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Südsee-Gefühle in Mallorcas reizvollem Süden

Im Süden ist Mallorca noch ruhig und besonders reizvoll. Einsam reihen sich die Strandperlen bis zum Leuchtturm am Kap Ses Salines auf. Wer noch mehr Stille möchte, fährt mit einem Kajak aufs Meer.



Strand von Es Trenc
Südseegefühl ohne Menschenmassen: Einsamkeit am Strand von Es Trenc.   Foto: Andreas Drouve/dpa-tmn » zu den Bildern

Südsee-Feeling auf Mallorca: Kaum eine Wolke am Himmel, das Mittelmeer leuchtet türkis und dunkelblau. Niemand verliert ein Wort auf dieser Tour mit Seekajaks, die in Colònia de Sant Jordi begann.

Auf der einsamen Insel Moltona ist der kleine Strand groß genug, um die Kajaks hochzuziehen. «Mal sehen, ob meine Freunde da sind», sagt Guide Thomas Mix und sticht den Boden unter den Sträuchern ab. Dann flitzen sie aus ihren Verstecken: schwarze Eidechsen.

«Die Strände da», sagt der 54-Jährige und deutet hinüber in Richtung Mallorcas unverbautem Küstensaum, «sind seit meiner Kindheit unverändert. Für mich ist das ein Paradies.»

Urlaub abseits der Massen

Mix ist ein sympathisch schräger Typ, er bestieg sein erstes Kajak mit Krücken. «Nach einem Motorradunfall meinte ein Kumpel, das sei das Richtige für mich.» Später irgendwann vermietete er Boote, bot Touren an. Geboren wurde Mix in Colònia de Sant Jordi, nur einen Straßenzug von seinem heutigen Verleih entfernt.

Mitte der 1960er Jahre, als Spanier als Gastarbeiter nach Mitteleuropa gingen, wagten seine Eltern das Gegenteil: Sie wanderten aus Deutschland in den Süden Mallorcas aus.

Colònia de Sant Jordi war nie ein Ort der Exzesse wie am Ballermann - es ist vielmehr ein Tipp für alle, die sich von den Massen fernhalten wollen. Ausnahme ist der kilometerlange Strand Es Trenc, den die Mallorquiner aber nicht kampflos den Besuchern überlassen. Zum Glück verläuft sich der Zustrom, der durch Corona ohnehin abgeebbt ist.

Eine Küstenschönheit ist Colònia de Sant Jordi nicht. Doch gerade das qualifiziert womöglich für das Label «Geheimtipp». Über Planken und Platten spannt sich die Seepromenade auf. Restaurants tischen echte Paellas auf und keine Touristenportionen, ertränkt in Fischsud. Freundliche kleine Hotels und Apartments bieten Quartier, die Bausünden halten sich in Grenzen. Gleich am Hafen beginnt der erste Strand, die Platja Es Port, mit sanftem Einstieg und klarem Wasser.

Wandernd unterwegs zum Kap

Wer vom Hafen aus elf Kilometer bis zum Cap de Ses Salines wandert, zur Südspitze der Insel, passiert die einstige Kinderstube von Thomas Mix. In der Bucht Es Dolc, die von einer Süßwasserquelle gespeist wird, kühlte er sich als Knirps gerne ab.

Warum selbst in der Hauptsaison kaum etwas los ist, liegt nicht an Corona und erklärt sich recht einfach: Die wahrlich schönen Strände sind nur zu Fuß erreichbar. Unterwegs gibt es keine Infrastruktur, auch am Leuchtturm des Kaps nicht. Ausreichend Wasser mitnehmen!

Der Weg ist nicht zu verfehlen. Kontinuierlich verläuft er parallel zur Küste, zieht sich über Felsplatten mit Salzkrusten, getrocknetes Neptungras und Sand, außerdem an übermannshohen Wacholdersträuchern entlang. Schmetterlinge tanzen, Kiefern spenden schmale Schatten.

Das «weiße Gold» von Es Trenc

Szenenwechsel: Die Salzbecken in Colònia de Sant Jordi sind nur das Vorspiel für das, was nordwärts in größeren Dimensionen wartet: die für Besucher zugänglichen Salinen von Es Trenc . Dort steht zur wärmeren Jahreszeit die Ernte der begehrten «Salzblume» an, auch als «weißes Gold» bezeichnet. Laut historischen Dokumenten betrieben hier bereits Phönizier, Punier und Römer Salzwirtschaft. Den Nachschub liefert das Meer. Über einen Kanal erreicht das Wasser ein Netzwerk aus Becken und Seen. Und damit auch die Lebensräume von ganzjährig vertretenen Flamingos, Stelzenläufern und Säbelschnäblern.

Touren im Mietwagen bringen weitere Abwechslung - ostwärts zur Badebucht Cala Llombards und nach Santanyí, wo samstags vormittags ein Markt den Ortskern füllt. Bei Cala Santanyí führt ein Pfad zur Natursteinskulptur «Gleichgewicht» des deutschen Bildhauers Rolf Schaffner (1927-2008) und an ein Absperrgitter über den Klippen. Darunter öffnet sich ein gewaltiger Felsbogen, Es Pontas. Das Meer gleißt in Farbnuancen von Grünblau bis Ultramarin. Da ist es wieder, das Südsee-Feeling auf Mallorca.

Bitte beachten Sie, dass für ganz Spanien derzeit eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt. (Stand 10.9.2020)

© dpa-infocom, dpa:200909-99-492353/4

Veröffentlicht am:
10. 09. 2020
04:57 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
10. 09. 2020
04:57 Uhr



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