Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Deutsche Thomas Cook zieht Antrag auf Staatshilfe zurück

Nach der Pleite des Touristikkonzerns Thomas Cook kämpfen die deutschen Ableger getrennt ums Überleben. Während der Ferienflieger Condor einen staatlichen Millionenkredit erhält, verdunkeln sich die Aussichten für das Veranstaltergeschäft rund um die Marke Neckermann.



Zentrale der deutschen Thomas Cook
Das Firmenlogo steht vor der Zentrale des Reisekonzerns der deutschen Thomas Cook.   Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Illustration

Der insolvente Reiseveranstalter Thomas Cook GmbH muss vorerst ohne staatliche Hilfe ums Überleben kämpfen.

Die deutsche Tochter des ebenfalls zahlungsunfähigen britischen Touristikkonzerns Thomas Cook hat ihren Antrag auf einen staatlichen Brückenkredit zurückgezogen, wie die vorläufigen Insolvenzverwalter an diesem Mittwoch erklärt haben.

Als Grund wurden «insolvenzrechtliche Schwierigkeiten» angegeben. Weitere Details wurden nicht genannt. «Der bereits vorliegende Antrag kann daher in dieser Form nicht weiter betrieben werden», hieß es in einer knappen Mitteilung. Dem Vernehmen nach bestand das Hauptproblem darin, dass der Antrag nicht von der Gesellschaft selbst hätte gestellt werden dürfen.

Die Bundesregierung und das Land Hessen müssen somit zunächst nicht über das Hilfeersuchen der Touristiker aus Oberursel entscheiden, die im September in den Insolvenzstrudel ihres Mutterkonzerns geraten waren. Die ebenfalls zu Thomas Cook gehörige Fluggesellschaft Condor hat hingegen am Montag aus Brüssel grünes Licht für einen Überbrückungskredit in Höhe von 380 Millionen Euro über die Staatsbank KfW erhalten. Hier bürgen Bund und Land Hessen zu jeweils gleichen Teilen.

Ob es einen verbesserten oder neuen Antrag auf staatliche Beihilfe geben wird, ließen die Verwalter offen. Die tatsächlichen und rechtlichen Voraussetzungen würden weiter überprüft, hieß es. Auch den laufenden Investorenprozess treibe man gemeinsam mit der Geschäftsführung «unter Hochdruck» voran.

Die deutsche Thomas Cook GmbH mit rund 2000 Beschäftigten hatte am 25. September beim Amtsgericht Bad Homburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Als vorläufige Verwalter wurden die Rechtsanwälte Fabio Algari, Ottmar Hermann und Julia Kappel-Gnirs eingesetzt. Management und Belegschaft hatten auf einen staatlichen Überbrückungskredit gesetzt nach dem Vorbild der Thomas-Cook-Schwester Condor.

Thomas Cook hat mit seinen Marken wie Neckermann, Bucher und Öger sämtliche Reisen für dieses Jahr abgesagt. 140.000 Touristen müssen nun auf Entschädigungen hoffen, für die die Zurich-Versicherung mit einem Volumen von 110 Millionen Euro zuständig ist. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind früheren Angaben zufolge bis Ende November 2019 durch das Insolvenzgeld gesichert.

Anders als der Reiseveranstalter hat die Condor ihren Betrieb nicht unterbrochen und auch keinen Insolvenzantrag gestellt. Sie hat damit Zeit gewonnen, in einem so genannten Schutzschirmverfahren über den Winter einen neuen Investor zu finden. Mehrere konzernfremde Veranstalter hatten sich für einen Fortbestand des Ferienfliegers ausgesprochen, um auf dem Airline-Markt eine gewisse Konkurrenzsituation zur Lufthansa und den Billigfliegern zu bewahren. Das deutsche Veranstaltergeschäft der Thomas Cook Group würden die Konkurrenten hingegen liebend gerne selbst übernehmen und haben ihre Hotelkapazitäten bereits entsprechend ausgeweitet.

Veröffentlicht am:
16. 10. 2019
16:43 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Deutsche Lufthansa AG Firmenmitarbeiter Gesellschaften mit beschränkter Haftung Insolvenzanträge Insolvenzen Insolvenzrecht Insolvenzverfahren Insolvenzverwalter KfW Bankengruppe Mutterkonzerne Reiseveranstalter Thomas Cook AG Touristikkonzerne
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Thomas Cook

12.11.2019

Was Thomas-Cook-Kunden tun können

Der insolvente Reiseveranstalter Thomas Cook hat nun auch Reisen für 2020 abgesagt - für viele Urlauber platzen damit die Reisepläne für das kommende Jahr. Wie Betroffene jetzt reagieren können. » mehr

Deutsche Zentrale von Thomas Cook

01.10.2019

Zurich: Keine volle Erstattung für Thomas-Cook-Kunden

Ein Großteil der Pauschalurlauber der insolventen deutschen Thomas Cook ist inzwischen wieder zurückgekehrt. Bitter sind die Folgen auch für Kunden, die ihre Reise wegen der Turbulenzen gar nicht erst antreten konnten. » mehr

Thomas-Cook-Logo

25.09.2019

So bekommen Pauschalreisende ihr Geld zurück

Nach dem britischen Touristikkonzern Thomas Cook haben jetzt auch die deutschen Tochterunternehmen einen Insolvenzantrag gestellt. Betroffene müssen sich jetzt an die Insolvenzversicherung wenden. » mehr

Condor

07.11.2019

Neue Flugziele bei Condor im Sommer 2020

Nach dem Aus von Thomas Cook war eine Frage: Wie geht es weiter mit dem Ferienflieger Condor? Die Airline fliegt weiter - und kündigt schon neue Strecken für den kommenden Sommer an. » mehr

Geschlossen!

09.10.2019

Deutsche Thomas Cook sagt Reisen bis Ende des Jahres ab

Die Suche nach einer Zukunft für den insolventen deutschen Reiseveranstalter Thomas Cook läuft auf Hochtouren. Für Kunden, die gebucht und schon bezahlt haben, gibt es erneut schlechte Nachrichten. » mehr

Nach Insolvenz von Thomas Cook

04.11.2019

Thomas-Cook-Urlauber sollen ab Dezember entschädigt werden

Der Traum vom Urlaub ist für Thomas Cook-Kunden jäh zerplatzt. Jetzt bangen viele, wie viel sie von den bereits bezahlten Reisekosten zurückerhalten. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
16. 10. 2019
16:43 Uhr



^