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Als Erster aus der Familie an die Uni gehen

Wenn die Eltern nicht studiert haben, sind auch den Kindern der Campus und Vorlesungssaal leicht etwas fremd. Wie schaffen sie dennoch den Sprung in die Studentenwelt?



Studium
Für Nichtakademiker-Kinder ist die Hochschulwelt meist sehr fremd. Doch die Organisation «Arbeiterkind» hilft ihnen, den Studienwunsch zu erfüllen.   Foto: Sebastian Gollnow

Ob junge Leute sich nach dem Abitur für ein Studium entscheiden, hat viel damit zu tun, ob ihre Eltern bereits an der Uni waren. Nichtakademiker-Kindern fällt der Sprung ins Studium offenkundig schwerer.

Vor welchen Hürden stehen Nichtakademiker-Kinder?

«Oft ist mangelnde Information ein Grund, kein Studium anzufangen», erklärt Julia Kreutziger, Pressereferentin der Organisation ArbeiterKind.de. In Familien, wo die Eltern selbst studiert haben und in Akademikerberufen arbeiten, herrscht ein ganz anderes Selbstverständnis. Ein Studienwunsch entsteht dort leichter und wird mehr unterstützt. «Eltern, die nicht studiert haben, ist diese Welt fremd, sie befürchten vielleicht, dass ihre Kinder das nicht schaffen oder dass sie ein Studium nicht finanzieren können.»

Wie kann man diese Menschen zu einem Studium ermutigen?

Kreutziger hat die Erfahrung gemacht: Wer gut informiert wurde, fängt eher ein Studium an, auch wenn er aus einer Nichtakademiker-Familie kommt. «Unsere Philosophie ist, Mut zu machen», sagt sie. Rund 6000 ArbeiterKind-Ehrenamtliche, die selbst als erstes Familienmitglied an die Uni gingen, erzählen vor Schulklassen ihre Geschichte. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ergab: Informationen über Kosten und Nutzen eines Studiums, vor dem Abitur in Workshops vermittelt, erhöhen die Studienaufnahme vor allem bei Nichtakademiker-Kindern. Inhalt der Workshops war zum Beispiel: Einkommensunterschiede und das niedrigere Risiko von Akademikern, später arbeitslos zu sein.

Vor welchen Herausforderungen stehen solche jungen Leute im Studium?

Gerade für junge Menschen aus nichtakademischen Elternhäusern ist erst einmal alles fremd an der Uni. «Sie werden mit neuem Vokabular konfrontiert, mit Leuten, die mit anderer Selbstverständlichkeit an ein Studium herangehen», erklärt Kreutziger. «Sie haben diese Welt noch nicht kennengelernt und trauen sich dementsprechend noch nicht so viel.» Auch in der eigenen Familie kann ein Fremdheitsgefühl entstehen, wenn man als Erster studiert. Gut ist, sich Gleichgesinnte zu suchen. Von anderen zu hören «Mir geht es genauso», kann schon helfen. Generell gilt: Fragen stellen ist erlaubt. Auch an den Hochschulen ist die Organisation ArbeiterKind.de präsent.

Welche finanzielle Unterstützung ist möglich?

Neben der Unterstützung der Eltern gibt es drei Hauptarten der Studienfinanzierung: Bafög, Nebenjobs und Stipendien. Zum Teil muss man da mit einigen Mythen aufräumen, sagt Frauke Peter vom DIW, eine der Autorinnen der Studie. «Man braucht nicht immer ein Einser-Abi für ein Stipendium», erklärt sie. «Und man ist eher Bafög-berechtigt, als man denkt.» Auch Julia Kreutziger rät, sich bei den Begabtenförderwerken über Stipendien zu informieren. «Man muss kein Eliteschüler sein, die Werke messen die Unterstützung auch an einem Ehrenamt.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
02. 08. 2018
12:08 Uhr

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