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Von der Römerzeit zu «Game of Thrones»: Dalmatiens Küste

Ein römischer Kaiser, dessen Palast bis heute bewohnt ist, eine wechselvolle Geschichte und ein Dom als Filmkulisse: Die kroatischen Städte Zadar, Split und Sibenik an der dalmatischen Küste sind mit ihren vielen Welterbe-Stätten ein abwechslungsreiches Reiseziel.



Sonnenuntergang in Zadar
Sonnenuntergang in Zadar - den genießen Einheimische und Touristen am Wasser gemeinsam.   Foto: Aleksandar Gospi?/Zadar Tourist Board photo archive » zu den Bildern

Wenn Zoran Debelic zum Pinsel greift, dann macht er das am liebsten an der frischen Luft. Vor seiner Galerie mitten in der Altstadt von Zadar hat er seine Staffelei aufgebaut, darauf steht eine Leinwand. Mit einem Pinsel tupft er hier und da etwas Acrylfarbe auf.

«Die Leute sehen das Bild immer als Unterwasser-Kathedrale», erzählt der Künstler. Vielleicht liegt es daran, dass Debelic mit dem Rücken zu einer monumentalen Kirche sitzt: dem im 9. Jahrhundert erbauten Gotteshaus Sv. Donat, eines der beliebtesten Fotomotive der einstigen Hauptstadt Dalmatiens an der kroatischen Adria.

Debelic sitzt mitten in der Antike: Seine Galerie liegt am einst größten römischen Hauptplatz in Kroatien. Von dem Forum Romanum ist allerdings nicht allzu viel übrig, nur einige niedrige Mauerstreifen und Bruchstücke von Säulen.

Wer sich in Debelics Bild versenkt und entspannt, taucht nicht nur optisch in eine andere Welt ein, sondern auch akustisch. Denn der Wind trägt immer wieder sphärische Klänge vom nahen Meeresufer herüber. Die tiefen, langgezogenen Töne stammen von der 2005 errichteten Meeresorgel. Durch 35 Röhren in der Kaimauer, an deren Ende Orgelpfeifen sitzen, fließt Meerwasser. Das erzeugt die Töne. Mal mehr, mal weniger laut, es hängt von der Brandung ab und ob ein Schiff vorbeifährt.

Wie viele andere Städte an der kroatischen Adria hat Zadar eine wechselvolle Geschichte. Von den Griechen gegründet, vom 2. Jahrhundert vor Christus bis zum 6. Jahrhundert in römischer Hand, bis zum 11. Jahrhundert unter byzantinischer Herrschaft. Dann von den Venezianern erobert. Später zeitweise von Österreich, Frankreich und Italien beherrscht, im Zweiten Weltkrieg fast vollständig von den Alliierten zerstört.

Sichtbare Spuren quer durch die Jahrhunderte finden sich auch im etwa 160 Kilometer südlich gelegenen Split. Auch dort kamen nach den Griechen die Römer: Um 300 nach Christus machte sich Kaiser Diokletian an den Bau eines 215 mal 180 Meter großen Palastes - als Altersruhesitz. Heute ist dieses einst in sich geschlossene Gebäudeensemble Herzstück der Altstadt und Unesco-Welterbestätte.

«Im Untergeschoss der Altstadt atmet man die Römerzeit, darüber sieht man Bauwerke aus dem 13. Jahrhundert», sagt Stadtführerin Anita Birimisa. Die Bewohner haben im Laufe der Zeit die Überreste des Palastes aufgestockt und immer mehr dazu gebaut, das einstige Mausoleum zur Kathedrale gemacht und den Jupiter-Tempel zur Taufkapelle. Heute leben etwa 2000 Menschen auf römischen Fundamenten, in venezianischen Mauern und modernen Anbauten.

Braco Crnogorac ist einer von ihnen. Der Kroate steht auf einem kleinen, mit Efeu bewachsenen Grundstück gegenüber seinem Haus nahe der Kathedrale. Zwischen den Ranken an der Wand zum Nachbarhaus und unter ein paar Palmen lagern Säulenfüße, Kapitelle, Steinplatten mit gemeißelten Gesichtern und andere antike Bruchstücke. «Das ist mein privates Museum», sagt Crnogorac. Er habe eigentlich ein kleines Apartmenthaus an dieser Stelle errichten wollen. Doch schon beim ersten Spatenstich stieß er auf steinerne Geschichte und meldete das den Behörden. Damit war auch das geplante Haus Geschichte.

Split mit seinen antiken Spuren lockt mittlerweile jede Menge Touristen an. Beschaulicher geht es in Sibenik zu, auf halber Strecke zwischen Zadar und Split auf einem Hügel an der Mündung des Krka-Flusses gelegen. Auch die rund 950 Jahre alte und einzige von Kroaten gegründete Stadt in Dalmatien kann mit Unesco-Titeln aufwarten. Besonders sehenswert in der mittelalterlichen Altstadt ist die Kathedrale Sv. Jakov.

Im Jugoslawienkrieg wurde die Kuppel des venezianisch-gotischen Doms aus hellem Stein zerstört. Die Restauratoren wussten zunächst nicht genau, wie sie vorgehen sollten. Vier Jahre dauerte es, bis sie herausfanden, wie sie die Kuppel ohne Zement oder Beton wieder zusammensetzen. Die Macher der HBO-Serie «Game of Thrones» wären wohl sonst kaum auf die Idee gekommen, die Kathedrale und den davor liegenden Renaissanceplatz als Kulisse zu nutzen. Und so lockt die Stadt neben historisch interessierten Besuchern auch immer wieder Serienfans an, die an Dalmatiens Küste Erholung suchen.

Veröffentlicht am:
03. 04. 2018
12:29 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
03. 04. 2018
12:29 Uhr



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