Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Zu Besuch im Thaipark von Berlin

In einem Berliner Park gibt es an den Wochenenden einen großen Markt mit Straßenküchen wie in Asien. Das gefällt nicht allen.



Thaipark in Berlin
Im Preußenpark in Berlin-Wilmersdorf bieten an Wochenenden zahlreiche Händler asiatische Snacks an. Neben Papaya-Salat und Frühlingsrollen findet man hier auch Insekten.   Foto: Caroline Bock

Das Insektenbuffet steht bereit. Neben Ameisen, Seidenraupen und Grillen liegen Wasserläufer in kleinen Beuteln. Wasserläufer? «Das ist nichts für uns Europäer», sagt der Mann am Verkaufsstand.

Im Preußenpark in Berlin-Wilmersdorf gibt es an den Wochenenden Straßenküchen-Stände wie in Asien. Wohl einzigartig in Deutschland: eine Parkordnung auf Deutsch und Thai. Früher war der Park ein Geheimtipp und vor allem ein Treff für deutsch-thailändische Paare und Familien. Heute kommen Tausende Hipster und Touristen.

Der Markt, ein beliebtes Motiv bei Instagram , landete als Empfehlung in der «New York Times» und im Buch «111 Orte in Berlin, die man gesehen haben muss». Längst wird auch vietnamesisch, koreanisch, chinesisch und japanisch gekocht. Die Garküchen zischen. Die Besucher schlendern mit Imbiss-Tellern an den Ständen mit Picknickdecken, Schemeln und Sonnenschirmen vorbei. «Pad Thai nach dem Rezept meiner Großmutter», verspricht ein Nudelstand.

Neben Klassikern wie Papaya-Salat, Frühlingsrollen, Hühnchenspießen und Currys mit Kokosnuss-Milch kann man auch Ungewohntes kaufen. Der Student Steffen Grieshaber probiert gerade «irgendwelche Würmer und Grashüpfer» für fünf Euro die Portion. Er mag das authentische Flair auf der Wiese. Verkäufer Krisada sieht es ähnlich: «Das Schöne ist, dass es wirklich wie ein Thaimarkt ist.» Das Essen sei nicht so eingedeutscht wie in manchen Restaurants.

In einer anderen Ecke des Parks ein kleiner Auflauf: Eine Gruppe beugt sich über ein Glücksspiel. Geldscheine fliegen über das Spielfeld - ein Zeichen, dass hier vielleicht nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Der Markt funktioniert mit Kühlboxen und Herdplatten knapp über dem Boden, ohne Waschbecken, dazu Staub und Müll. Das Geschäft sei heute nicht mehr so gut wie früher, erzählen Verkäuferinnen in gebrochenem Deutsch. Man solle an den anderen Ständen ein bisschen aufpassen wegen der Sauberkeit.

Eine Internetseite wirbt für den Thaipark: «Die Luft wird erfüllt von den klassischen thailändischen Gerüchen, die dir das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.» Der Müll werde jeden Abend «vorbildlich entsorgt». Wenn man weiterklickt, kommt die Klarstellung: «Der Verkauf von Lebensmitteln und Getränken ist im Preußenpark offiziell nicht erlaubt.» Bei Presseanfragen möge man sich an das Bürgeramt wenden.

Veröffentlicht am:
01. 06. 2018
15:33 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abfall Ameisen Bürgerämter Glückspiel und Lotterie Instagram New York Times Pommes Frites Sonnenschirme Wirtschaftlicher Markt Würmer
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Sebastian Sanso

03.12.2019

Mallorcas Kampf gegen den Müll

Der Massentourismus auf Mallorca hinterlässt viel Müll, auch an den Stränden. Um der Flut an Plastik und Einwegverpackungen Herr zu werden, haben die Balearen seit Anfang des Jahres ein neues Gesetz. Bei der Umsetzung hi... » mehr

Dreck im Schutzgebiet

17.09.2019

Müll setzt dem russischen Naturparadies Baikalsee zu

Der riesige Baikalsee ist eines der beliebtesten Reiseziele Russlands. Doch sein fragiles Natursystem erlebt dadurch eine dramatische ökologische Krise. » mehr

Riffökologin Sonia Bejarano

12.02.2019

Bade-Paradiese verbieten Sonnencreme

Palau und Hawaii verbieten bald Sonnencremes mit Inhaltsstoffen, die Korallen schaden. Andere Reiseziele könnten folgen. Welche Alternativen haben Urlauber? Und wie lassen sich der Schutz der Haut vor gefährlicher UV-Str... » mehr

Kirschblüte in Bonn

27.03.2019

Kirschblüte in Bonn wird zum Instagram-Hit

Viele Menschen suchen ihre Ausflugs- und Ferienziele heute danach aus, wo sie die besten Bilder machen können. Für Orte, die jahrelang eher als Geheimtipp galten, ist das eine große Chance - und auch ein Risiko. Nun zieh... » mehr

Massentourismus in Venedig

14.03.2019

Wenn Touristen die Städte stürmen

Venedig gilt als der Inbegriff des Massentourismus. Für viele Touristenorte in Europa gilt: Nur nicht so werden wie Italiens Schmuckstück erster Klasse. Nun will die Lagunenstadt Eintrittsgeld verlangen. Was kann das bri... » mehr

Der Maltesergraben in Heidelberg

05.03.2019

Diese deutschen Reiseziele finden Netzwerker auf Instagram

Ich reise, also poste ich - das gilt vor allem für Millennials. Der Urlaub wird live im Internet dokumentiert, vor allem auf Instagram. Welche Ziele in Deutschland auf dem Fotonetzwerk besonders beliebt sind - und warum ... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
01. 06. 2018
15:33 Uhr



^