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Wie werde ich Textilreiniger/in?

Textilreiniger gibt es in Mini-Wäschereien ebenso wie in der Industrie. Vom Hemd bis zur Spezialausrüstung, von der Waschmaschine bis zum Bügelbrett reicht ihr Tätigkeitsfeld. Wer sich für den Job interessiert, muss belastbar sein - und rechnen können.



Wäsche in der Trommel
Nur eine von vielen: Im Arbeitsalltag ist Textilreiniger-Azubi Andreas Wagner für vier Waschmaschinen zuständig, hinzu kommen fünf Trockner.   Foto: Uli Deck » zu den Bildern

Andreas Wagner ist Azubi beim Bardusch Textil-Mietdienst in Ettlingen. Schon bald will der 21-Jährige seine Ausbildung zum Textilreiniger abschließen, er steckt mitten in den Prüfungsvorbereitungen.

«Man muss zum Beispiel wissen, wie fein Baumwolle ist, das sind zwischen 15 und 55 Tex auf 1000 Meter», sagt er. Und man bekommt eine Ahnung davon, dass Textilreinigung mehr ist, als nur Knöpfe an Waschmaschinen zu drücken.

Vor drei Jahren wurde er über eine Berufsmesse auf die Ausbildung aufmerksam. «Es war nicht so, dass ich total begeistert war, ich dachte, ich versuch es mal», gesteht der 21-Jährige. Aus dem Versuch von einst ist inzwischen eine echte Perspektive geworden: Seinen Folgevertrag für die Zeit nach der Ausbildung hat Wagner bereits unterschrieben.

Geschichten wie diese kennt Wagners Ausbildungsleiterin Sabine Bergmeier zur Genüge. «Auf unseren Beruf kommt man nichts zwangsweise, er ist wenig bekannt», erzählt sie. «Es ist oft so, dass Schülerpraktikanten oder Leasing-Kräfte ohne Ausbildung sich für die Lehre entscheiden.» Egal auf welchem Weg die Lehrlinge zum Beruf finden - ein Interesse für Textilien und Maschinentechnologie sowie eine gewisse Belastbarkeit erwartet Bergmeier von jedem.

Schließlich geht es nicht nur darum, Waschmaschinen zu beladen und zu kontrollieren. Textilreiniger können unterschiedlichste Textilien waschen, pflegen und veredeln. Sie müssen die Arbeitsmaschinen verstehen und warten können. Beim Berechnen von Waschmittelmengen sind mathematische Fähigkeiten gefordert, für das Mischen von Wasch- und Lösungsmitteln braucht es chemisches Verständnis.

«Man hat mit vielen unterschiedlichen Textilarten zu tun», sagt Marco Seifen vom Deutschen Textilreinigungs-Verband (DTV). «Hierfür ist eine gute Kenntnis der Faserkunde notwendig, da die Textilien vor dem Wasch- und Reinigungsprozess dem jeweiligen Verfahren zugeordnet werden müssen.» Eine Abneigung gegen naturwissenschaftliche Fächer sollten Azubis nicht haben, so Seifen.

Voraussetzung für die Ausbildung ist in der Regel ein Hauptschulabschluss. Die Vergütung ist tariflich geregelt, aber regional unterschiedlich. Laut Bundesagentur für Arbeit liegt sie im ersten Ausbildungsjahr zwischen 619 und 675 Euro, im dritten und letzten Jahr gibt es 772 bis 841 Euro.

Für ausgelernte Gesellen gibt es vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten: Sie reichen von der Weiterbildung zum Technischen Betriebswirt über die Ausbildung zum Textilreinigermeister bis hin zu einem Studium in der Textil- oder Bekleidungstechnik.

«Textilreinigermeister werden nicht nur in Wäschereien, sondern auch in der Zulieferindustrie, zum Beispiel bei Waschmittelherstellern, händeringend gesucht», erklärt Seifen. «In unserer Branche gibt es so gut wie keinen arbeitslosen Textilreiniger.» Das dürfte auch mit den vielen möglichen Einsatzorten zu tun haben: Die Fachkräfte findet man in kleinen Wäschereien genauso wie in großen industriellen Reinigungsbetrieben oder Leasingfirmen für Textilien.

Andreas Wagner entschied sich für die Arbeit in einem Großbetrieb: Täglich kümmert er sich um vier Waschschleudermaschinen und fünf Trockner. «Ich kümmere mich um den ganzen Ablauf, bin dauernd auf den Beinen», sagt er. Die Verantwortung für all diese Maschinen zu tragen mache ihm besonderen Spaß.

Veröffentlicht am:
12. 07. 2018
09:51 Uhr

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dpa

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12. 07. 2018
09:51 Uhr



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