Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

So setzen Studenten ihre Rechte durch

Ein ungerecht bewertetes Referat, zu wenig Bafög oder erst gar kein Studienplatz: Rund ums Studium kann vieles schieflaufen. Völlig wehrlos sind Studenten aber nicht, und Unterstützung bekommen sie auch - nur schnell müssen sie sein.



Bei einer Demonstration
Wenn Studierende für ihre Rechte kämpfen, wie hier auf einer Demonstration in Mainz, wird es gerne mal laut. Es gibt aber auch andere Wege, sich bei Ärger an der Uni zu wehren.   Foto: Fredrik von Erichsen » zu den Bildern

Die Zahl der Studierenden wächst jedes Jahr. Inzwischen sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts gut 2,8 Millionen Menschen an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Doch wo es so viele Studierende gibt, gibt es auch jede Menge Probleme.

Die erste Frage ist dann oft die nach dem Ansprechpartner. Viele Studierende wissen gar nicht, dass es neben der Beratung durch die Hochschule auch noch die Beratung durch die Studenten selbst gibt. Der Allgemeine Studierendenausschuss, kurz Asta, hilft Studierenden dabei, ihre Rechte gegenüber der Universität und anderen Stellen durchzusetzen. «Unser Vorteil ist: Wir sind bedingungslos auf der Seite der Studierenden», sagt Ulrike Jothe, Hochschulpolitische Referentin beim Asta der Technischen Universität (TU) Berlin.

Das fängt schon bei der Studienplatzklage an. «Nicht alle können sich eigene Anwälte leisten. Wir haben bei der Hochschulberatung Anwälte, die kostenlos für sie da sind. Aber in den meisten Fällen können wir von Student zu Student sehr gut helfen», sagt Jothe.

Ein Beispiel: Wird man bei einer Uni abgelehnt, geschieht dies, weil sie angibt, keine ausreichende Kapazität an Studienplätzen zu haben. Also stellt der abgelehnte Bewerber einen Antrag an die Uni auf einen außerkapazitären Studienplatz. Erst wenn dieser Antrag abgelehnt wird, kann man gegen den Bescheid verwaltungsgerichtlich vorgehen.

«Den Antrag auf außerkapazitäre Zulassung kann jeder selbst stellen, da hilft der Asta mit den Formularen. Für die richtige Klage hilft nur der Weg zum Anwalt», sagt Rechtsanwalt Wilhelm Achelpöhler, Experte im Hochschulrecht. Prinzipiell könne in jedem Studienfach ein Platz eingeklagt werden.

Häufig enden solche Verfahren gegen die Uni mit einem Vergleich vor Gericht. Oft sieht das so aus, dass die Uni den Studenten aufnimmt, der dafür die Kosten des Verfahrens trägt. Der erstrittene Studienplatz kann also teuer werden, und zwar richtig teuer: In Medizin zum Beispiel könnten die Verfahren gut 15 000 Euro kosten.

Auch bei anderen Problemen kann der Gang zum Anwalt nötig sein. Ansonsten empfiehlt auch Achelpöhler aber, zunächst die Asta-Beratung in Anspruch zu nehmen. «Wer einen Bescheid bekommen hat oder eine schlechte Note, gegen die er vorgehen will, sollte so schnell wie möglich zu unserer Beratung kommen», sagt Ulrike Jothe. Das größte Problem sei, dass viele zu spät kommen. Dann sind Fristen verstrichen, und es ist nichts mehr zu machen.

Geht es ums Thema Studienfinanzierung, kann die studentische Bafög- und Studienfinanzierungsberatung an den Unis weiterhelfen - ebenfalls von Student zu Student. Miriam Ritter ist Bafög-Beraterin im ReferentInnenRat (RefRat) der Humboldt-Universität zu Berlin (HU). Dort beantwortet sie alle Fragen zum Elternunterhalt, zum Wohngeld, zu Studienkrediten, zu einmaligen Übergangsdarlehen oder zu Studienstipendien.

Rechtsanwalt Achelpöhler hält diese Rechts- und Sozialberatungen für eine gute erste Anlaufstelle: «Das ist kostenfrei, und die Anwälte dort verstehen etwas vom Bafög-Recht. Ein eigener Anwalt kommt immer ins Spiel, wenn es besonders dringlich oder kompliziert ist.»

Veröffentlicht am:
09. 04. 2018
04:59 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Allgemeine (nicht fachgebundene) Universitäten Bafög Hochschulrecht Humboldt-Universität Rechte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte Statistisches Bundesamt Studenten Studienplätze Wilhelm
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Studierende in Nordrhein-Westfalen

27.11.2019

Zahl der Studenten wächst weiter

Es wird immer voller und immer weiblicher in den deutschen Hörsälen: Die Zahl der Studierenden ist so hoch wie nie, gleichzeitig wächst der Frauenanteil. Stressig ist für viele Studienanfänger aber die Suche nach einer U... » mehr

Bafög-Antrag online stellen

05.08.2019

Bafög-Antrag am besten online stellen

Der Umfang eines Bafög-Antrags kann erstmal abschrecken. Beim Online-Antrag können Studierende schon beim Ausfüllen prüfen, ob ihre Angaben ausreichen. Im Zweifel hilft das zuständige Bafög-Amt. » mehr

Flagge Finnland

15.10.2019

Haben Sie schon mal Fennistik studiert?

Bei Baltistik geht es sicher um Estland, Litauen und Lettland. Aber Fennistik? Einige der 5000 «Erstis» beginnen auch diesen Studiengang. Aber was lernt man da? » mehr

Klinikum Augsburg

14.10.2019

Augsburger Medizinfakultät startet mit Modellstudiengang

Praxis von Anfang an: In Augsburg beginnen erstmals Studenten mit einer Medizinerausbildung. Die Art, wie sie unterrichtet werden, ist für Bayern komplett neu. » mehr

Stipendium

20.08.2019

So klappt die Bewerbung für ein Stipendium

Ein Stipendium ist eine willkommene Unterstützung während der Studienzeit. Doch das Angebot ist oft unübersichtlich, die Hürden vermeintlich hoch: Da verlässt einen schnell die Motivation, sich überhaupt zu bewerben. Ein... » mehr

Bafög-Antrag

02.08.2019

Wieder weniger Bafög-Empfänger

Studieren können sich nur die leisten, die Geld haben - das war früher mal so. Mit dem Bafög haben aber auch Kinder aus Familien mit weniger Geld die Chance, an die Uni zu gehen. Aber die Zahl der Bafög-Empfänger sinkt u... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
09. 04. 2018
04:59 Uhr



^