützt sich ein Langohr.



Kaninchen
Wer das Kaninchen vom Sofa heben will, sollte es auf keinen Fall am Nacken greifen. Das versetzt es in Panik. Besser ist es, das Tier mit der Hand vorsichtig unter Brustkorb und Hinterteil zu heben.   Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Wie zur Salzsäule erstarrt» - so sagt man, wenn man vor Schreck oder Entsetzen bewegungsunfähig ist. So geht es auch Kaninchen. Die Angststarre gehört quasi zu den schützenden Urinstinkten der stillen Fluchttiere.

Doch viele Menschen interpretieren dieses Verhalten völlig falsch, wie der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) erklärt. Sie denken, das Kaninchen sei entspannt, wenn man es auf den Rücken dreht oder am Nackenfell hochhebt. Reagiert es darauf aber mit weit geöffneten Augen, heftiger Atmung über die seitlichen Rippen und einem erstarrten Körper, ist das Gegenteil der Fall.

Totstellen dient dem Überleben

Der «Ich stelle mich tot»-Trick diene dem Überleben. Er setzt ein, wenn Mümmelmänner vor Feinden flüchten wollen, aber die Gefahr zu spät erkannt haben oder in der Falle stecken. Mit der Starre hofft das Tier, nicht gesehen zu werden, denn in der Natur stürzen sich Feinde vor allem auf sich bewegende Tiere.

In die Angststarre verfällt das Kaninchen auch, wenn es von einem Greifvogel erfasst und in die Lüfte gehoben wird. Legt der Vogel das vermeintlich tote Tier ab, ohne es festzuhalten, nutzt das Kaninchen diese Sekunde zur blitzschnellen Flucht.

Tier kann in Panik geraten

Gleiches passiert, wenn Menschen ihr Kaninchen am Nackenfell hochnehmen: Das Tier gerät in Panik. IHV-Kaninchenexpertin Christiane Kautz rät daher ausdrücklich von diesem Griff ab.

Grundsätzlich sollten Halter alle Schreckmomente sowie laute und hektische Bewegungen im Umgang mit dem Fluchttier vermeiden. Muss man es doch einmal hochnehmen, so sollte man es mit der Hand unter dem Brustkorb und dem Hinterteil vorsichtig greifen. Kaninchen lassen sich zudem lieber streicheln, wenn sie auf dem Boden sitzen. Am schönsten sei es, wenn die Tiere zum Schmusen auf ihre Besitzer zukommen.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
31. 01. 2020
05:08 Uhr

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Gefahren Irrtümer Natur Panik Tiere und Tierwelt Todesangst
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31. 01. 2020
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