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Wie Reisende in Kuba nicht in die Falle tappen

Warum kauft jemand eine «echte» Rolex in Bangkok auf der Straße? Weshalb prüfen viele Urlauber ihre Rechnung nicht? Wer reingelegt wird, ist oft selbst schuld. Auf Kuba sind viele Tricks zwar besonders charmant - doch am Ende oft ärgerlich.



Blick über Havanna
Die kubanische Hauptstadt ist eine der Topsehenswürdigkeiten auf der Karibikinsel.   Foto: Teresa Nauber/dpa-tmn » zu den Bildern

Jineteros heißen die Männer und Frauen, die in Havannas Altstadt besonders fantasievoll und trickreich die Touristen übers Ohr hauen. Das Wort heißt so viel wie Anbahner. Diese Kubaner wissen natürlich, wo es die netteste Bar und die süffigsten Mojitos gibt.

Der gutgläubige Urlauber zahlt - manchmal das Dreifache. Den Profit aus dem völlig überteuerten Geschäft teilen sich die «Amigos» mit dem Kellner oder Verkäufer. Was hier hilft: gesundes Misstrauen und ein freundliches «No gracias».

In Robertos kleiner Bar in Centro Habana fließt der Rum in Strömen, dafür aber kein Wasser auf der Toilette. Acht Gläschen Rum - eine Tresenrunde - kosten insgesamt knapp einen Euro: achtmal je drei Kubanische Peso (CUP), auch Moneda nacional genannt - was wiederum etwa einem Peso convertible (CUC) entspricht. Auf Kuba gibt es zwei Währungen parallel: Das macht die Abzocke leicht.

Roberto greift nach einem kleinen Kanister mit Billigrum und füllt damit eine halbleere Flasche Markenrum auf. Alle wissen das. Zwei der Gäste schmunzeln, heben ihre Gläser. Keiner ist sauer.

Tausende Kubaner praktizieren solche und andere «Inventos», auch in Touristen-Restaurants, wo mit CUC bezahlt wird. Da macht die Bedienung mit der Rechnung gerne mal einen guten Extraprofit. Die Tricks gehören zum Alltag und werden von den meisten Kubanern akzeptiert. Doch für Touristen kann es teuer werden.

Es hilft sehr, die ausgezeichneten Preise am Tresen oder auf der Karte mit den in Rechnung gestellten zu vergleichen - und genau nachzurechnen. Notfalls höflich, aber energisch auch in Englisch nach dem Manager fragen, so dass es andere Gäste hören. Meist wird dann die Rechnung korrigiert. «Ein Missverständnis», entschuldigt sich der Kellner. Si claro, denkt man. Ja klar.

Auch in Geschäften verändern sich die Preise manchmal plötzlich. Es kann zum Beispiel sein, dass man in Havanna oder Varadero ein preiswertes, kubanisches Parfüm kaufen möchte, das mit 4,80 CUC ausgezeichnet ist. An der Kasse werden daraus aber 6,80 CUC. In einem solchen Fall höflich, aber bestimmt auf das «Missverständnis» aufmerksam machen und notfalls auf den Kauf verzichten.

Generell lohnt auch in Lebensmittelläden ein kritischer Blick auf den Kassenbetrag. Das machen auch viele Kubaner selbst und ausländische Geschäftsleute so. Tipp: In Läden mit vielen Touristen nur rund fünf Artikel kaufen und den ungefähren Gesamtpreis im Kopf haben.

Kuba ist generell ein recht sicheres Reiseland, Gewalt gegen Urlauber selten. Vorsicht und gesundes Misstrauen schaden allerdings nie. Das Auswärtige Amt mahnt etwa zu besonderer Umsicht bei Reifenpannen und an Tankstellen. Diebe könnten die Ablenkung der Fahrzeuginsassen nutzen, um unbemerkt Wertgegenstände und Gepäck zu entwenden. Das ist natürlich eine Masche, die es längst nicht nur auf Kuba gibt.

Grundsätzlich lässt sich sagen: Wer auf der Karibikinsel umsichtig reist, beim Bezahlen Rechnung und Wechselgeld kontrolliert, die Augen offen hält und sich nicht von selbsternannten Amigos, Experten und Stadtführern abschleppen lässt, kann viel Geld sparen. Auch wenn die Trickser auf Kuba zugegebenermaßen oft besonders charmant sind.

Veröffentlicht am:
09. 01. 2018
04:17 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
09. 01. 2018
04:17 Uhr



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