Lade Login-Box.
Gemeinsam handeln zum Digital-Abo
Topthemen: #GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilft

 

So spielt sich «Star Wars: Fallen Order»

Von «Tie Fighter» bis «Jedi Knight»: Gute «Star Wars»-Spiele gab es früher wie Sterne im Weltall. Dann folgte eine lange Durststrecke - die jetzt endet. Perfekt ist «Fallen Order» aber nicht.



Bösewicht
Erzfeindin: Die Inquisitoren des Imperiums machen in «Star Wars Jedi: Fallen Order» Jagd auf die letzten Jedi-Ritter - darunter auch Spielheld Cal Kestis.   Foto: Electronic Arts/dpa-tmn » zu den Bildern

Neue Filme, neue Serien, neues Spielzeug: «Star Wars» ist seit ein paar Jahren wieder schwer im Trend - nur Computer- und Videospieler bekommen davon bisher wenig mit.

Von Electronic Arts (EA), exklusiv mit der Entwicklung neuer Sternenkrieg-Spiele für PC und Konsole betreut, gab es zuletzt nur zwei Shooter der «Battlefront»-Reihe. Bei Fans stießen die aber auf wenig Gegenliebe.

Doch nun versucht es EA mit einer ganz anderen Sorte Spiel: «Star Wars Jedi: Fallen Order» vom Entwickler Respawn ist ein klassisches Solo-Abenteuer rund um Lichtschwerter und Jedi-Ritter, absichtlich ohne Online-Verbindung und alles, was bei modernen Spielen eigentlich so dazugehört. Und siehe da: Die Rückbesinnung auf klassische Tugenden funktioniert - auch wenn sich «Fallen Order» einige technische und spielerische Schwächen leistet.

Versteckter Jedi-Ritter

Die Geschichte spielt zwischen der ganz alten Film-Trilogie der 70er und 80er Jahre und den neueren Prequel-Filmen - und sie ist auch für Spieler verständlich, die mit dieser Einordnung nicht sofort etwas anfangen können.

Das böse Imperium hat die Macht in der Galaxis übernommen und die einst mächtigen Jedi-Ritter besiegt, Überlebende gibt es kaum. Einer von ihnen ist der junge Cal Kestis, der sich als Tagelöhner auf einem Schrottplatz durchschlägt. Doch dann fliegt seine Tarnung auf, das Imperium schickt die Inquisition, Cal muss fliehen - und gerät dabei in eine galaktische Schatzsuche nach einem uralten Geheimnis, dass die entscheidende Wende im Kampf gegen das Böse bringen könnte.

Und so reist Cal - und mit ihm der Spieler - von Planet zu Planet, immer auf der Suche nach alten Tempeln und neuen Fähigkeiten, mit denen sich dann wieder andere alte Tempel auf anderen Planeten öffnen lassen. Wo es als nächstes hingeht und was Cal genau erkundet, kann der Spieler dabei - in Maßen - selbst entscheiden. «Fallen Order» erzählt so eine gradlinige Geschichte, lässt dem Spieler aber genug Gelegenheit zur freien Entfaltung.

Charaktere mit Herz und Humor

Die Geschichte von «Fallen Order» ist zwar nicht wahnsinnig kreativ oder innovativ, sie ist aber handwerklich schön erzählt und hat von den Helden bis zu den Bösewichten einige tolle Charaktere. So bleibt die Story erstens auch für Spieler interessant, die mit Lichtschwertern und Jedi-Rittern wenig anfangen können - denn die darunterliegenden Themen rund um Schuldgefühle, Traumata und Hoffnung sind auch ohne das Fantasy-Drumherum interessant.

Und zweitens kommt dank einiger Charaktere auch der Humor nicht zu kurz - allen voran Cals niedlicher Roboter BD-1 und Greez. Der vierarmige Gremlin ist eigentlich Pilot von Cals Raumschiff, ähnelt in seiner Attitüde aber eher einem besonders miesepetrigen Taxifahrer, der sich eher um die Flecken im Polster seiner Raumschiff-Sitze als um die Rettung der Galaxis sorgt.

Bunte Spielemischung

Wenn Cal und der Spieler nicht gerade in ihrem Raumschiff herumhängen, müssen sie zu etwa gleichen Teilen hüpfen, rätseln und kämpfen. Die Hüpferei ist dabei noch der schwächste Teil - zu oft verlangt das Spiel nach mehr Präzision, als die etwas überempfindliche Steuerung zulässt. Die Rätsel im «Tomb Raider»-Stil sind dafür genau die richtige Mischung aus anspruchsvoll und lösbar.

Das wichtigste an einem Spiel über Jedi-Ritter sind aber vermutlich die Lichtschwert-Kämpfe. Und genau hier machen die Entwickler zum Glück fast alles richtig. Cal ist mit seinem Leuchtesäbel zwar lang nicht so effektiv wie andere «Star Wars»-Helden - im Vergleich zu Obi-Wan Kenobi oder Darth Vader ist er aber auch ein blutiger Anfänger.

Schon ein paar Monster oder Stormtrooper können unaufmerksamen Spielern so sehr gefährlich werden. Umgekehrt können erfahrene, geschickte Spieler ihre Gegner aber förmlich austanzen, ohne sich einen einzigen Kratzer einzufangen. Dieses Hin und Her aus Unterlegenheit und Machtfantasie funktioniert fantastisch und macht auch nach 5 oder 15 Spielstunden noch Spaß.

Viele kleine Schönheitsfehler

Was gut so ist, denn «Fallen Order» ist kein kurzes Vergnügen - und wer auch noch das letzte versteckte Lichtschwert-Bauteil finden will, kann mit dem Titel sogar locker 30 Stunden verbringen. Ganz ungetrübt ist das Vergnügen aber leider nicht, denn dafür hat das «Star Wars»-Spiel zu viele kleine Fehlerchen - von unschönen Rucklern über lange Ladezeiten bis zu kaputten Animationen.

Keiner dieser Schönheitsfehler allein vermag den Spielspaß ernsthaft zu trüben. Insgesamt wirkt «Fallen Order» damit aber leider doch arg unfertig. Wer etwas Geduld hat, sollte daher vielleicht warten, bis Electronic Arts und Respawn ein paar Updates veröffentlicht haben - zum Beispiel bis Mitte Dezember. Dann erscheint der nächste «Star Wars»-Film.

Veröffentlicht am:
19. 11. 2019
12:22 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Computer Electronic Arts Galaxien Humor Innovation Planeten Schönheitsfehler Spielvergnügen Spielwaren Vergnügen Überlebende
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
«Totally Reliable Delivery Service»

24.04.2020

«Totally Reliable Delivery Service»: Paketjob mit Hürden

In die Hände gespuckt und mit angepackt: In der verrückten Lieferdienst-Simulation «Totally Reliable Delivery Service» geht es drunter und drüber. Und genau das macht so richtig Spaß. » mehr

«Journey to the savage Planet»

31.01.2020

Auf diesem Planeten sind Forschertypen gefragt

Probenkoffer und Vergrößerungsglas heraus - in «Journey to the savage Planet» will eben dieser erforscht werden. Dabei stoßen Spieler auf allerlei Geheimnisse und überraschte Eingeborene. » mehr

Nintendo Switch

05.12.2018

Gelly Break: Neuer Spielspaß für Nintendo Switch

Das Berliner Entwicklerstudio Byterockers Games hat ein neues Spiel für die Nintendo Switch herausgebracht. In dem Jump'n-Run-Spiel dreht sich alles um zwei lustige Gellies, die den Planeten retten müssen. » mehr

«Deliver Us The  Moon»

04.05.2020

«Deliver Us The Moon» packt Detektive in den Raumanzug

Wer sich immer schon mal den Raumanzug überstreifen und mit einem Mond-Rover durch die stille Finsternis des Erdtrabanten düsen wollte, kommt um «Deliver Us The Moon» nicht herum. » mehr

«Gwent»

23.12.2019

Im «Witchter»-Kosmos ist Karten-Taktik gefragt

«The Witcher» gehört zu den erfolgreichsten Rollenspielen der letzten Jahre. Nun bekommt die Reihe bekommt ein unerwartetes Spin-off als Kartenspiel. » mehr

«Final Fantasy VII Remake»

10.04.2020

Die Rückkehr der Söldner von Avalanche

Lange mussten «Final-Fantasy»-Fans auf den überarbeiteten siebten Teil warten. Nun ist es endlich soweit und das Remake ist da. Hat sich das Warten gelohnt? » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
19. 11. 2019
12:22 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.