Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagtCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFolgen Sie uns auf Instagram

 

«S-Bahn» durch Deutschland - ICE sollen häufiger fahren

Wer in Berlin, Hamburg oder München den ICE verpasst, soll nicht lang auf den nächsten warten: Die Bahn plant einen 30-Minuten-Takt und steckt Milliarden in Züge. Das nächste ICE-Modell könnte die Fahrgäste überraschen.



ICE Züge der Bahn
ICE-Züge der Bahn stehen auf den Gleisen des Hauptbahnhofs bereit. Die Bahn plant ICE-Züge im 30-Minuten-Takt zwischen den wichtigsten deutschen Metropolen einzusetzen.   Foto: Boris Roessler/dpa

Zwischen den größten deutschen Städten will die Bahn deutlich mehr ICE und Intercitys fahren lassen. «Wir werden den Fernverkehr zwischen den großen Metropolen konsequent im Halbstundentakt fahren lassen».

«Am Ende bedeutet das, dass wir den Fernverkehr ausbauen wollen zu einer metropolenverbindenden S-Bahn.», bekräftigte der Bahn-Vorstand für Personenverkehr, Berthold Huber.

Jede halbe Stunde

Den 30-Minuten-Takt für die großen Städte hatte die Bahn im Sommer in ihre neue Strategie «Starke Schiene» aufgenommen, sagte der zuständige Vorstand Huber - und machte deutlich, dass noch einige Jahre vergehen, bis es so weit sein könnte.

So sollen als erstes zwischen Hamburg und Berlin Fernzüge alle 30 Minuten fahren - in zwei Jahren. Heute sind es tagsüber jeweils drei Züge in zwei Stunden. Wenn die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm und der neue Stuttgarter Bahnhof in Betrieb sind, sollen von Ende 2025 an auch Stuttgart und München sowie Stuttgart und Frankfurt halbstündig verbunden werden, ebenso Frankfurt-Köln und Frankfurt-Hamburg. Für Berlin-Köln gibt es noch keinen Termin.

Milliardeninvestition in Zugflotte

«Die Metropolen und der Verkehr zwischen den Metropolen werden weiter wachsen», sagte Huber. So seien auf der Neubaustrecke Berlin-München auch in diesem Jahr die Fahrgastzahlen um 14 Prozent gestiegen. Seit Sonntag schickt die Bahn dort nochmals zusätzliche Züge aufs Gleis.

Huber sagte, die Bahn investiere bis 2026 rund zwölf Milliarden Euro in ihre Fahrzeugflotte . Die Hälfte der Summe entfällt auf den Großauftrag für den ICE4, von dem seit 2017 allerdings schon 39 ausgeliefert wurden. 2025 sollen es 137 sein; es ist der größte Einzelauftrag in der Geschichte der Bahn.

Hinzu kommen 23 neue Eurocity-Züge vom spanischen Hersteller Talgo und 86 Doppelstock-Intercitys, von denen schon 44 fahren. Außerdem schreibt die Bahn in Kürze den Auftrag für weitere 30 weitere Hochgeschwindigkeitszüge aus, die in drei Jahren aufs Netz kommen sollen.

Erreichung der Klimaziele im Fokus

Das bundeseigene Unternehmen ist im Investitionsmodus: Um die Klimaziele zu erreichen, fließt deutlich mehr Geld in das Netz, und der Bund stockt auch das Eigenkapital der Bahn auf. Inzwischen sollen sogar stillgelegte Strecken reaktiviert werden. Bahnchef Richard Lutz spricht von «Rückenwind fast mit Sturmstärke». Jahrelang habe die Politik mit der Bahn gefremdelt, jetzt werde geklotzt.

Die neuen Fernzüge finanziere man aber selbst, betont die Bahn. Dabei hilft die geplante Mehrwertsteuersenkung für Fernzugtickets. Die billigeren Fahrkarten werden fünf Millionen zusätzliche Fahrgäste im Jahr bringen, kalkuliert der Konzern. Diese Mehreinnahmen finanzieren die 30 zusätzlichen Schnellzüge, die weitere sechs Millionen neuer Fahrgäste bringen, so Hubers Erwartung.

Möglicher ICE3 Nachfolger

Heute ist ein Fernzug im Schnitt 22 Jahre alt, 2025 sollen es nur noch 15 Jahre sein. Seit Sonntag werden auf mehreren Verbindungen die mehr als 40 Jahre alten Intercity-Wagen ausrangiert und durch ICE-Züge ersetzt.

Die Konzernzentrale denkt auch über einen Nachfolger für den ICE3 nach, den Zug mit der runden Nase, der seit dem Jahr 2000 fährt. In acht oder neun Jahren sollen die ersten Neulinge kommen - mit möglicherweise ungewöhnlicher Bauweise für einen Zug, der bis zu 330 Kilometer pro Stunde fahren soll, wie Huber andeutet: «Es könnte auch ein Doppelstockzug werden.»

Keine Reservierungspflicht geplant

Denn die Bahn ist überzeugt, dass sie deutlich mehr Fahrgäste befördern könnte, wenn das Netz es nur hergäbe. «Der Markt ist nicht der begrenzende Faktor, es ist die Kapazität.» Manche Gleisabschnitte sind echte Staufallen für Züge, etwa zwischen Köln und Dortmund oder um Hamburg.

Seit 2015 sei die Auslastung der Fernzüge von durchschnittlich 43 auf 56 Prozent gestiegen. Hubers Überlegung: Wüchse die Bahn mit weiteren Doppelstöckern nun auch in der höchsten Zugklasse in die Höhe, würde das Probleme zumindest nicht verschärft.

Eine Reservierungspflicht für Fahrgäste lehnt die Bahn dagegen weiter ab. Einsteigen, wann immer man wolle - diesen Vorteil gegenüber dem Flugzeug wolle man nicht aufgeben, sagte Huber. «Nie und nimmer.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 12. 2019
11:02 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bahnchefs Bahnhöfe Berthold Huber Fahrkarten Fernverkehr ICE Personenverkehr S-Bahn Verkehr Züge
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Hygienemaßnahmen der Bahn

19.05.2020

Deutsche Bahn verstärkt Hygienemaßnahmen

In den nächsten Wochen dürften wieder mehr Menschen mit der Bahn unterwegs sein. Damit sie dabei in der Corona-Krise kein mulmiges Gefühl haben müssen, stockt die Deutsche Bahn beim Reinigungspersonal kräftig auf. » mehr

Verspätungen bei der Bahn

26.11.2019

Was Kunden an der Deutschen Bahn stört

Zu dem bundeseigenen Bahn-Konzern hat eigentlich jeder eine Meinung. Ein Verband hat die Fahrgäste nun befragt - und auch untersucht, wann es die günstigsten Sparpreise gibt. » mehr

Mobilfunkdurchlässige Fensterscheibe beim ICE

15.07.2020

Die Deutsche Bahn soll 30 neue ICE-3-Züge bekommen

Lange Zeit kam die Bahn der wachsenden Nachfrage im Fernverkehr mit ihren Kapazitäten nicht hinterher. Seit einigen Monaten rüstet der Konzern auf, doch in der Krise bleiben nun die Kunden aus. Bahnchef Lutz ist zuversic... » mehr

Weniger Mehrwertsteuer auf Bahnkarten

08.06.2020

Bahn senkt Fahrpreise im Fernverkehr am 1. Juli

«Schon wieder!», hieß es jahrelang, wenn die Bahn ihre Preise erhöhte. Nun sinken die Preise. Schon wieder. Aber so groß wie beim letzten mal ist der Nachlass nicht. » mehr

DB-Fernzug

25.11.2019

Züge der Deutschen Bahn werden immer voller

Eine Fahrt im ICE fühlt sich noch länger an, wenn man sie auf dem Fußboden verbringt. Die Bahn versucht gegenzusteuern. Die ultimative Gegenmaßnahme aber scheuen Konzern und Fahrgastvertreter gleichermaßen. » mehr

ICE 4

25.02.2020

Bahn beschleunigt ihre neuen ICE4-Züge

Der neue ICE 4 der Deutschen Bahn fährt langsamer als die Vorgängermodelle. Trotzdem will die Bahn immer pünktlicher werden. Was ist geplant? » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 12. 2019
11:02 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.