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Großbaustelle 2017: Schönheitskur für Buckingham-Palast

Der Buckingham-Palast blickt auf eine lange Geschichte zurück - das hinterlässt Spuren. Ab April 2017 erhält der Palast eine gründliche Renovierung, die etwa zehn Jahre dauern wird. Danach soll das Gebäude mehr Touristen aufnehmen können.



Festsaal des Buckingham-Palastes
Im April 2017 starten im Buckingham-Palast in London die Renovierungsarbeiten. Foto: Teresa Dapp  

Der Buckingham-Palast im Herzen Londons erstrahlt äußerlich in voller Pracht, aber in den Gemäuern bröckelt es. Elektrische Leitungen, Heizungsrohre, Wasserleitungen - alles muss erneuert werden. Ab 2017 wird das teils marode Zuhause von Queen Elizabeth II. und Prinz Philip renoviert. Bauzeit: lange zehn Jahre.

Kosten: stolze 369 Millionen Pfund (ca. 440 Millionen Euro), finanziert von den Steuerzahlern. Die Queen mag den riesigen Buckingham-Palast nicht sonderlich. Etwa ein Drittel des Jahres wohnt sie hier, empfängt Staatsgäste aus dem Ausland, ehrt Künstler und veranstaltet Garten-Partys. Jedes Jahr werden Zehntausende in dem Gebäude begrüßt, das seit 1837 der offizielle Amtssitz der britischen Könige ist. Hinzu kommen unzählige Touristen, denn ein Teil des Komplexes ist für die Öffentlichkeit zugänglich - was Geld in die Kassen spült.

Leicht kann man sich in den royalen Gemäuern verlaufen. Das imposante Gebäude hat 775 Räume, darunter 52 Schlafzimmer für die Königsfamilie und ihre Gäste, 78 Bäder und 92 Büros. Allein die elektrischen Leitungen, an denen seit gut 60 Jahren nichts mehr gemacht wurde, schlängeln sich 160 Kilometer lang durch den Palast. Das Gebäude war zeitweise so heruntergekommen, dass das Personal eindringendes Wasser mit Eimern auffangen musste, um Kunstwerke zu retten.

Als im vergangenen Jahr ein Handwerker eine Privat-Toilette der Queen reparieren sollte, kam ihm das komplette Klo aus der Wand entgegen, wie die britische Zeitung «The Guardian» berichtete. Und ein Stück der alten Außenfassade brach vor einigen Jahren ab und verfehlte nur knapp eine Karosse des königlichen Fuhrparks.

Das soll nun alles anders werden: Die Bauarbeiten starten im April. Ohne die Renovierung besteht nach Regierungsangaben «eine ernste Gefahr» durch Feuer und Wasserschäden - so wie in Schloss Windsor, wo 1992 ein verheerender Brand wütete. Damals konnte erst nach neun Stunden das Flammenmeer gelöscht werden, fünf Jahre dauerte der Wiederaufbau. Ein ähnlicher Schaden nur an einem einzigen Flügel des Buckingham-Palastes könnte mit 250 Millionen Pfund zu Buche schlagen.

Finanziert werden sollen die Maßnahmen durch eine höhere Ausschüttung aus dem «Crown Estate», der Gesellschaft, die die Gebäude der Royals verwaltet. In diesem Jahr wurden fast 43 Millionen Pfund beziehungsweise 15 Prozent der Gewinne des «Crown Estate» an die königliche Familie ausgezahlt, künftig sollen es während der Bauzeit 25 Prozent sein. Viele Steuerzahler reagierten empört.

Die Renovierung kostet viel Geld, wie der Chef des königlichen Haushalts, Tony Johnstone-Burt, einräumte. Letztlich sei sie aber im Sinne der Steuerzahler. Schließlich könne man so «einen viel teureren und katastrophalen Gebäudeschaden in den kommenden Jahren verhindern». Zudem soll das Geld wieder reingeholt werden: Nach dem Umbau sollen mehr Touristen durch die königlichen Flure schlendern.

Die Queen kann während der Renovierung im Palast wohnen bleiben. Auch Staatsempfänge und andere Veranstaltungen der Royals sollen möglich sein. In der Bauzeit werden vermutlich die Sicherheitsmaßnahmen erhöht, zu viele Pannen hat es schon gegeben: So kletterten einmal Aktivisten für Vaterrechte auf das Dach eines Seitengebäudes. Dort rollten die Männer ein Banner aus, auf dem «Ich bin Harrys Vater» stand, um für Väter-Rechte bei Scheidungen zu kämpfen.

Der Buckingham-Palast ist aber nicht die einzige Touristenattraktion in London, die in den nächsten Jahren generalüberholt werden muss. Das gesamte Parlamentsgebäude soll einer Schönheitskur unterzogen, Unmengen an Rohren ausgetauscht und gesundheitsgefährdendes Asbest beseitigt werden. Kosten: mehrere Milliarden. Bauzeit: über 30 Jahre.

«Fundamentale Reparaturen sind unumgänglich», heißt es in einem Expertenbericht, den die Regierung in Auftrag gegeben hatte. Bröckelnde Decken und geplatzte Rohre machten den Parlamentariern zu schaffen. Womöglich müssen sie während der Bauarbeiten aus dem historischen Gebäude ausziehen. Doch das wird noch einige Jahre dauern - die Planungen für das Großprojekt sind noch in vollem Gange.

Veröffentlicht am:
29. 12. 2016
10:06 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
29. 12. 2016
10:06 Uhr



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