Lade Login-Box.
Topthemen: Ministerpräsidentenwahl ThüringenFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Deutschland-Reise: Wandern auf dem Schluchtensteig

Wer die Gesamtstrecke des Schluchtensteigs im Südschwarzwald wandern will, braucht Kondition und Trittsicherheit. Knapp 3000 Höhenmeter sind auf den sechs Etappen zu bewältigen. Einige Abschnitte sind so schmal wie in den Alpen. Die sieht man bei gutem Wetter sogar.



Ausblick ins Tal
Fernsicht: Bei gutem Wetter sind vom Schluchtensteig aus die Alpen zu sehen.   Foto: Klaus Hansen/Schluchtensteig Schwarzwald » zu den Bildern

Ab der Wutachmühle bis zur Schattenmühle nördlich von Bonndorf macht der Schluchtensteig seinem Namen alle Ehre. Immer wieder gehen die Felswände am Rande des Wegs steil in die Höhe.

Die zwölf Kilometer lassen sich als Königsetappe bezeichnen. Mal führt der Weg direkt am Ufer der Wutach entlang, oder es geht auf schmalen Stegen über den Fluss. «Der Südschwarzwald war schon immer reich an schönen Schluchten», sagt Klaus Nieke von der Projektstelle Schluchtensteig im Landratsamt Waldshut. «Wir haben die Schluchten mit einem Weg verbunden, der den Gästen ein tolles Wandererlebnis bietet.» Der 2008 eröffnete Fernwanderweg verläuft in einem Bogen von Stühlingen an der Grenze zur Schweiz bis nach Wehr am Hochrhein.

Wer sich auf den Weg macht, ist von den Unterschieden zwischen den einzelnen Etappen und der anspruchsvollen Wegstrecke zwischen 346 und 1148 Höhenmetern beeindruckt. Die ersten 45 Kilometer sind von der Wutach geprägt, beginnend mit den Wutachflühen, dem untersten Teil der Schlucht. Wer weiterwandert, begibt sich auf eine Reise durch mehrere 100 Millionen Jahre Erdgeschichte, denn der Fluss hat sich 180 Meter tief in den Fels eingeschnitten und fließt über die unterschiedlichsten Gesteine wie Gneise und Granite, Buntsandstein und Muschelkalk, Keuper und Jura.

Im Talgrund auf dem Weg zwischen Wutachmühle und Schattenmühle herrscht tiefe Ruhe, nur das Wasser springt gurgelnd und glucksend über die Steine. Fische lassen sich beim Schwimmen beobachten und Wasseramseln, die flink im Fluss nach Nahrung suchen. Entschleunigung pur am Flussufer.

Und irgendwann redet der Fluss. Es ist ein gleichmäßiger Redefluss, ohne Höhen und Tiefen, eher ein beständiges Wispern. An der Haslach, kurz vor Lenzkirch, wird der Schluchtensteig fast mystisch. Der schmale Pfad führt durch dichten Laub- und Nadelwald, über knubbelige Baumwurzeln, an bemoosten Steinen vorbei und durch die kniehohen, ausladenden Blätter der Pestwurz. Und kein Wanderer würde sich wundern, wenn plötzlich Elfen durch diesen Zauberwald streifen und neugierig unter den Farnen hervorlugen würden.

Aber der nächste Aufstieg kommt bestimmt. Und wenn sich der Weg dann wieder direkt an den Felsen entlang schlängelt, begeistern die spektakulären Ausblicke von oben in die nächste Schlucht. Und der Wind, der durch die Bäume rauscht. Knöchelhohe Wanderschuhe und Schwindelfreiheit sind Voraussetzungen, um diese Etappen genießen zu können.

Über Höhen und durch Wiesen verläuft dagegen die Wegstrecke rund um St. Blasien. Schon der Ausblick vom 1134 Meter hohen Bildstein auf den Schluchsee, den größten See des Schwarzwalds, gibt einen Vorgeschmack auf die Ausblicke, die sich später bei Horbach und ein Stück weiter bei Ibach bieten. Große Tafeln nennen die schneebedeckten Gipfel der Alpen, die sich bei gutem Wetter zeigen. Bis zu Eiger, Mönch und Jungfrau sind es nur 130 Kilometer.

Veröffentlicht am:
29. 03. 2018
11:14 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Erdgeschichte Flüsse Südschwarzwald
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Iberger Tropfsteinhöhle

05.12.2019

Sieben Tipps für Trips unter Tage

Wenn sich Frost und Kälte über das Land legt, können Urlauber in Deutschland sich unter Tage flüchten. Unter der Erde locken viele Attraktionen - vom Bunker bis zur Zaubergrotte. » mehr

Teufelstisch

24.05.2018

Warum der Pfälzerwald seinem Namen alle Ehre macht

Tausende Täler, unzählige Felsen, Dutzende Burgen - und dazwischen vor allem eines: ganz viel Wald. Damit hält der Pfälzerwald sogar einen Rekord. » mehr

Tischler Josef Pschera

09.02.2017

Zum Scheibenschlagen in den Schwarzwald

Wenn im Schwarzwald die Scheibenfeuer brennen, dann werden glühende Holzscheiben ins Tal katapultiert - begleitet von guten Wünschen. Ein Tausend Jahre alter alemannischer Brauch ist das, der in Bernau im Südschwarzwald ... » mehr

Libelle am Flussufer

03.05.2018

Biber, Flieger und Wikinger - Bootstour auf der Peene

Vom Kummerower See bis zum Peenestrom bei Anklam erstreckt sich der Naturpark Flusslandschaft Peenetal in Mecklenburg-Vorpommern. Eine artenreiche Moorlandschaft, die man am besten vom Wasser aus erkundet - erstaunliche ... » mehr

Alte Schmugglerroute

20.10.2017

Reise in die Breitachklamm in Oberstdorf

Oberstdorf kennt man wegen des Skispringens und wegen der Pisten auf Fell- und Nebelhorn. Aber auch für weniger Sportliche gibt es hier im Winter einen der spektakulärsten Orte der bayerischen Alpen: die Breitachklamm. » mehr

Kraniche

11.05.2017

Tierisches Meck-Pomm: Von Solarbootstour bis Kuhsafari

Bei Mecklenburg-Vorpommern denken die meisten an Küste und Strand. Aber auch im Landesinneren gibt es sehenswerte Naturlandschaften. Und oft tierisch viel zu sehen. Drei Beispiele. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
29. 03. 2018
11:14 Uhr



^