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Was aus dem CB-Funk geworden ist

CB-Funkgeräte benutzen Autofahrer nur noch selten. Bei anderen Verkehrsteilnehmern hat die alte Technik aber nach wie vor einen hohen Stellenwert. Und das nicht ohne Grund.



Handmikrofon beim CB-Funk
Das charakteristische Handmikrofon beim CB-Funk im Auto. Es in der Hand zu halten wird aktuell noch nicht geahndet, aber ab 2021 werden Bußgelder fällig.   Foto: Uwe Anspach/dpa/dpa-tmn » zu den Bildern

Frank Meersdonk und Günther Willers benutzten ihn in der TV-Abenteuerserie «Auf Achse». «Rubber Duck» alias Martin Penwald im Roadmovie «Convoy».

Und selbst die Kinder Bömmel, Meikel, Claudia und Bohne lösten mit ihm in den «Funk-Füchse»-Jugendbüchern und -Hörspielen Kriminalfälle. Die Rede ist vom CB-Funk. CB steht für «citizens band», ein «Jedermannfunk» am oberen Ende der Kurzwelle und nicht-kommerziell.

Aktuell trotz Smartphone und Internet

Was in Serien, Kinofilmen oder Kinderbüchern der 1970er und 1980er Jahre funktionierte, klappt noch immer. Das Kommunikationsmittel ist immer noch aktuell - trotz Smartphones und Internet. Auch wenn sich die Bedeutung des CB-Funks geändert hat: Der spezielle Funk dient der privaten Funkanwendung zur Sprach- und Datenübermittlung.

«Was heute Social Media ist, war vor über 40 Jahren der CB-Funk. Ein Ort, an dem sich Gleichgesinnte über verschiedene Themen austauschen konnten», meint Helmuth Bormann, Geschäftsführer der Stabo Elektronik GmbH. Stabo/President ist neben Albrecht/Midland und Team Electronic eine der bekannten Marken für CB-Funkgeräte in Deutschland.

CB-Funk als Verkehrsfunk

Waren anfangs die Hauptabnehmer Hobby-CB-Funker, kamen Anfang der 1980er-Jahre Autofahrer hinzu, die sich über Funk kostenlos, schnell und aktuell über die Verkehrssituation auf ihrer Strecke informieren konnten. Im Pkw hat das Handy den CB-Funk aber natürlich längst verdrängt. «Heute benutzen CB-Funk ausschließlich Lkw-Fahrer im Fernverkehr, die lange unterwegs sind», sagt Helmuth Bormann.

Per CB-Funk informieren sie sich über die Strecke, mögliche Polizeikontrollen, freie Parkplätze, Schlafplätze oder Restaurants. Anders als beim Smartphone können Nutzer über CB-Funk gleich zu mehreren sprechen, wenn auch nur abwechselnd und nicht gleichzeitig. «Auf längeren Fahrten ist die Unterhaltung über Funk für viele Trucker eine willkommene Abwechslung zum Radio», erklärt Bormann.

«Lkw-Fahrer nutzen CB-Funk immer noch, um sich über die eigene, spezielle Strecke zu informieren. Auch bei den Ladestationen oder großen Speditionen funken sie sich an, um nicht immer aussteigen zu müssen», erklärt Jörn Hofmann von Bensons Funktechnik in Hamburg. Statt mühsam eine Handynummer vom Gesprächspartner zu suchen, wählen sie einfach den passenden CB-Funk-Kanal.

Kanäle haben sich eingebürgert

Bis Anfang der 1990er-Jahre setzten Verkehrsteilnehmer über CB-Funk auch noch Notrufe ab und forderten Pannenhelfer an. Der Funk diente als Telefonersatz. Die meisten deutschen Trucker verwenden Kanal 9 AM, tschechische 10 FM, polnische 28 AM, rumänische 22 FM, niederländische sowie dänische 19 FM und türkische Fahrer Kanal 21 FM.

«Das hat sich in den vergangenen Jahrzehnten so eingebürgert, warum, weiß keiner so genau», sagt Hofmann. Autofahrer nutzen CB-Funk eher selten. Dabei kosten neue Geräte nicht viel: Ab rund 40 Euro gibt es CB-Funkgeräte, dazu kommt noch eine Antenne. Anmeldung oder Gebühren gibt es nicht.

Für Jürgen Schönberger von Josefs Funkladen aus Wittibreut bei Passau liegen die Vorteile des CB-Funks in der Unabhängigkeit von Drittanbietern wie Netz-, Strom- oder Satellitenbetreibern. «Zum CB-Funken benötige ich lediglich ein CB-Funkgerät, eine Antenne und Strom über eine Batterie. Damit können CB-Funker kilometerweit ohne Gebühren oder Zusatzkosten kommunizieren», sagt er.

Nicht nur Trucker funken

Aktuell setzten vor allem Lkw-Fahrer im internationalen Fernverkehr auf CB-Funk: «Damit informieren sie sich über die aktuelle Verkehrslage wie Staus, Blitzer, Kontrollen und freie Parkplätze auf Raststätten. Oder sie nutzen den Funk einfach nur für einen Plausch», sagt Schönberger. Aber auch Kolonnenfahrer, Wohnmobilisten oder technikbegeisterte Autofahrer seien beim CB-Funk dabei.

Umstellen müssen sich Nutzer im Fahrzeug seit dem 1. Juli 2020. Seitdem dürfen die Mikrofone nicht mehr in der Hand gehalten werden, ähnlich wie beim Smartphone. Bis zum 1. Januar 2021 wird es zwar von der Polizei noch nicht geahndet, danach drohen aber Bußgelder. Mit Headsets, Krawatten- oder Schwanenhals-Mikrofonen können CB-Funker aber künftig trotzdem auch während der Fahrt weiter plauschen.

© dpa-infocom, dpa:201014-99-942785/5

Veröffentlicht am:
15. 10. 2020
10:14 Uhr

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dpa

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15. 10. 2020
10:14 Uhr



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