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Wie werde ich Bauten- und Objektbeschichter/in?

Was ein Maler und Lackierer macht, ist den meisten klar. Aber wer hat schon vom Bauten- und Objektbeschichtern gehört?



Hoch oben auf dem Gerüst
Beim Streichen steht er oft hoch oben auf dem Gerüst: Dogan Aljushi macht eine Ausbildung zum Bauten- und Objektbeschichter.   Foto: Kirsten Neumann/dpa-tmn » zu den Bildern

Die Gaststätte Pieper in Metelen, einem kleinen 6000-Seelendorf im Kreis Steinfurt, braucht einen neuen Anstrich. Schon seit einer Woche arbeitet Dogan Aljushi auf der Baustelle.

Er steht auf einem Gerüst und streicht einen Holzbalken an. Der 18-jährige ist im ersten Ausbildungsjahr zum Bauten- und Objektbeschichter beim Malerbetrieb Hüning in Meteln.

Bauten- und Objektbeschichter arbeiten auf wechselnden Baustellen, zum Teil auch überregional - direkt beim Kunden, im Freien und in Gebäuden. «Da sollte man gut mit anderen Leuten umgehen können und konfliktfähig sein», sagt Carsten Haack, Abteilungsleiter Nachwuchsförderung von der Handwerkskammer Münster (HWK).

Ohne Höhenangst auf dem Gerüst

Schon vor seiner Ausbildung hat Dogan Aljushi mit seinem Vater, der Hausmeister ist und «fast alles kann», zu Hause gestrichen und stand ihm auch bei anderen handwerklichen Dingen helfend zur Seite. Als Azubi kann er diese Tätigkeiten nun auch in seinem Berufsalltag ausführen.

Die Gaststätte Pieper hat einen hohen, luftigen Raum. Damit die Fachkräfte an die Decke und die oberen Balken kommen, musste der Malerbetrieb mehrere Gerüste aufstellen. «Das Klettern und Arbeiten in Höhen macht mir nichts, ich habe keine Höhenangst», sagt Aljushi.

Spachteln und Streichen als Schlüsselqualifikation

In der Höhe stehen ist natürlich längst nicht alles: Die Auszubildenden lernen, wie sie Wandflächen richtig vorbereiten, Tapeten abreißen, Risse in der Wand verspachteln und natürlich Wände streichen. Sie kennen sich aus, wenn es darum geht, Fenster abzukleben und zu lackieren, Fassaden zu dämmen oder Bodenbeläge vorzubereiten.

«Das sind Schlüsselqualifikationen, die man auch in einem anderen handwerklichen Beruf gut gebrauchen kann», sagt Hüning.

Das, was die Betrieb ihren Nachwuchskräften nicht selbst vermitteln können, beispielsweise unterschiedliche Spritztechniken, finde dann in der überbetrieblichen Ausbildung statt. Die kann zum Beispiel in einer Lehrwerkstatt von der Kreishandwerkerschaft oder Innung stattfinden, erklärt Hüning.

In der Berufsschule bekommen die Auszubildenden zudem die theoretischen Inhalte nahe gebracht. Dann stehen zum Beispiel Mathematik, Chemie und Werken oder Technik auf dem Stundenplan.

Rund 680 Euro im ersten Ausbildungsjahr

Auch wenn für die Ausbildung keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben ist, stellen Betriebe in der Praxis überwiegend Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein. Pro Jahr starten rund 600 bis 700 in die Ausbildung. Im Vergleich dazu sind es circa 6500 Azubis bei den Maler und Lackierern, so Haack.

Die Ausbildungsvergütung richtet sich bei tarifgebundenen Betrieben nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Die Arbeitsagentur gibt für das Maler- und Lackiererhandwerk Orientierungswerte von rund 680 Euro brutto pro Monat im ersten und 750 Euro im zweiten Ausbildungsjahr an.

Malerbetrieb, Stuckateurgewerbe oder Fassadenbau?

Wer die Ausbildung abgeschlossen hat, kann später im Maler- und Lackierergewerbe arbeiten. Genauso finden Absolventen aber Jobs in Betrieben für Bodenbeschichtungstechnik, im Stuckateurgewerbe oder im Trocken- und Fassadenbau.

Die zweijährige Ausbildung lässt sich als «Sprungbrett» für die darauf aufbauende Lehre zum Maler und Lackierer nutzen. Wer als Geselle bereits einige Jahre Berufserfahrung hat, kann auch direkt die Prüfung zum Maler- und Lackiermeister ablegen oder eine Fortbildung - zum Beispiel zum Farb- und Lacktechniker - machen.

Dogan Aljushi möchte zunächst seine Ausbildung erfolgreich bestehen und in einem weiteren Jahr noch den Abschluss als Maler und Lackierer aufsatteln. «Mein Traum ist ein vernünftiges, sorgenfreies Leben zu führen und im Handwerk mein Geld zu verdienen. Ich würde gerne im Betrieb bleiben. Falls das nicht möglich sein wird, kann eine Fortbildung ja nie schaden.»

© dpa-infocom, dpa:200814-99-166760/2

Veröffentlicht am:
17. 08. 2020
04:42 Uhr

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dpa

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17. 08. 2020
04:42 Uhr



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