Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagtCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFolgen Sie uns auf Instagram

 

Der Brexit beschäftigt die Reisemesse ITB

Wie geht es weiter mit dem Brexit? Diese Frage beschäftigt auch die Tourismusbranche auf der Reisemesse ITB. Das größte Problem derzeit ist aus Sicht vieler Aussteller die andauernde Ungewissheit. Eine Unwägbarkeit ist aber vorerst vom Tisch.



Auf der Reisemesse ITB in Berlin
Jetzt eine Reise nach Großbritannien planen? Viele Deutsche sind da zögerlich.   Foto: Ralf Hirschberger

Der Austritt Großbritanniens aus der EU ist ein Drama mit ungewissem Ausgang - auch für die Tourismusbranche. Das Thema Brexit gehöre zu den laufenden Herausforderungen des Jahres, sagte Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), auf der Reisemesse ITB in Berlin (6. bis 10. März).

Auf dem weltgrößten Treffpunkt der Touristiker waren auch viele Aussteller aus dem Vereinigten Königreich zu Gast - nach Angaben der Messe Berlin insgesamt 190. Der Brexit habe keinen Einfluss auf die Aussteller gehabt, heißt es vonseiten der Messe.

«Die Schwierigkeit ist die Ungewissheit»

Und wie ist die Lage an den Ständen? «Die Schwierigkeit ist die Ungewissheit im Moment», sagte Martina Heinsohn vom London Convention Bureau. «Wir müssen diesen kurzzeitigen «Schluckauf» überstehen» - typisch britisches Understatement. Der Brexit habe jedenfalls nicht zu Besucherrückgängen in London geführt, so Heinsohn.

Auch Ales Kosejk von Visit Greenwich verwies auf die andauernde Unklarheit als Problem: «Nichts zu wissen, ist das Schlimmste.» Dennoch rechnet er mit einer Lösung: «Jeder, mit dem wir in und außerhalb der Regierung gesprochen haben, geht davon aus, dass es zwar eine Verzögerung, aber einen Deal geben wird», so Kosejk.

Von den Touristikern ist zu hören, dass die deutschen Urlauber sich mit dem Buchen von Großbritannien-Reisen derzeit eher zurückhalten. Viele warten ab, wie es in Sachen Brexit weitergeht.

Der Flugverkehr in Europa soll intakt bleiben

Ein gewaltiger Risikofaktor ist vorerst vom Tisch: Lange herrschte Unsicherheit darüber, ob und wie viele Flugzeuge nach einem Brexit überhaupt noch zwischen Großbritannien und der EU fliegen dürfen. Hier gab es Entwarnung: Auch bei einem ungeregelten Brexit soll der Flugverkehr in Europa weitgehend intakt bleiben. Das hatten Vertreter der EU-Staaten und des Parlaments verhandelt.

Ein Notfallplan sieht vor, dass Sicherheitszertifikate für Flugzeuge von britischen Airlines für neun Monate weiter gelten sollen - damit Bescheinigungen bei der europäischen Luftfahrtbehörde EASA erneuert werden können. Außerdem sollen Airlines mit britischer Lizenz für bis zu sieben Monate Verbindungen zwischen Großbritannien und den übrigen 27 EU-Staaten aufrecht erhalten können.

«Wir gehen also davon aus, dass der Flugverkehr so weiter laufen wird wie bisher», sagte DRV-Präsident Fiebig auf der ITB. Hindernisse sind bei einem ungeordneten Brexit aber dennoch möglich: Gerade erst hatte der Billigflieger Ryanair Ersatzteile aus dem englischen Zentrallager auf andere EU-Standorte verteilt - wegen möglicher Zollbeschränkungen.

Guter Wechselkurs für Urlauber

Positiv für Reisende ist weiterhin der Wechselkurs: Das Britische Pfund hatte mit dem Referendum über den EU-Austritt im Juni 2016 deutlich an Wert verloren. Das machte einen Urlaub in Großbritannien für Touristen aus dem Euroraum plötzlich günstiger.

Die großen deutschen Reiseveranstalter sorgen sich nicht so sehr darum, dass weniger Bundesbürger nach Großbritannien reisen - das Land spielt im Vergleich zu touristischen Riesen wie Spanien, Griechenland und Türkei nur eine untergeordnete Rolle. Entscheidender sind die Langstreckenflüge über London. Diese Flugverbindungen bringen viele deutsche Reisende zum Beispiel in die USA oder die Kreuzfahrtregion Karibik. Die Stopover-Flüge standen auf der Kippe. Nun ist sichergestellt, dass sie starten können. Vorerst.

Kostenfreie Stornierungen

«Im Moment ist Ruhe», sagte DRV-Sprecher Torsten Schäfer. Die britische Premierministerin Theresa May will spätestens am 12. März wieder über das Brexit-Abkommen abstimmen lassen - es stößt im Parlament in London auf heftigen Widerstand. Nach dem derzeit aktuellen Plan wird das Vereinigte Königreich die EU am 29. März verlassen.

Veranstalter in Deutschland sind alarmiert: Tui Wolters Reisen zum Beispiel bietet für Reisen nach Großbritannien bis 31 Tage vor Reiseantritt kostenfreie Stornierungen - damit Mitarbeiter in den Reisebüros Urlaub in Großbritannien «weiterhin sicher empfehlen können», wie es in einer Mitteilung hieß. Das Angebot gilt für Rundreisen nach England, Schottland, Wales und Irland bei Buchung bis 31. März. Wie es dann um den Brexit steht, ist völlig offen.

Veröffentlicht am:
06. 03. 2019
17:02 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aussteller Brexit Reisemessen Ryanair Theresa May Wechselkurs Wirtschaftsbranche Reisen und Tourismus
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Torsten Kirstges

18.02.2020

Die Themen der Reisemesse ITB

Die Reisemesse ITB in Berlin feiert die schöne Welt des Urlaubs - was nicht immer gelingt. In diesem Jahr dämpft die Angst vor dem Coronavirus die Reiselust. Und dann ist da noch der Klimawandel. » mehr

Île Saint Louis

vor 17 Stunden

Urlaub in Paris in Zeiten von Corona

Für Reisende ein Segen, für Hoteliers und Gastronomen ein Fluch: Paris ist derzeit so leer wie selten. Wer die Metropole besucht, muss nicht in endlosen Schlangen ausharren. Für die Tourismusbranche ist das allerdings ka... » mehr

Wie groß darf das Handgepäck sein?

04.08.2020

Soviel Handgepäck darf's sein

Wer Geld sparen will, fliegt nur mit Handgepäck. Doch der kleine Trolley ist längst nicht mehr bei allen Airlines kostenlos. Wegen Corona gibt es bei manchen Fluggesellschaften sogar Sonderregeln. » mehr

Island und die Corona-Krise

13.07.2020

Geht es mit dem Tourismus auf Island nun wieder aufwärts?

Jahrelang schossen die Touristenzahlen auf Island in die Höhe. Jetzt sollten sie sich stabilisieren. Stattdessen kam Corona - mit immensen Folgen für die isländische Reisebranche. Die Isländer verzagen trotzdem nicht. » mehr

Ticket-Erstattungen nach Corona

10.07.2020

Das lange Warten auf Flugticket-Erstattungen

Unfreiwillig haben Passagiere und Reisebüros den Fluggesellschaften in der Corona-Krise Tausende Kleinkredite gegeben. Nach der staatlichen Lufthansa-Rettung sollten nun Erstattungen schneller fließen. Gutscheine muss ni... » mehr

Fahnen der Reisemesse ITB

19.02.2019

Flug-Chaos bis Brexit: Die Themen der Reisemesse ITB

Auf der Reisemesse ITB in Berlin geht es um die schöne Welt des Urlaubs - aber auch um die Probleme des Tourismus: Airline-Pleiten, Brexit, Klimawandel. Und auch ein altbekanntes Sorgenthema wird wieder auf der Agenda st... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
06. 03. 2019
17:02 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.