Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

 

Galaxy Fold und Moto Razr im Alltagstest

Klapp-Smartphones wie das Samsung Galaxy Fold oder die Neuauflage des Motorola Razr sind echte Hingucker. Doch die ersten Modelle waren nur bedingt alltagstauglich. Wie gut sind die Nachfolger?



Samsung Galaxy Z Fold 2
Das schlanke Samsung Galaxy Z Fold 2 lässt sich zu einem kleinen Tablet auseinanderfalten und auch als eine Art Kleinst-Laptop nutzen.   Foto: Christoph Dernbach/dpa-tmn » zu den Bildern

Großes Display - aber trotzdem sehr kompakt: Die neuen Falt-Smartphones erfüllen dieses Versprechen auf unterschiedliche Weise. Das Samsung Galaxy Z Fold 2 lässt sich zu einem kleinen Tablet auseinanderfalten. Das Motorola Razr 5G ist deutlich kompakter und passt zusammengeklappt in jede noch so kleine Hosentasche - um dann zu einem langgestreckten Smartphone aufgeklappt werden zu können.

Die erste Generation der Smartphones mit Falt-Display, die im vergangenen Jahr erschien, hatte aber noch mit etlichen Kinderkrankheiten zu kämpfen.

Hardware grundlegend überarbeitet

Samsung will diesen Fehlstart nun vergessen machen. Die gravierendeste Änderung gegenüber dem Vorjahresmodell betrifft tatsächlich das zuvor so kritisierte Display: Das erste Fold verfügte über ein Display aus Kunststoff, das leicht verkratzte und am Scharnier beschädigt werden konnte. Im neuen Fold 2 verwendet Samsung ein Gemisch aus Glas und Kunststoff, das deutlich weniger empfindlich ist.

Allerdings wird man schon beim Auspacken des Geräts darauf hingewiesen, das man dieses Gerät behutsam behandeln soll. So darf man beispielsweise nicht die Schutzfolie abziehen, die auf das Kunststoff-Glas-Gemisch aufgetragen wurde. Vorsorglich gibt Samsung auch den Hinweis, dass das Fold 2 weder staub- noch wasserdicht ist.

Stufenloses Scharnier

Verbessert wurde auch das Scharnier - die Schwachstelle des ersten Fold. Es ist jetzt nicht nur effektiver vor Staub und Schmutzpartikeln geschützt. Man kann es auch stufenlos aufklappen und arretieren. Ab einem Öffnungswinkel von 140 Grad kippt das Fold 2 aber nach hinten um.

Das Surfen im Web macht auf dem großen Smartphone-Bildschirm richtig Spaß, wenn man beispielsweise kein größeres Tablet mitschleppen möchte. Beim Filmeschauen kann der Bildschirm dagegen weniger seine Größe ausspielen, denn er ist aufgeklappt fast quadratisch. Das schlanke Frontdisplay hat dagegen fast ideale Kino-Maße.

Premium-Preis - ohne die beste Kamera

Samsung verlangt für das Galaxy Fold 2 fast 2000 Euro. Trotzdem bekommen Käufer nicht die beste Kamera, die die Südkoreaner zu bieten haben. Stattdessen bietet Samsung im Galaxy Note 20 Ultra, das rund 700 Euro weniger kostet, einen mächtigen 108-Megapixel-Sensor, der sogar 8K-Videos aufnehmen kann. Das Fold 2 kann bei diesen Superlativen nicht mithalten. Doch häufig ist die Qualität der Fotos dicht am Note 20 Ultra dran.

Im Praxistest überzeugten die Bildschirme mit ihrer sehr guten Darstellungsqualität. Dass nicht die besten Kameras verbaut wurden, die Samsung zu bieten hat, fiel im Praxistest kaum auf. Störender schlägt die Tatsache zu Buche, dass das Fold 2 trotz erheblichen Verbesserungen nicht das robusteste Gerät ist. Viele Smartphone-Besitzer haben sich inzwischen daran gewähnt, dass ihre Geräte staub- und wasserdicht sind.

Robusteres Razr-Smartphone

Mit dieser Einschränkung müssen auch Käufer des neuen Motorola Razr 5G leben. Wie Samsung hat auch Motorola seine Hausaufgaben gemacht, um sein Klapp-Smartphone robuster zu machen. Motorola verspricht, dass das Razr 5G bis zu 200.000 Faltvorgänge schadlos übersteht.

Da Motorola seinem neues Falt-Handy einen Außenbildschirm spendiert hat, muss man es ohnehin nicht für jede Kleinigkeit aufklappen. Nachrichten von Social-Media-Apps oder einem Messenger kann man dort nicht nur sehen, sondern auch schnell beantworten. Auch Schlagzeilen von News-Portalen und Navigationsanweisungen erscheinen dort.

Längere Laufzeit und bessere Bilder

Die Hauptkamera des neuen Razr wurde gegenüber dem 2019er-Modell verbessert und verfügt nun über einen 48-Megapixel-Sensor. Tagsüber kann man im Vergleich mit dem Fold 2 kaum einen Unterschied spüren. Wenn es dunkel wird, wirken die Bilder des Samsung Fold 2 aber etwas natürlicher.

Verbessert hat Motorola die Batterielaufzeit. Da für einen richtig großen Akku in dem Kompaktgerät kaum Platz ist, erreicht das Razr 5G dennoch keine Spitzenwerte.

Zukunftssicher - aber teuer

Beide Klapp-Smartphones funken im 5G-Netz, was derzeit noch nicht so relevant ist. In einem Jahr, wenn das 5G-Netzwerk viel besser ausgebaut sein wird, werden die Besitzer aber vermutlich froh sein, dass sie sich für ein zukunftssicheres Modell entschieden haben.

Beide Falt-Smartphones überzeugen im Test durch ihr cooles Design, das inzwischen auch alltagstauglich umgesetzt wurde. Haupt-Manko ist der hohe Preis: Das Razr 5G kostet 1500 Euro, das Fold 2 sogar knapp 2000 Euro. Man muss schon sehr von den Vorzügen des Falt-Displays überzeugt sein, um diesen Aufpreis zu akzeptieren.

© dpa-infocom, dpa:201012-99-917616/2

Veröffentlicht am:
13. 10. 2020
04:23 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bildschirme Displays Fotografien Gerät Hardware Kameras und Photoapparate Kunststoffe und Kunststoffprodukte Motorola Samsung Group Smartphones Tablet PC
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Die neuen iPhone-Modelle

14.10.2020

Die neuen iPhone-Modelle im Überblick

Coronabedingt zeigte Apple die neuen iPhones später als sonst, das Konzept erinnert aber an die Vorjahre: Dünner, leichter und vor allem schneller sind die Geräte - auch weil Apple nun 5G unterstützt. » mehr

Xiaomi Mi 10 Lite 5G

23.07.2020

5G-Smartphones werden bezahlbar

Es ist das ewige Henne-Ei-Problem: Soll ich mir schon ein Gerät der nächsten Generation zulegen, wenn es die Infrastruktur dafür noch nicht gibt? Beim superschnellen 5G-Mobilfunk könnte es anders laufen. » mehr

Aufs Wesentliche konzentriert

21.10.2020

Pixel 5 und 4a 5G im Praxistest

Schnellere Prozessoren, höhere Auflösung, noch mehr Kameras: So preisen Smartphone-Hersteller in der Regel ihre neuen Geräte an. Google verabschiedet sich von diesem Rennen - und glänzt mit Software. » mehr

iPhone 12 im Praxistest

27.10.2020

Das neue iPhone 12 im Praxistest

Selten zuvor hat Apple bei einer neuen Smartphone-Generation an so vielen Schrauben zugleich gedreht wie beim iPhone 12. Dazu gehört nicht nur die Unterstützung der fünften Mobilfunkgeneration (5G). » mehr

Das Moto G8 Power im Test

06.03.2020

Das Moto G8 Power im Test

Ein dicker Akku für mehr als nur einen Tag - davon träumen viele Smartphone-Nutzer. Mit dem G8 Power verspricht Motorola Unabhängigkeit vom Stromnetz - und bügelt Schwächen des Vorgängers aus. » mehr

Motorola Razr

20.11.2019

Ein Blick auf das Motorola Razr

Faltbare Smartphones sind der neueste Trend der Branche. Während Samsung, Huawei und Royole auf kleine Aufklapp-Tablets setzen, geht Lenovos Motorola Razr einen anderen Weg. Ein Erfahrungsbericht. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
13. 10. 2020
04:23 Uhr



^