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Wie werde ich Fachkraft Rohr-, Kanal- und Industrieservice?

Was würde in Städten ohne ein funktionierendes Abwassersystem passieren? Das will sich wohl niemand ausmalen. Im Rohr- und Kanalservice arbeiten die «Pflegekräfte» der Wasserversorgung.



Ausbildung im Rohr-, Kanal- und Industrieservice
Wer sich für den Beruf der Fachkraft Rohr-, Kanal- und Industrieservice entscheidet, sollte sich für Umwelt und Technik interessieren. Azubi Sebastian Stenzel bedient den Saugwagen.   Foto: Kirsten Neumann/dpa-tmn » zu den Bildern

Das Abwasserrohr eines Hauses ist geplatzt, jetzt steht der Keller unter Wasser. In einer solchen Situation ist die Hilfe von Spezialisten wie Sebastian Stenzel gefragt.

Der 25-Jährige absolviert bei der Firma Roel Umwelttechnik in Essen eine Ausbildung zur Fachkraft Rohr-, Kanal- und Industrieservice. Was das Beste an dem Job ist? «Die Vielseitigkeit», sagt Stenzel. Mal geht es darum, in einem Rohr eine Verstopfung zu beseitigen, mal muss mit der Unterstützung von Robotern eine Leitung saniert werden.

Rohrcheck mit Kameras und Computern

Die Tätigkeit ist anspruchsvoll. «Technisches Verständnis und handwerkliches Geschick sind für den Beruf unabdingbar», erklärt Ralph Sluke. Er ist Geschäftsführer des Verbands der Rohr- und Kanal-Technik-Unternehmen (VDRK).

Eine Verstopfung im Rohr können die Fachkräfte oft elektromechanisch mit einer sogenannten Spirale entfernen. Mitunter müssen sie aber auch schauen, wie der Zustand der Rohrleitung oder des Kanals überhaupt ist. Dafür setzen sie Kameras mit Dreh- und Schwenkköpfen ein, um den Zustand des Systems bewerten und dokumentieren zu können. «Dabei helfen spezielle Computerprogramme», erläutert Sluke.

Auch die Kanalsanierung gehört zum Arbeitsbereich. Hierbei werden Rohrleitungen und Kanäle zum Beispiel im sogenannten Schlauchliner-Verfahren von innen mit selbst aushärtendem Material ausgekleidet, so dass Straßen nicht erst aufgebrochen werden müssen. Es kommt auch vor, dass nur punktuell Reparaturen nötig sind. Ferngesteuerte Roboter helfen, etwa Schadstellen abzudichten und so zu verhindern, dass Abwässer in den Boden oder in Gewässer gelangen.

Wertvolle Arbeit für Gesellschaft und Umwelt

«Wir tun also auch etwas zum Schutz der Umwelt», sagt Sebastian Stenzel über die Branche. Ihm gefällt es, einen Beitrag dazu zu leisten, Menschen vor übertragbaren Krankheiten zu schützen. Sluke sieht in den Fachkräften die «Pflegekräfte der Wasserversorgung».

Wer sich für den Beruf entscheidet, muss wissen: «Das ist schwere körperliche Arbeit, danach ist man erst mal k.o.», betont Stenzel. Zudem sollte es einem nichts ausmachen, viel im Freien zu arbeiten. Zum Alltag gehört auch, ab und an im Notdienst kurzfristig abends oder am Wochenende arbeiten zu müssen.

Bewerber um einen Ausbildungsplatz müssen keine bestimmte Schulbildung mitbringen. «Die meisten Azubis haben einen Hauptschul- oder einen mittleren Schulabschluss, die Zahl der Azubis mit Abitur steigt», so Sluke. Ein großes Interesse an Umwelttechnik ist für den Beruf Voraussetzung. Alle, die fit in naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathematik, Physik und Chemie sind, haben gute Karten.

Rund 700 Euro im ersten Ausbildungsjahr

Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird in zwei Schwerpunkten angeboten: Rohr- und Kanalservice sowie Industrieservice. Beim Schwerpunkt Rohr- und Kanalservice kümmern sich die Fachkräfte darum, dass in Abwasser- und Kanalsystemen alles reibungslos läuft. Im Schwerpunkt Industrieservice sind sie dagegen in Betrieben unterwegs. Zum Beispiel in Brauereien, Autowerken oder Chemieunternehmen warten und reinigen sie dann Abfüll- oder Pumpanlagen.

Die Ausbildungsvergütung hängt von Tarifverträgen ab. Nicht tarifgebundenen Firmen empfiehlt der VDRK 710 Euro monatlich im ersten und 840 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Im Öffentlichen Dienst liegt die Vergütung laut Bundesagentur für Arbeit höher.

© dpa-infocom, dpa:200710-99-748436/2

Veröffentlicht am:
13. 07. 2020
04:53 Uhr

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dpa

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13. 07. 2020
04:53 Uhr



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