Lade Login-Box.
Corona Newsletter
Topthemen: Coronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf Instagram

 

ITB: Deutschlandtourismus bleibt auf Erfolgskurs

Zu Hause ist es doch am schönsten - das könnte zumindest gelten, wenn andernorts Gefahr und Chaos herrscht. Doch auch in Deutschland hat der Terror zugeschlagen. Was bedeutet das für den Tourismus im Land?



Berlin bei Nacht
Turbulentes Nachtleben: Nichtzuletzt deshalb kommen viele Touristen nach Berlin. Foto: Wolfgang Scholvien/visitBerlin/dpa-tmn   » zu den Bildern

Dieses Gefühl, dass die Welt aus den Fugen zu geraten scheint - das hatte im vergangenen Jahr sicher der eine oder andere. In Zeiten von Chaos kann Deutschland da durchaus ein sicherer Hafen sein - vor allem, wenn es um das Thema Urlaub geht. Warum in die Ferne schweifen...

Und zumindest die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Neuer Spitzenwert bei den Übernachtungen - Rekord zum siebten Mal in Folge. Rund 447 Millionen Übernachtungen von in- und ausländischen Gästen zählte das Statistische Bundesamt für 2016 in Deutschland - ein Plus von drei Prozent gegenüber 2015.

Doch einen Zusammenhang zwischen weltweiten Unsicherheiten und Deutschlandtourismus möchte man beim Deutschen Tourismusverband (DTV) nicht feststellen. Deutschland sei da nicht der Notnagel, erklärt Präsident Reinhard Meyer anlässlich der Reisemesse ITB (8. bis 12. März). Die Deutschen entschieden sich eben für das Naheliegende.

Auch Prof. Torsten Kirstges, Tourismusexperte an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven, erklärt: «Deutschland ist für Urlauber nach wie vor die wichtigste Destination.» Auch er sieht nicht, dass Deutschland vom Terror in anderen Ländern unbedingt profitiert. «Wenn jetzt gewisse Auslandsdestinationen wegbrechen, dann werden die nicht unbedingt von Deutschland substituiert.» Denn das, was südliche Länder wie Ägypten oder Türkei bieten - Strand, Wärme und natürlich Auslandsgefühl -, könne Deutschland nicht ersetzen.

Und so ganz richtig ist das mit dem Terror anderswo und dem sicheren Hafen Deutschland allerspätestens seit dem 19. Dezember 2016 auch nicht mehr. Damals steuerte der Tunesier Anis Amri einen Lastwagen auf einen Berliner Weihnachtsmarkt und tötete zwölf Menschen. Islamistischer Terror - auch in Deutschland.

Hat das Auswirkungen auf den Tourismus in der Hauptstadt ? «Wir haben derzeit keinen Hinweis darauf, dass sich die Vorkommnisse dämpfend ausgewirkt haben», sagt Burkhard Kieker, Geschäftsführer von Visit Berlin. Was er allerdings schon länger beobachtet: Das Wachstum bei Reisenden aus Asien flacht ab.

Das bestätigt auch die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT). Europa verzeichnete 2016 ein einstelliges Minus bei Reisen von Asiaten nach Europa. Deutschland sei mit einem Plus von drei Prozent aber immer noch gut aufgestellt, heißt es. Bei Sicherheitsfragen müsse man Europa im Kontext sehen, erklärt DZT-Chefin Petra Hedorfer. Terror in Brüssel, Paris, Nizza - aus der Ferne werde Europa als eine Destination wahrgenommen. Reisende differenzierten hier nicht unbedingt zwischen einzelnen Ländern.

Tourismusexperte Kirstges glaubt allerdings nicht an eine allgemeine Unsicherheit in Deutschland und geht nicht davon aus, dass etwa Städtereisen deutscher Urlauber von diesen Entwicklungen betroffen sind. «Städte besichtigen, Musicals anschauen - ich denke nicht, dass die Leute das jetzt weniger machen», sagt er. Da müsse schon regelmäßig etwas passieren.

«Sicherheitsbedenken haben zum ersten Mal für Deutschland eine Rolle gespielt», sagt allerdings auch Bettina Bunge von Dresden Tourismus. Ihre Stadt hat aber mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, im In- und Ausland: dem schlechten Image durch Pegida. «Der gute Ruf hat gelitten», räumt sie ein. Dresden verzeichnete 2016 zwar wieder über vier Millionen Übernachtungen, es waren jedoch etwas weniger als 2015 und 2014.

Veröffentlicht am:
08. 03. 2017
13:45 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Chaos Pegida Reinhard Meyer Reisemessen Statistisches Bundesamt Terrorismus Tourismusexperten
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Torsten Kirstges

18.02.2020

Die Themen der Reisemesse ITB

Die Reisemesse ITB in Berlin feiert die schöne Welt des Urlaubs - was nicht immer gelingt. In diesem Jahr dämpft die Angst vor dem Coronavirus die Reiselust. Und dann ist da noch der Klimawandel. » mehr

25 Jahre Eurostar

08.11.2019

Seit 25 Jahren mit dem Eurostar durch Europa

Der Eiffelturm ist vom Big Ben nur eine Zugfahrt entfernt. Gut zwei Stunden dauert die Fahrt. Möglich macht das der Eurostar - ein Schnellzug, der mit Highspeed durch den Eurotunnel rast. Doch der Brexit könnte für den E... » mehr

Stadtkarte auf dem Smartphone

06.08.2019

Wie sich das Reisen verändert hat

Zum Taxipreis nach Mallorca, Selfie-Sticks vor dem Kolosseum, Scham beim Fliegen: Das Reisen hat sich in wenigen Jahren stark verändert. Fünf Dinge, die heute anders sind als früher. » mehr

Shanti-Stupa

02.07.2019

Welcher Reiseveranstalter passt zu mir?

Mit der Tui oder Thomas Cook kommen Urlauber in die halbe Welt. Doch wann ist ein kleiner Spezialveranstalter die bessere Wahl? » mehr

Reisen mit dem Flieger

22.10.2019

Frust und Freiheit über den Wolken

Fliegen ist anstrengend und gilt inzwischen als Klimasünde. Dabei war es einmal ein erhabenes Erlebnis. Eine Flugreise um die Welt - auf der Suche nach einem Gefühl, das verloren scheint. » mehr

Naturfreunde

26.06.2019

Deutschland, Deine Urlaubstypen

Im Sommer an den Ostseestrand, im Herbst auf die Akropolis und im Winter ganz sportlich auf der Alpenpiste - kein Urlauber muss sich auf einen Typus festlegen lassen. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
08. 03. 2017
13:45 Uhr



^