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So werben Hochschulen in kleineren Städten um Studenten

Das Angebot auf dem Studienmarkt ist groß - und ebenso die Zahl der Standorte, aus denen junge Leute wählen können. Hochschulen in kleineren Städten haben sich einiges einfallen lassen, um gegen die Metropolen zu bestehen.



Fachhochschule Kempten
Die Fachhochschule Kempten arbeitet mit anderen Hochschuleinrichtungen zusammen, um auf dem Studienmarkt sichtbarer zu sein.   Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Um Studenten anzuwerben und die jeweilige Region zu stärken, setzen Hochschulen und Universitäten abseits der Metropolen auf gemeinsame Projekte.

So veranstalten die staatlichen Universitäten und Hochschulen Bamberg, Bayreuth, Coburg und Hof am 1. Dezember in Bayreuth erstmals einen gemeinsamen Mastertag . Dort wollen sie ihre insgesamt 150 Masterstudiengänge vorstellen. Die Aktion ist ein Teilprojekt der «Technologieallianz Oberfranken» (TAO), die seit 2012 besteht.

Ziel sei unter anderem, zu verhindern, dass qualifizierte Kräfte in Metropolregionen abwandern, teilte Andreas Ofenbeck vom bayerischen Wissenschaftsministerium mit. Auch in Schwaben, Unterfranken und Ostbayern arbeiten Hochschulen seit einigen Jahren in Verbünden zusammen.

In Ostbayern haben die Universitäten Passau und Regensburg sowie die Hochschulen Deggendorf, Regensburg, Amberg-Weiden und Landshut 2014 das Netzwerk «Internet und Digitalisierung Ostbayern» (Indigo) gegründet. Die Wissenschaftler arbeiten seitdem in verschiedenen Themenbereichen von IT-Sicherheit bis hin zu Mobilität enger zusammen. Zudem veranstalten die Hochschulen Amberg-Weiden und Regensburg gemeinsam mit der Uni Regensburg einen Hochschultag.

«Neue Köpfe, neue Impulse kommen von außen in die Region», sagte Indigo-Beauftragte Christine Schnellhammer von der Uni Passau über die Vorteile des Netzwerks. Es gehe auch darum, gegen die Metropolen zu bestehen. «Aber das ist nicht der erste und einzige Gedanke.» Im Mittelpunkt stehe der Wissenstransfer.

Die Hochschule Kempten im Allgäu ist Mitglied des «Schwabenbunds» . Darin haben sich unter anderem Regionalverbände und Wirtschaftskammern in Bayern und Baden-Württemberg zusammengeschlossen. Einige Hochschulen kooperieren in dem Teilprojekt «Südkurs» . Das ist ein Online-Portal, auf dem sich Interessierte über das Studienangebot und die Standorte der beteiligten Unis und Hochschulen informieren können.

«Wir sehen uns genau zwischen den Metropolen Stuttgart, Zürich und München», sagte Sybille Adamer von der Hochschule Kempten. Der Verbund helfe vor allem dabei, über die Region hinaus sichtbar zu sein. Ob deswegen mehr Studenten an die Hochschule geströmt sind, sei in Zahlen nicht zu belegen. Aber: «Wir sind in den letzten Jahren stark gewachsen.»

Auch die drei Würzburger Hochschulen - die Julius-Maximilians-Universität, die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt und die Hochschule für Musik - betreiben nach Angaben eines Sprechers der Universität seit mehreren Jahren ein gemeinsames Standort-Marketing. Daran beteiligen sich auch die Stadt und das Studentenwerk.

Die bayerische Staatsregierung unterstützt gemeinsame Projekte wie «Indigo» oder die TAO. «Es gibt verschiedene Parameter, die für einen Studienstandort sprechen», sagte Ofenbeck. Dazu zählten das Renommee einer Hochschule oder die Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft. Gemeinsame Projekte könnten dabei helfen, dass Studenten und Hochschulmitarbeiter Wurzeln schlagen - und das auch mal in Passau oder Kulmbach statt in München oder Nürnberg.

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dpa

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Veröffentlicht am:
12. 11. 2018
15:48 Uhr

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