Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Wie werde ich Anwärter/in beim Zoll?

Den Zoll haben viele Schulabgänger als Arbeitgeber gar nicht auf dem Schirm. Dabei stellt er jedes Jahr rund 1400 junge Menschen für eine Ausbildung ein. Die Perspektiven in der großen Behörde reichen von klassischen Bürojobs bis zur Verbrecherjagd.



Suche nach Schmuggelware
Auf der Suche nach Schmuggelware: Zoll-Anwärterin Madlen Jakob und Zollsekretär Mario Klinkhamels bei der Frachtkontrolle am Flughafen Frankfurt-Hahn. Foto: Thomas Frey/dpa   Foto: dpa » zu den Bildern

Kontrollen am Flughafen oder Bekämpfung von Drogenschmuggel: Wer den Begriff Zoll hört, dem kommen häufig solche Bilder in den Sinn.

Schließlich lassen sie sich im Fernsehen besonders gut rüberbringen, sagt Andreas Höhl, Ausbildungsleiter beim Hauptzollamt in Koblenz. Doch die Auszubildenden, beim Zoll Anwärter genannt, erfahren schnell, dass das Aufgabenspektrum viel größer ist.

So ging es auch Madlen Jakob. Die 21-Jährige absolviert beim Zoll gerade den zweijährigen Vorbereitungsdienst für den mittleren Dienst. «Man sollte auf jeden Fall offen sein, sich auf Bereiche einzulassen, die man vorher noch nicht kennt», sagt sie. Auch für sie gab es Überraschungen: «Ich wusste nicht, dass der Zoll so viel mit Schwarzarbeit zu tun hat.»

Die Anwärter lernen beim Zoll alle Arbeitsbereiche kennen: So kontrolliert der Zoll etwa den Warenverkehr über die Grenze. Im Vollzugsdienst sind die Beamten immer auf Achse und kontrollieren zum Beispiel Unternehmen auf unangemeldete Beschäftigte. Weniger bekannt ist alles, was am Schreibtisch passiert: Für den Staat erhebt der Zoll unter anderem die Tabak- und Energiesteuer.

Wer zum Zoll möchte, muss die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen oder EU-Bürger sein. «Außerdem braucht es die grundsätzliche Bereitschaft, Waffen und Dienstkleidung zu tragen und im Schichtdienst zu arbeiten», sagt Höhl. Auch ein Sportabzeichen in Bronze ist im mittleren Dienst Pflicht.

Hinzu kommt der richtige Schulabschluss: Madlen Jakob hat zwar Abitur, entschied sich aber trotzdem für den mittleren Dienst, für den ein Realschulabschluss Voraussetzung ist. Für das dreijährige duale Studium im gehobenen Dienst brauchen Bewerber Abitur oder Fachhochschulreife.

Pro Jahr stellt der Zoll bundesweit 900 Auszubildende im mittleren und 500 Nachwuchskräfte im gehobenen Dienst ein. «Viele junge Menschen haben nicht auf dem Schirm, dass wir so ein großer Arbeitgeber sind», sagt Linda Kosmalla, bei der Generalzolldirektion in Bonn zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. In den vergangenen Jahren sei der Bedarf an Nachwuchskräften enorm gestiegen - auch durch das erweiterte Aufgabengebiet. Seit zwei Jahren zieht die Behörde zum Beispiel auch die Kraftfahrzeugsteuer ein und kontrolliert die Durchsetzung des flächendeckenden Mindestlohns.

Zudem gehen in den kommenden zehn Jahren 40 Prozent der Mitarbeiter in den Ruhestand, sagt Thomas Liebel, stellvertretender Vorsitzender der BDZ Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft: «Der demografische Faktor schlägt bei uns voll durch.»

Im mittleren Dienst beträgt das Einstiegsgehalt als Zollsekretär 2250 Euro im Monat. Als Anwärter im mittleren Dienst bekomme man 1150 Euro pro Monat, im gehobenen 1200 Euro. Einfach ist der Vorbereitungsdienst aber nicht. Im ersten halben Jahr erhalten die Anwärter für den mittleren Dienst zum Beispiel eine theoretische Ausbildung, in der die rechtlichen Grundlagen eine große Rolle spielen - komplett mit anschließenden Klausuren. «Ich kannte mich damit vorher gar nicht aus», sagt Madlen Jakob. Trotzdem habe sie alles gut verstanden.

Veröffentlicht am:
18. 09. 2017
04:20 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abitur Arbeitgeber Drogenschmuggel Energiesteuern Generalzolldirektion KFZ-Steuer Schwarzarbeit Öffentliche Behörden
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Schneebesen in Aktion

04.10.2019

Wie werde ich Koch/Köchin?

Viele Köche verderben den Brei, heißt es sprichwörtlich. Aber ohne Teamplay läuft es in der Küche nicht rund. Im oft stressigen Job-Alltag sind außerdem starke Nerven und körperliche Fitness gefragt. » mehr

Präsentationen

26.08.2019

Wie werde ich Kauffrau/-mann für Marketingkommunikation?

Kaufleute für Marketingkommunikation dürfen mit Zahlen und Stress keine Probleme haben. Sie sind eine wichtige Schnittstelle zwischen Kreativität und Organisation. » mehr

Umgang mit Landmaschinen

04.06.2019

Wie werde ich Landwirt/in?

Frühes Aufstehen, selten freie Wochenenden - und wenn die Kuh kalbt, müssen die Freunde eben warten: Die Arbeit als Landwirt ist anstrengend. Auch wenn Digitalisierung und Nachhaltigkeit den Beruf verändern. » mehr

Max Stahl und Ausbilder Markus Jacoby

15.07.2019

Wie werde ich Straßenwärter/in?

Straßenwärter haben einen Job mit viel Verantwortung. Sie kümmern sich darum, dass Straßen in einem sicheren Zustand sind. Ihr Einsatzort kann gefährlich sein. Deshalb kommt es im Job besonders auf Aufmerksamkeit und Kon... » mehr

Im Gespräch mit Kundin

10.06.2019

Was tun Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen?

Sie sind oft die erste Anlaufstelle für Menschen, die zur Agentur für Arbeit oder ins Jobcenter kommen: Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen. Im täglichen Kontakt mit den Kunden ist vor allem Einfühlungsvermö... » mehr

Frölich lehnt an Flugzeug

22.04.2019

Wie werde ich Leichtflugzeugbauer/in?

Sandwichschalen, Spanten, Rippen, Ruder - ein Leichtflugzeug besteht aus vielen Einzelteilen. Worauf es ankommt, damit es am Ende auch abhebt, lernen Leichtflugzeugbauer in ihrer Ausbildung. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
18. 09. 2017
04:20 Uhr



^