Lade Login-Box.
Corona Newsletter Gemeinsam handeln
Topthemen: #GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilft

 

Ras al Khaimah setzt auf Aktivurlaub

Das kleine Emirat Ras Al Khaimah hat sich als Sonne-und-Strand-Ziel am Persischen Golf in Stellung gebracht. Die Eröffnung der längsten Zipline der Welt soll jetzt für noch mehr Aufmerksamkeit sorgen ? und die Pauschalurlauber endlich aus den Hotels locken.



Im Flug
Zwischen zwei und drei Minuten dauert der Flug auf der längsten Seilrutsche der Welt in Ras al Khaimah.   Foto: Ras Al Khaimah Tourism Development Authority/dpa-tmn » zu den Bildern

Die Zukunft Ras Al Khaimahs hängt an einem stählernen Faden. An einer Zipline, um genau zu sein. Und weil das kleine Emirat nun einmal am Persischen Golf im Schatten Dubais liegt, handelt es sich nicht um irgendeine Drahtseilrutsche, sondern um die längste Zipline der Welt.

Mit dieser Rekordattraktion will Ras al Khaimah vom Februar an Aktivtouristen anlocken - und sein etwas langweiliges Image als reine Badedestination aufpolieren. Bislang hält die Zipline «The Monster» auf Puerto Rico mit 2200 Metern den Weltrekord, ebenfalls vom Hersteller Toro Verde. Jetzt wurde die Seilrutsche in Ras Al Khaimah für Touristen eröffnet.

Rund drei Kilometer wird die neue Zipline überwinden, zwei Kabel verlaufen parallel. So können sich Urlauber quasi ein Rennen liefern. Die freihängende Fahrt vom Gipfel des Jebel Jais , mit 1934 Metern höchster Berg der Emirate, dauert gut drei Minuten. So viel Adrenalin war bei einer Reise nach Ras Al Khaimah bislang selten.

Derzeit kommen fast nur Badeurlauber in das kleine Emirat, das mit folgenden Standortfaktoren um Gäste wirbt: Am Persischen Golf ist es ganzjährig warm. Die Flugzeit ab Deutschland ist mit rund sechs Stunden für ein Warmwasserziel im Winter noch akzeptabel, die Zeitverschiebung mit drei Stunden wenig störend. Und die Preise der Pauschalpakete halten sich vergleichsweise in Grenzen. Ras Al Khaimah wirbt mit Fünf-Sterne-Service zum Vier-Sterne-Preis.

Etwa 70 Prozent der deutschen Urlauber in Ras Al Khaimah sind Familien. In einem Hotel wie dem «DoubleTree by Hilton Resort & Spa» auf der künstlichen Insel Marjan Island sieht das Publikum im Frühstücksraum nicht anders aus als in einer Ferienanlage auf Gran Canaria oder Kreta. Momentan gibt es 22 Herbergen mit insgesamt mehr als 5000 Hotelzimmern in dem Emirat.

Die Ziele sind ehrgeizig: In den nächsten drei Jahren sollen 4445 neue Zimmer im Drei- bis Fünf-Sterne-Bereich hinzukommen, vor allem auf Marjan Island.

Ras Al Khaimah will jedoch in Zukunft auch außerhalb der Hotels und Resorts etwas bieten. Derzeit ist da nicht viel. Nationalmuseum und Dhayah Fort sind zwei Zeugnisse der Kulturgeschichte, die so etwas wie Sehenswürdigkeiten darstellen. Das Fazit vieler Besucher lautet jedoch: nicht unbedingt sehenswert. Andere archäologische Stätten sollen erst noch richtig herausgeputzt werden.

Aussichtsreicher sind Aktivitäten in den Bergen, denn die hat - anders als die Wüste - weder Dubai noch Abu Dhabi. Und so können Urlauber im Hadschar-Gebirge Wanderungen und Mountainbike-Touren unternehmen und eine Nacht unter den Sternen schlafen. Die Landschaft ist das Pfund, mit dem Ras Al Khaimah wuchern kann.

Mit dem Gigantismus in Dubai und dem neuen Louvre in Abu Dhabi kann man ohnehin nicht mithalten. «Wir sind nicht in Eile, hier den höchsten Wolkenkratzer und die größte Mall zu bauen», sagt Tourismuschef Haitham Mattar. «Das haben wir eine Stunde entfernt.»

Nach Ras Al Khaimah reisten 2017 rund 820 000 Besucher, 2019 sollen es eine Million werden und 2025 schon drei Millionen. Die Ambitionen sind also groß. Die Zipline könnte ihren Teil dazu beitragen. Denn am Persischen Golf wissen die Verantwortlichen genau, was international Aufmerksamkeit bringt - im Zweifel ein neuer Weltrekord.

Veröffentlicht am:
04. 02. 2018
11:30 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aktivurlaub Archäologische Stätten Hotels Louvre Urlauber Weltrekorde
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Coronavirus in Italien

03.03.2020

Wohin kann ich überhaupt noch reisen?

Die Menschen gehen auf Reisen - und mit ihnen das neuartige Coronavirus, das sich in immer mehr Ländern ausbreitet. Da stellt sich die Frage: Wo kann ich in diesem Jahr überhaupt Urlaub machen? » mehr

Segelkreuzfahrt in der Ägäis

07.04.2020

Auf Segelkreuzfahrt: Odyssee in der Ägäis

Die Haare im Wind, salzige Luft in der Nase, immer nah am Wasser: Eine Segelkreuzfahrt durch die Inselwelt der Kykladen ist ein großartiges Erlebnis. Doch wenn der Meltemi in Sturmstärke bläst, wird jeder Passagier auf d... » mehr

Urlauber in den Dolomiten

12.07.2018

So verbrachten Deutsche ihren Sommerurlaub nach dem Krieg

In der Nachkriegszeit lebten die Deutschen für den Sommerurlaub. Dadurch war das Reiseerlebnis ungeheuer intensiv. Ein ganz großer Moment kam immer noch zwei Wochen nach Ferienende. » mehr

Prof. Horst Opaschowski

24.03.2020

Was uns fehlt, wenn wir nicht mehr reisen können

Ich reise, also bin ich - aber was, wenn das plötzlich nicht mehr möglich ist? Wegen der Corona-Krise müssen wir alle vorerst zu Hause bleiben. Was macht das mit uns? » mehr

Abends unterwegs

16.12.2019

Urlaub im reichsten Land der Welt

Der Wüstenstaat Katar am Persischen Golf ist winzig, sagenhaft reich und trägt 2022 die Fußball-WM aus. Nun sollen auch Touristen kommen. Wie ist Urlaub in einem Land, das sich alles leisten kann? » mehr

Kreuzfahrtschiff

13.03.2020

Die Kreuzfahrt in der Corona-Krise

Lange boomte die Kreuzfahrt scheinbar unaufhaltsam. Dann kam das neue Coronavirus. Seereisen werden nun zunehmend unmöglich. Wie reagieren die Reedereien - und was heißt das für Urlauber? » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
04. 02. 2018
11:30 Uhr



^