Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Wie werde ich Fahrzeugbaumechaniker/in?

Das Röhren der Motoren im Ohr, den Geruch von Benzin in der Nase und den Schraubenzieher in der Hand: Die Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker ist ein Traumberuf für Autobastler.



Feingefühl gefragt
Konstantinos Tsigaloglou verschweißt die Bolzen eines sogenannten Spotters mit dem Blech einer verbeulten Tür. Er ist angehender Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker.   Foto: Tobias Hase/dpa-tmn » zu den Bildern

Das Schrauben und Montieren, das Schweißen und Geradebiegen, das Prüfen und Reparieren - Konstantinos Tsigaloglou liegt das im Blut. Schon sein Vater war Karosserieinstandsetzer und hat verbeulte und kaputte Autos wieder schick gemacht.

«Als Kind habe ich ihm viel geholfen, das war immer bereichernd und ich habe ständig etwas Neues dazu gelernt», erinnert sich Tsigaloglou. Heute tritt der 33-Jährige in die Fußstapfen des Vaters und ist Auszubildender im zweiten Lehrjahr zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker bei Auto & Service PIA in München: «An dem Beruf macht einfach alles Spaß, man muss es von Herzen machen.»

Doch bis zu dieser Erkenntnis, war es ein langer beruflicher Weg für den gebürtigen Griechen. Erst machte er den Schulabschluss, dann Abitur - «weil die Eltern das ja immer wollen», sagt er schmunzelnd - und später eine Ausbildung zum Fahrlehrer. Da sei sie wieder aufgeflammt, die Begeisterung für «das Mechanische». Deshalb entschied sich der 33-Jährige, noch mal eine Ausbildung als Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker zu machen.

Zwei unterschiedliche Fachrichtungen der Ausbildung

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und ist in Industrie und Handel sowie im Handwerk angesiedelt. Zu unterscheiden sind die beiden Fachrichtungen Karosserie- und Fahrzeugbautechnik sowie Karosserieinstandhaltungstechnik.

Während die einen Karosserien und Fahrzeugbauteile herstellen und montieren und meist in Betrieben von Fahrzeugherstellern tätig sind, kümmern sich die anderen um Reparaturen an beschädigten Wagen, um die Pflege und Instandhaltung bestehender Karosserien und die Montage spezieller Aufbauten oder Zusatzeinrichtungen.

Zu den Instandhaltungstechnikern gehört auch Tsigaloglou. Er stellt fest, welche Schäden an einem Fahrzeug vorliegen, repariert sie und bereitet Wagen etwa für spätere Lackierarbeiten vor. «Wenn ein Unfallauto in die Werkstatt kommt und man es so repariert, dass niemand mehr merkt, dass es einen Unfall hatte, ist das erfüllend und es bestätigt mich in dem, was ich lerne. Man hat gleich ein Ergebnis und in kurzer Zeit einen echten Wow-Effekt», so der 33-Jährige.

Mechaniker brauchen technisches Verständnis

Damit das mit dem Wow-Effekt auch klappt, sollten Auszubildende nicht nur Spaß an der Verarbeitung verschiedenster Materialien haben, sondern auch «ein hohes Maß an Genauigkeit, Wissbegierde, technischem Verständnis und Interesse an mechanischen Zusammenhängen mitbringen», findet Sandra Gapel, Ausbildungsleiterin und Personalreferentin bei Auto & Service PIA in München.

Längst legen Karosserie- und Fahrzeugbauchmechaniker nicht mehr nur Hand an Kotflügel und Autobleche. «Die Umstellung auf Hybrid- und Elektrokonzepte setzt die Unternehmen und Mitarbeiter vor ganz neue Herausforderungen», sagt Gapel. Die Auszubildenden müssen inzwischen auch lernen, unterschiedliche Verbundstoffe zu bearbeiten, beispielsweise durch Kleben oder Vernieten.

Tsigaloglou kennt die neuen Herausforderungen aus der täglichen Arbeit: «Bei Hochvoltautos zum Beispiel kann man nicht einfach darauflosreparieren. Es ist immer eine Herausforderung, kein Auto und kein Unfall ist gleich. Man braucht Geschick, das richtige Auge und Geduld.»

Die Vergütung unterscheidet sich, je nachdem wo Auszubildende ihre Lehre machen. Die Bundesagentur für Arbeit gibt für das Kraftfahrzeuggewerbe etwa Orientierungswerte zwischen 676 und 869 Euro brutto pro Monat im ersten Lehrjahr an. In der Metall- und Elektroindustrie fällt die Vergütung in der Regel höher. Im vierten Lehrjahr etwa steigt sie dort auf bis zu 1264 Euro an.

Veröffentlicht am:
18. 11. 2019
05:28 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abschlüsse bei Schulen Auszubildende Auto Benzin Berufsbilder Bundesagentur für Arbeit Fahrzeugbautechnik Fahrzeughersteller Karosserien Services und Dienstleistungen Unfallautos
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Pferdepflege ist Programm

09.12.2019

Wie werde ich Pferdewirt/In?

Welches Pferdekind wünscht sich das nicht? Jeden Tag reiten wie die Helden aus Bibi & Tina oder Wendy. Also aus dem Hobby einen Beruf machen. Pferdewirte erwartet aber durchaus harte Arbeit. » mehr

Glas zuschneiden

11.11.2019

Wie werde ich Glaser/in?

Glaser erlernen einen echten Handwerksberuf. Im Umgang mit dem zerbrechlichen Werkstoff braucht es vor allem Geschick und Genauigkeit. Aber: Glas wird zunehmend smart. Das wirkt sich auf den Job aus. » mehr

Beim Fensterputzen

27.05.2019

Wie werde ich Gebäudereiniger/in?

Ob im Kernkraftwerk oder an der Raststätte - Gebäudereiniger kommen viel herum. Sie sind den ganzen Tag aktiv, weshalb der Beruf nichts für Unsportliche ist. » mehr

Schneebesen in Aktion

04.10.2019

Wie werde ich Koch/Köchin?

Viele Köche verderben den Brei, heißt es sprichwörtlich. Aber ohne Teamplay läuft es in der Küche nicht rund. Im oft stressigen Job-Alltag sind außerdem starke Nerven und körperliche Fitness gefragt. » mehr

Bademantel falten

01.07.2019

Wie werde ich Fachkraft im Gastgewerbe?

Küche, Ausschank, Zimmerreinigung: Fachkräfte im Gastgewerbe sind Multitalente in Hotellerie und Gastronomie. Nachwuchs ist gesucht. Die Arbeitsbedingungen in der Branche sind aber nicht immer einfach: Einen Nine-to-five... » mehr

Die Fräse

28.06.2019

Wie werde ich Holzmechaniker?

Sie sägen, schleifen und brauchen viel technisches Verständnis: Holzmechaniker kümmern sich vor allem um die industrielle Verarbeitung von Holz. Auf Maschinenlärm und Schmutz müssen sich Auszubildende einstellen. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
18. 11. 2019
05:28 Uhr



^