Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

 

So läuft die offizielle Corona-Warn-App auf Ihrem Handy

Die Überprüfung durch Apple und Google hat die Corona-Warn-App des Bundes bereits bestanden. Von Dienstag an soll man sie auch herunterladen und verwenden können. Was sollten Anwender dazu wissen?



Das Logo der Corona-Warn-App in der Entwicklerversion
Von Dienstag an soll die Corona-Warn-App des Bundes in Deutschland verfügbar sein.   Foto: Michael Kappeler/dpa/dpa-tmn » zu den Bildern

Auf der Corona-Warn-App ruhen große Hoffnungen im Kampf gegen die Pandemie. Die App hilft zwar nicht dabei, eine Ansteckung zu verhindern. Sie kann aber dazu beitragen, dass Menschen nachträglich über risikoreiche Begegnungen informiert werden. Nutzern stellen sich nun viele Fragen - auch zum täglichen Umgang mit der App und dazu, wie sie das Angebot auf ihren Endgeräten anwenden sollten.

Wo kann man die offizielle App herunterladen - und wie verhindere ich, auf eine Fake-App hereinzufallen?

Die Corona-Warn-App des Bundes hat eine eigene Homepage (www.coronawarn.app), über die auch die Links zum Download der Versionen für iOS (iPhone) und Android bereitgestellt werden. Wenn man danach sucht, muss man den Begriff «Corona-Warn-App» eingeben, nicht «Covid-19» oder andere Suchworte. Startpunkt für eine Suche nach der offiziellen App kann auch die Homepage der Bundesregierung sein (www.corona-warn-app.de). Pro Land gibt es nur eine offizielle Corona-Warn-App.

Auf welchen Geräten wird die App laufen?

Die App setzt auf einem Konzept von Apple und Google auf. Daher müssen die Geräte in der Lage sein, diese Programmschnittstellen zur Verfügung zu stellen. Beim iPhone funktioniert das ab dem aktuellen iOS 13.5. Das gibt es für Geräte ab dem iPhone 6s. Ein iPhone 6, 5S, 5 oder ein älteres Modell reicht nicht aus. Bei Android-Handys muss Bluetooth LE unterstützt werden. Außerdem muss Android 6 oder eine neuere Version laufen, und es müssen die Google Play Services aktiviert sein, weil der Konzern die Schnittstellen nicht über Android zu Verfügung stellt, sondern über diese Google-Dienste.

Die neuen Android-Geräte von Huawei wie das P40 haben diese Google-Dienste nicht. Läuft die App dort trotzdem?

Huawei will die App mit nachgebauten Google-Diensten auf seinen neuesten Android-Smartphones zum Laufen bringen. Laut Huawei müssen die entsprechenden Huawei-Dienste (HMS Core) auf die Version 4.1.0.301 aktualisiert werden. Nicht laufen wird die App dagegen auf Google-freien Android-Versionen wie LineageOS oder /e/.

Wie funktioniert die App?

Die App setzt auf die Funktechnik Bluetooth, mit der man sonst drahtlose Lautsprecher, Tastaturen oder andere Geräte ansteuert. Sie funkt je nach Smartphone-Modell im Abstand von zweieinhalb bis fünf Minuten eine anonymisierte Identifikationsnummer 16 Mal in die nähere Umgebung. Zugleich lauscht das Telefon, ob es Bluetooth-Signale von Anderen empfangen kann. Halten sich Nutzer, die beide die App laufen haben, nebeneinander auf, tauschen die Smartphones ihre IDs aus.

Achtung: Im Ausland funktioniert die App zurzeit noch nicht. Und auch ausländische Gäste, die sich in Deutschland aufhalten, können die App ohne ein deutsches Konto bei Google beziehungsweise Apple aktuell weder installieren noch nutzen.

Saugt die ständige Funkerei nicht den Akku schnell leer?

Die Entwickler sagen, dass die App nicht viel Strom zieht und nur einen winzigen Bruchteil der Akkukapazität in Anspruch nimmt. Problematischer als die Corona-Warn-App könnten die vielen anderen Apps sein, die ebenfalls auf einem typischen Smartphone installiert sind. Wenn andere Anwendungen zusammen mit der Corona-Warn-App aus dem Ruhezustand aufwachen - zum Beispiel Social-Media-Clients oder E-Mail-Programme -, dann kann das schon die Laufzeit des Smartphones verkürzen. Das ist auch der Hauptgrund dafür, dass die App nicht ständig funkt, sondern nur alle zweieinhalb bis fünf Minuten.

Wie erfährt man, dass man sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten hat?

Wer positiv auf Covid-19 getestet wurde, kann diesen Status selbst in die App eintragen. Um einen Missbrauch zu verhindern, muss dieser Status aber offiziell bestätigt werden. Das geschieht zum einen über einen QR-Code, den man vom Testlabor erhält. Alternativ kann man auch eine TAN - also eine Transaktionsnummer - eingeben, die man von einer Telefon-Hotline bekommt, da nicht alle Labore in der Lage sind, QR-Codes zu generieren. Im Infektionsfall erhalten die betroffenen App-Kontakte dann einen Hinweis, dass sie sich testen lassen sollen.

Gefährdet die App nicht die Privatsphäre der Anwender?

Datenschützer loben inzwischen die App, nachdem es an ersten Konzepten noch heftige Kritik gehagelt hat. Bei der App und den dazugehörigen Diensten werden nun nicht die wahren Identitäten der Anwender ausgetauscht, sondern nur anonymisierte IDs, die sich mehrfach in der Stunde ändern. Die Kontaktdaten werden auch nicht zentral gespeichert - wie zu Beginn vorgesehen -, sondern dezentral auf den jeweiligen Smartphones. Nur die Liste der anonymisierten IDs der Infizierten wird auf einem zentralen Server vorgehalten, der Abgleich findet ausschließlich auf den einzelnen Smartphones statt.

Wo lade ich die Corona-Warn-App herunter?

Die Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts ist in den App Stores von Google und Apple nun verfügbar. Der sicherste Weg zum Download führt dabei über die Webseite www. coronawarn.app.

Wer die Seite aufruft, findet am unteren Bildschirmrand direkte Links zu Google und Apple - und lädt so garantiert das richtige Programm.

Wer die App lieber direkt in den jeweiligen Stores sucht, sollte auf den korrekten Namen bei seiner Suche achten - anderenfalls wird er je nach Plattform eventuell auf ganz andere Apps geleitet. Sicher zum Ziel führt die genaue Suche nach dem Begriff «corona-warn-app». Bei anderen Begriffen wie zum Beispiel «coronavirus app rki» kann es dagegen passieren, dass man nicht bei der richtigen App landet.

Wirkt sich der erhöhte Datenverkehr auf die Mobilfunkkosten aus?

Die Mobilfunk-Betreiber in Deutschland werden ihren Kunden keinen Datenverkehr berechnen, der durch die neue Corona-Warn-App entsteht. Das kündigte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom AG, Timotheus Höttges, nun bei der Vorstellung der Tracing-App in Berlin an. Dieses «Zero Rating» werde nicht nur von der Telekom, sondern von allen Providern praktiziert.

Darf ein Arbeitgeber den Einsatz der App für seine Beschäftigten anordnen?

Eine solche Frage hätte eigentlich im Arbeitsvertrag geregelt werden müssen, wird dort aber meist nicht erwähnt. In vielen Fällen wird der Arbeitgeber daher trotz seiner Fürsorgepflicht gegenüber Arbeitnehmern und Kunden dies nicht anordnen können. Manche Juristen meinen aber, dass dies bei reinen Diensthandys und häufigen Kontakten mit Kolleginnen, Kollegen und Kunden durchaus angeordnet werden kann.

Wie viele Menschen müssen die App nutzen, damit der gewünschte Effekt eintritt?

In Berichten zur Corona-Warn-App heißt es immer wieder, dass der volle Effekt erst erreicht wird, wenn sich 60 Prozent der Bevölkerung oder mehr beteiligen. Diese Zahl stammt aus einer wissenschaftlichen Studie aus Oxford. Die Forscher sagen aber auch, dass die Zahl der Infektionen und Todesfälle auch dann sinkt, wenn die Anwendungsquote geringer ist.

Kann die App das Tragen von Atemmasken und das Einhalten von Abstandregeln ersetzen?

Nein. Die App kann nur dazu beitragen, Infektionsketten schneller zu erkennen. Wer sich und andere vor Infektionen schützen will, sollte auch mit der App im Handy genug Abstand wahren und eine Maske tragen.

Veröffentlicht am:
16. 06. 2020
14:08 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Anonymisierung Apple Datenschützer Deutsche Telekom AG Google Huawei Infektionsfälle Infektionskrankheiten Jens Spahn Mobile Apps Mobilfunkkosten Mobiltelefone Robert-Koch-Institut Smartphones Timotheus Höttges Universität Oxford iOS iPhone
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Corona-Warn-App

19.06.2020

Was Sie bei der Corona-Warn-App beachten müssen

Nach der Vorstellung haben innerhalb weniger Tage über zehn Millionen Menschen die offizielle Corona-Warn-App installiert. Mit dem Betrieb der Tracing-App tauchen neue Fragen auf. » mehr

Smartphone entsorgen

25.08.2020

Unterwegs mit dem alten Smartphone

Viele wollen immer das neueste Smartphone. Das alte muss dann aber nicht versauern, sondern kann unterwegs noch gute Dienste für alles Mögliche und Unmögliche leisten - nur nicht als Parkscheibe. » mehr

Gebrauchtes Smartphone

21.07.2020

Auf der Jagd nach dem Smartphone-Schnäppchen

Wer sich ein Smartphone anschaffen möchte, muss nicht unbedingt zu Neuware greifen. Aber lohnt sich ein Gebrauchtkauf? Und wo findet man die besten Angebote? » mehr

Google: Neues Android 11 steht als Beta-Version bereit

11.06.2020

Neues Android 11 steht als Beta-Version bereit

5G-Mobilfunknetze sind kein Problem. Und auch Klapp-Displays werden unterstützt. Doch was hat das neue Android 11 an neuen Funktionen zu bieten? Das können nun erste Nutzer selbst testen. » mehr

Selfie

23.06.2020

Fairphone mit datenschutzfreundlichem Betriebssystem

Fairphones zeichnen sich etwa durch konfliktfrei gehandelte Metalle oder recycelten Kunststoff aus. Und nun gibt es auch eines mit extra datenschutzfreundlichem Betriebssystem. Was steckt dahinter? » mehr

Family Link

20.08.2020

Auf Entdeckungstour durch Android 10

Android 10 strotzt nur so vor Funktionen. Viel Spannendes und Nützliches ist jedoch mehr oder weniger versteckt. Wie lässt sich noch mehr aus dem Smartphone rausholen? » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
16. 06. 2020
14:08 Uhr



^