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London: Fünf Gründe für einen Streifzug durch Bloomsbury

Bloomsbury gilt als «Weimar von London». Statt Goethe, Schiller und Nietzsche schrieben hier Darwin, Dickens und Virginia Woolf. Das Viertel bietet viel Kultur und Grün - und interessante Denkanstöße.



British Museum
Das British Museum ist eines der angesehensten Museen der Welt.   Foto: Jonathan Reid/London & Partners/dpa-tmn » zu den Bildern

Bloomsbury, dieser Name erzeugt im Kopf gleich Bilder vom gediegenen London des 18. und 19. Jahrhunderts. Strebsame Studenten, die an einer der ältesten Universitäten des Landes Wissen aufsaugen. Pferdekutschen auf Kopfsteinpflaster.

Bloomsbury ist zugleich gespickt mit Parks und Gärten. Besucher Londons können in dem Viertel gut einen Tag verbringen. Fünf Tipps.

1. Early-Morning-Tour im British Museum

Die Gründung des British Museums ist dem letzten Willen des irischen Arztes und leidenschaftlichen Sammlers Sir Hans Sloane (1660-1753) zu verdanken. Ob Insekten, Münzen oder Kuriositäten aus aller Welt: Zeitlebens hatte der reisefreudige Sloane mehr als 71 000 Artefakte zusammen getragen. Heute zählt das kulturhistorische Museum zu den bedeutendsten der Welt. Frühaufsteher haben bei vorheriger Buchung die Möglichkeit, verschiedene Räume bereits vor Öffnung in Führungen in kleinen Gruppen zu erleben. Freiwillige des Museums zeigen etwa die alte Welt Chinas, Griechenlands oder Ägyptens.

2. Aug in Aug mit Gandhi im Friedensgarten

Von den Parks in Bloomsbury ist der Tavistock Square besonders interessant. Im seinem Zentrum blickt Mahatma Gandhi im Schneidersitz von einem mannshohen Sockel - und erinnert so an seinen gewaltlosen Widerstand. Unweit seiner Statue steht ein Kirschbaum in Gedenken an die Opfer Hiroshimas. Ein mittlerweile kräftiger Ahornbaum wurde zum «Year of Peace» 1986 gepflanzt. In der Südwestecke des Parks erinnert eine Büste von Virginia Woolf (1882-1941) an die literarische Vergangenheit des Viertels. Sie und weitere Schriftsteller, Künstler und Philosophen trafen sich hier regelmäßig zum literarischen Salon.

3. Philosophieren und besser Leben lernen in der School of Life

In welchen Stadtteil Londons würde die School of Life besser passen als in das intellektuelle Bloomsbury? Der britisch-schweizerischer Bestsellerautor und Philosoph Alain de Botton eröffnete die Schule des Lebens 2008 in der Marchmont Street. Das Anliegen: Wie können wir besser leben, lieben, lernen und arbeiten - also ein zufriedeneres, erfüllteres Leben führen? Die Produkte im Shop regen Besucher zum Nachdenken und Schmunzeln an. Hübsch ist eine Kärtchensammlung zum Hinterfragen der eigenen Wünsche und Leidenschaften. Eine Frage lautet zum Beispiel: An was hast du gearbeitet, als du das letzte Mal völlig die Zeit vergessen hast?

4. Charles & Charles und eingelegte Maulwürfe

Kurz nach seiner Weltreise ließ sich Charles Darwin 1839 mit seiner Frau Emma in der Gower Street nieder. Darwins Interesse an der Natur und Evolutionstheorie wurde durch seinen frühen Medizinprofessor Robert Grant entfacht. Dieser wiederum gründete 1828 zu Lehrzwecken eine naturkundliche, zoologische Abteilung am University College London (UCL). Längst ist daraus das Grant Museum of Zoology entstanden, in dem Besucher neben allerlei Skeletten und bizarren Schöpfungen der Natur auch in Formalin konservierte Maulwürfe bewundern können. Wen das jetzt schon gruselt, dem sei alternativ das Charles Dickens Museum in der Doughty Street empfohlen.

5. Auf zu Kates historischer Taxi-Kantine

Nordöstlich des Russel Square fällt eine knallgrüne Holzhütte vor den Wohn- und Bürofassaden aus dem Rahmen. Menschen stehen vor ihrer kleinen Luke Schlange. Sie wissen um die Frische der Sandwiches, Baguettes und Falafel, die Kate Simmonds hier täglich verkauft. Die quirlige Frau führt eine von Londons 13 historischen Taxi-Kantinen. Ganze 61 wurden zwischen 1875 und 1914 in der Stadt errichtet, um den «Cabbies» - damals noch mit Pferd und Kutsche - einen Unterschlupf und eine warme Mahlzeit zu bieten. Wer anschließend weiterhin hungrig ist: Jeden Donnerstag zwischen 9.00 und 14.00 Uhr locken frische Köstlichkeiten auf dem Farmer's Market am Torrington Square

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Von Dörte Nohrden
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
27. 02. 2020
04:53 Uhr

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27. 02. 2020
04:53 Uhr



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