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Das Pixel 4a hat mehr Power - aber noch kein 5G

Mit seiner Pixel-Reihe zeigt Google jedes Jahr, wie ein ideales Android-Smartphone auszusehen hat. Zuletzt gab es aber Kritik wegen der Akku-Laufzeit. Das neue Pixel 4a hält nun wieder länger durch.



Selfie-Kamera im  Google Pixel 4a
Natürlich hat das Google Pixel 4a auch eine Selfie-Kamera - allerdings an etwas ungewöhnlicher Stelle.   Foto: Google/dpa-tmn » zu den Bildern

Eigentlich hätte das neue Mittelklasse-Smartphone von Google schon zur Entwicklerkonferenz I/O im Mai erscheinen sollen. Doch wegen der Corona-Pandemie wurde nicht nur die Konferenz abgesagt, sondern auch der Launch des Pixel 4a mehrfach verschoben. Doch nun ist es fast so weit: Zum 1. Oktober wird das Gerät in den Handel kommen, kündigte Google am Montag an.

Wir konnten das Pixel 4a schon einige Tage lang vorab ausprobieren. Im Praxistest wird schnell klar: Das Pixel 4a knüpft an die Stärke des Vorgängermodells - eine herausragende Kamera - an. Gleichzeitig haben die Google-Ingenieure auf die Beschwerden über vergleichsweise kurze Batterie-Laufzeiten beim Pixel 4 und 3a reagiert und dem neuen Smartphone einen größeren Akku (3140 mAh) spendiert.

Während das 4er-Modell häufig schon am Nachmittag wieder ans Netzteil angeschlossen werden wollte, hält das Pixel 4a bei typischer Nutzung nun wieder einen vollen Tag lang durch. Verwendet man das beigelegte 18-Watt-Netzteil, ist ein komplett entleerter Akku in rund 30 Minuten wieder zu 75 Prozent aufgeladen. Da das Gehäuse aus Polycarbonat besteht, lässt sich das Smartphone aber nicht drahtlos aufladen.

Nur ein Objektiv - dafür starke Software

Im Pixel 4a steckt die gleiche 12,2-Megapixel-Kamera wie im deutlich teureren, bisherigen Flaggschiff-Smartphone Pixel 4. Auf eine zusätzliche Zoomkamera wie im größeren Pixel 4 XL hat Google allerdings verzichtet, auch weil es - entgegen anderslautender Gerüchte - kein Pixel 4a XL mit einer Doppelkamera geben wird.

Während andere Smartphone-Hersteller bis zu fünf Objektive auf der Geräterückseite in Stellung bringen, setzt Google beim Pixel 4a nur auf ein Objektiv und die Kraft der Software. Ausgeklügelte Verfahren zur digitalen Nachbearbeitung aufgenommener Fotos zeigen dabei beachtliche Ergebnisse. So braucht das Google-Phone wie seine Vorgänger extrem wenig Umgebungslicht, um gute Fotos zu schießen.

Sterne und Gesichter fotografieren

Der Nachtsichtmodus wurde um das Programm «Astrofotografie» erweitert, das bei der Suche nach Himmelskörpern wie dem Kometen Neowise mehr Details erkennen lässt als man mit dem menschlichen Auge erfassen kann. Möglich machen dies lange Belichtungszeiten und eine spezielle Software. Um gute Ergebnisse zu erhalten, muss man allerdings darauf achten, dass das Pixel 4a während der Aufnahme nicht wackelt und am besten ein Stativ verwenden.

Wie beim Pixel 4 gelingen mit dem 4a auch Porträt-Fotos hervorragend. Das Gesicht erscheint gestochen scharf, der Hintergrund wird künstlich unscharf gestellt. Da dieser Bokeh-Effekt nicht mit der Optik, sondern alleine durch Software erzeugt wird, kann man ihn auch nachträglich in der Foto-Bearbeitung anwenden.

Die Selfie-Kamera auf der Vorderseite mit 8 Megapixeln hat Google als «Punch-Hole-Kamera» links oben am Rand des 5,8-Zoll-Displays (OLED) umgesetzt. Diese Lösung ermöglicht es Google, den schwarzen Bildschirm-Rand deutlich zu verringern. Passend dazu liefert der Hersteller bunte Hintergrund-Bilder, bei denen das kleine schwarze Loch in das Motiv integriert wird und so gar nicht mehr auffällt.

Fingerabdrucksensor und Klinkenbuchse

Im Gegensatz zum größeren Pixel 4 und dem im Herbst erwarteten Pixel 5 verzichtet Google auf eine Gesichtserkennung zum Entsperren des Geräts («Face Unlock»). Stattdessen hat der Hersteller auf der Rückseite einen gut erreichbaren Fingerabdrucksensor platziert. Das passt ganz gut in die Corona-Zeit, weil Mund- und Nasenschutz-Masken die Gesichtserkennung häufig unmöglich machen.

Das Pixel 4a wird mit dem Snapdragon-Prozessor 730G sowie dem Sicherheitschip Titan M ausgeliefert und verfügt über 6 Gigabyte RAM sowie 128 Gigabyte (GB) internen Speicherplatz. Zum Vergleich: Das Vorgängermodell 3a hat nur 64 GB Speicher. Das entspricht der Ausstattung anderer Mittelklasse-Smartphones. Im Gegensatz zu vielen aktuellen Smartphones - und dem Pixel 4 - bietet das Pixel 4a auch noch eine Klinkenbuchse, so dass sich herkömmliche Kopfhörer ohne Adapter anschließen lassen.

Neue Funktionen bisher nur auf Englisch

Praktisch für Konferenzen und Interviews: Die neue Rekorder-App kann nicht nur Sprache aufzeichnen. Der eingebaute Chip wandelt sie in Echtzeit in Text um, der sich nach Schlüsselwörtern durchsuchen lässt. Eine Internetverbindung ist nicht nötig. Bislang funktioniert das nur für Englisch, weitere Sprachen sollen folgen.

Allerdings hat Google das auch schon vor einem Jahr bei der Präsentation des Pixel 4 versprochen. Hoffentlich kommt die deutsche Version nicht am Sankt-Nimmerleins-Tag - denn diese Funktion ist wirklich sehr praktisch.

Pünktlich zum Verkaufsstart im Oktober bringt der Konzern aber den neuen Google Assistant auf das Pixel 4a. In unserem Praxistest war er nur auf Englisch verfügbar. Der Software-Knecht ist jetzt schneller einsatzbereit und reagiert kontextbezogen. Wenn beispielsweise Google Maps geöffnet ist, löst der Befehl «Suche nach itelienischen Restaurants» keine allgemeine Google-Suche aus, sondern zeigt die Gaststätten direkt in der Karten-Anwendung.

5G folgt später

Bei Thema 5G fährt Google einen defensiven Kurs: Während andere Hersteller von Android-Smartphones wie Samsung, Motorola, Huawei und Xiaomi die fünfte Mobilfunk-Generation mit superschnellen Datenübertragungsraten und kurzen Datenlaufzeiten (Latenz) auch bei ihren Mittelklassemodellen auf dem Markt gebracht haben, unterstützt das Pixel 4a zunächst nur die 4. Mobilfunk-Generation (LTE).

Allerdings hat Google mit der Vorstellung des Pixel 4a auch eine 5G-Variante «für den Herbst» angekündigt. Es ist ein wenig größer als das 4a ohne 5G und wird mit 499 Euro spürbar teurer. Wegen der Mehrwertsteuer-Absenkung wird das Pixel 4a statt des Listenpreises von 349 Euro für 340,20 Euro zu haben sein. Im Herbst soll es auch ein neues Flagschiff-Smartphone, das Pixel 5, mit 5G geben. Das wird sich preislich aber in anderen Regionen bewegen als das 4a.

Beim Pixel 4a steht nur ein schwarzes Gehäuse zur Auswahl, während das Pixel 4 auch in weiß zu haben war. Auch hier haben sich die Folgen der Corona-Pandemie bemerkbar gemacht, die noch immer die Lieferketten in der Smartphone-Industrie spürbar stören.

© dpa-infocom, dpa:200803-99-25439/3

Veröffentlicht am:
03. 08. 2020
17:08 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
03. 08. 2020
17:08 Uhr



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