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FH oder Uni - Eine Orientierungshilfe für die Studienwahl

Bei der Studienwahl stehen Schulabgänger vor der Frage: Fachhochschule oder Universität? Auf den ersten Blick sind sie manchmal gar nicht so leicht auseinanderzuhalten. Einige Unterschiede sollten Studienbewerber aber kennen.



Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Fulda
Austausch mit anderen: An Massenunis gehen manche unter - an einer kleineren FH wie hier in Fulda kommen Studenten leichter ins Gespräch. Foto: Hochschule Fulda/Christoph Seelbach  

FH und Uni - das waren einmal zwei getrennte Welten. Heute sind die Grenzen etwas fließender geworden. Das fängt schon beim Namen an. Denn Fachhochschulen heißen heute nicht mehr Fachhochschulen.

Viele nennen sich zum Beispiel «Hochschule für angewandte Wissenschaften». Das macht die Sache für Schulabgänger bei der Studienwahl nicht einfacher. «Vielen Schülern ist nicht so klar, worin die Unterschiede liegen», sagt Astrid Schipper, Berufsberaterin von der Arbeitsagentur Berlin. Die wichtigsten Punkte im Überblick: 

Praxis oder Forschung:  Traditionell galt der Grundsatz: An der FH lernen die Praktiker, an der Uni die Theoretiker. Ganz so schwarz-weiß ist das Bild heute nicht mehr. Von der Tendenz her stimmt die Aussage aber immer noch. Wer lieber in die Forschung will, sei an der Uni richtig - die FH sei dagegen das passende Modell für Studenten, die mehr Anwendung wollen, erklärt Schipper. Die Unterschiede seien aber kleiner geworden, ergänzt Cort-Denis Hachmeister vom Centrum für Hochschulentwicklung in Gütersloh. Ein Grund sei die Bachelorumstellung: So gehöre der Anwendungsbezug nun auch an der Uni dazu - schließlich soll der Bachelor für den Beruf qualifizieren.

Studienangebot: An einer FH ist das Fächerspektrum deutlich kleiner. Traditionell hatte sie im Wesentlichen nur Betriebswirtschaftslehre (BWL), Ingenieurwissenschaften und Soziale Arbeit im Programm, erläutert Hachmeister. Auf der anderen Seite stand die Universität mit breiter Auswahl. Heute gebe es zum einen die Entwicklung, dass Unis sich verstärkt profilieren und sich auf eine Auswahl von Fächern beschränken. Zum anderen sind an Fachhochschulen neue Fächer wie Kommunikations- oder Pflegemanagement entstanden.

Zulassung: Einen Unterschied gibt es weiter bei den Regeln für die Zulassung: Für ein FH-Studium reicht die Fachhochschulreife, Universitäten verlangen in der Regel das Abitur, erläutert Hachmeister.

Abschlüsse: Den Diplom-Ingenieur gibt es zwar vereinzelt noch - unter anderem an der HTW Dresden mit Zusatz «FH», an der TU Dresden ohne den Zusatz. In der Regel vergeben beide Hochschultypen heute aber den Bachelor und Master und sind damit gleichgestellt. Auch ein Wechsel von der FH zur Uni und umgekehrt ist im Prinzip möglich. «Die Anschlussfähigkeit ist formal gegeben», erklärt Hachmeister.

Doktortitel: Als erste Fachhochschule in Deutschland hat die Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Fulda im vergangenen Jahr das Promotionsrecht erhalten. Sie darf damit ihren Studenten einen Doktortitel verleihen. In der Regel ist das aber nach wie vor Universitäten vorbehalten.

Zufriedenheit: An der Fachhochschule gibt es im Vergleich zur Uni etwas mehr Studenten, die insgesamt zufrieden mit den Bedingungen im Studium sind. Das hat das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) ermittelt. So schneidet die FH in dem Punkt etwas besser ab als die Uni (69 zu 64 Prozent). Überfüllte Hörsäle sind dabei an Unis ein größeres Problem als an der FH.

Betreuung: An der FH sei die Betreuung häufig intensiver, und die Gruppen seien kleiner, sagt Schipper. Das sei ein Vorteil für Studenten. Ihre Einschätzung spiegelt sich auch in den Werten des DZHW wider: So wird die FH leicht besser von Studenten bewertet als die Uni, wenn es etwa um Kontaktmöglichkeiten zu Lehrenden außerhalb von Sprechstunden geht (66 zu 64 Prozent).

Veröffentlicht am:
20. 02. 2017
04:45 Uhr

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dpa

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20. 02. 2017
04:45 Uhr



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