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Nicht alle Küstenorte verzichten auf Strandgebühren

Freier Zugang zum Meeresstrand hat 2017 ein Gerichtsurteil in Aussicht gestellt. Das funktioniert unterschiedlich, denn für besonderen Service werden weiterhin Eintrittsgebühren fällig.



Strandeintritt
Auch wenn Strandgebühren inzwischen an strenge Auflagen gebunden sind, gibt es an Nord- und Ostsee noch einige Gemeinden, die solchen Eintrittsgelder verlangen.   Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Umsonst und draußen am Strand - das geht nicht überall an der Nordseeküste. Urlauber ärgern sich immer noch über Eintrittsgelder oder Tageskurbeiträge an vielen Stränden.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte 2017 die bisher üblichen Eintrittsgebühren an strenge Auflagen geknüpft. Für den damals erfolgreichen Kläger Janto Just aus Schortens (Kreis Friesland) hat sich seit dem Urteil zur Strandeintritt-Praxis aber kaum etwas geändert. «Ich werde weiter gegen eingezäunte Strandabschnitte, Eintrittsgebühren oder Tageskurbeiträge kämpfen», kündigte der Aktivist der Initiative «Freie Strände für freie Bürger» an.

Die Lage ist unübersichtlich, weil das Grundsatzurteil Spielräume zulässt. Die Richter hatten die Eintrittsgebühren für zwei Strände in der Gemeinde Wangerland (Kreis Friesland) für rechtswidrig erklärt. Demnach ist eine Gebühr nur an solchen Abschnitten rechtens, an denen die Gemeinde etwa mit Kiosken, Umkleidekabinen und Toiletten für eine höhere Badequalität sorgt. Bewirtschaftete Bereiche mit besonderem Service dürfen aber nicht weiträumig abgesperrt werden, um abzukassieren.

Für die beklagte Gemeinde Wangerland hatte dies schon weitreichende Folgen: An drei Stränden wird nicht mehr kassiert, die Preistafeln an den Kassenhäuschen sind zugeklebt. Schön für die Urlauber, doch Bürgermeister Björn Mühlena (SPD) denkt schon länger darüber nach, wie er die fehlenden Einnahmen von geschätzt einer halben Million Euro wieder herein holen kann: «Wir lassen gerade prüfen, ob wir künftig Tagesgästebeiträge oder Parkgebühren erheben können. Dieses Jahr bleiben unsere Strände aber noch frei.»

Anders sieht es im ostfriesischen Bensersiel aus. Dort ist die Absperrung um den Campingplatz zugleich auch die Grenze zum kostenpflichtigen Strandbereich. 2,80 Euro kostet der Zugang am Strandportal für Erwachsene in der Hauptsaison, für Kinder von 6 bis 17 Jahren werden 1,10 Euro fällig. Darin enthalten ist der Eintritt im Freibad und eine Spiellandschaft. «Wir bieten viel für das Geld. Wer es umsonst haben will, kann auf die unbewirtschaftete Fläche auf der anderen Hafenseite gehen», sagte ein Sprecher der Tourismusgesellschaft Esens-Bensersiel.

Ähnlich ist die Kosten-Praxis in Cuxhaven mit seinen weiten Stränden und besonderen Service-Einrichtungen. Auch in Schleswig-Holstein sind Strandbenutzungsgebühren kein Thema: Wo sie erhoben werden, gibt es immer eine «Gegenleistung» wie Strandduschen, Umkleidekabinen und anderes. Außerdem haben alle Orte, die eine solche Gebühr erheben, stets einen naturbelassenen Strandabschnitt, der kostenlos zugänglich ist, sagt der Tourismusverband Schleswig-Holstein (TVSH).

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
12. 07. 2018
09:51 Uhr

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12. 07. 2018
09:51 Uhr



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