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Apple Airpods Pro im Test

Mit seinen Airpods-Ohrhörern hat Apple drahtlose Ohrstöpsel salonfähig gemacht. Jetzt kommt die Weiterentwicklung: Die Airpods Pro können auch Umgebungsgeräusche ausschalten.



Haartrockner oder Zahnbürste
Das Design der Original-Airpods (r) wurde von machem Spaßvogel noch mit einem Zahnbürstenaufsatz verglichen. Die Airpods Pro (l) erinnern eher an einen Haartrockner.   Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn » zu den Bildern

Apples Airpods gehören zu den populärsten Ohrhörern mit Bluetooth. Nach drei Jahren gibt es nun die verbesserte Pro-Version mit aktiver Geräuschunterdrückung. Und weil die Airpods nicht in allen Ohren halten, bekommt das Modell mit dem Namenszusatz «Pro» auch eine neue Bauform.

Ein austauschbarer Silikonstopfen sorgt nun für festen Sitz. Die ersten Airpods kamen noch ohne aus und hingen deswegen in manchem Ohr recht locker herum. Für die Geräuschunterdrückung muss der Gehörgang laut Apple nun aber abgedichtet sein.

Den Unterschied hört man sofort. Denn ein Nebeneffekt der besseren Isolierung ist ein kräftigerer Bass. Was fehlt, ist das, was sonst bei Ohrstöpseln häufig vorkommt: ein Druckgefühl oder die Wahrnehmung, eingeschlossen zu sein und die eigenen Schritte oder den eigenen Atem zu hören. Die Airpods Pro wollen genau das mit Belüftungs-Öffnungen verhindern. Und tatsächlich: Es klappt.

Hörtest ermittelt richtige Größe

Weil jedes Ohrenpaar nach wie vor einzigartig ist, gibt es die Silikonstopfen in drei verschiedenen Größen. Welche die richtige ist, ermittelt ein Hörtest. Jeder Airpod Pro hat zwei Mikrofone, eins sitzt mitten im Ohr, das andere außen. Bei dem Test wird mit ihrer Hilfe festgestellt, ob der Sound im Ohrkanal bleibt.

Beim Wechsel erfordert zumindest das Abziehen der doch ziemlich fest am Ohrhörer sitzenden Kappen einiges Geschick. Ersatz-Kappen bekommt man bei Apple für wenige Euro.

Sichtbarster Unterschied zu normalen Airpods ist die Bauform: Wurden die Airpods einst zum Start vor drei Jahren von Spaßvögeln mit Aufsätzen elektrischer Zahnbürsten verglichen, so erinnern die Pros eher an winzige Haartrockner. Und die charakteristische Stange - sie ragt aus dem Ohr heraus - ist nun deutlich kürzer.

Null Punkte auf dem Reparatur-Index

Damit einher geht, dass das Akku-Gehäuse zum Aufladen nun breiter und flacher ist. Es kann sowohl per Lightning-Kabel als auch drahtlos auf einem Pad des Qi-Standards aufgeladen werden.

Was sich im Vergleich zu den Original-Airpods nicht geändert hat: Reparieren lassen sie sich nach wie vor nur schlecht bis gar nicht. Die Reparatur-Website «ifixit.com» gibt 0 von 10 möglichen Punkten. Funktionieren sie nicht mehr, werden sie ausgetauscht. Die Erfahrung mit dem ersten Airpods-Modell zeigt: Nach etwas mehr als zwei Jahren nimmt die Batterieleistung ab.

Zur Steuerung muss man bei den neuen Ohrhörern eine Stelle an den «Haartrockner-Griffen» zusammenpressen, statt wie bisher auf die Airpods zu klopfen. Sie reagieren auf den Druck mit einem Klick-Geräusch. Kurze Klicks bringen die übliche Start/Stopp- beziehungsweise Vorwärts/Rückwärts-Funktion. Mit einem langen Druck kann man den «Transparenz»-Modus einschalten, der Umgebungslärm durch die Geräuschunterdrückung hindurch lässt.

Tschüss Pendler-Lärm: Geräuschunterdrückung wirkt

Das ist dann nützlich, wenn man einige Umgebungsgeräusche noch hören will - zum Beispiel Ansagen am Bahnsteig oder Verkehrsgeräusche. Ist die aktive Unterdrückung aktiviert, herrscht nämlich tatsächlich Stille. Erstaunlich, gerade wenn man bedenkt, dass es sich hier «nur» um Ohrhörer ohne die Abschirmwirkung großer Ohrenschalen handelt.

Verkehrslärm, Zuggeräusche oder das Gerumpel im U-Bahn-Tunnel blenden die Pros ziemlich gut aus. Auch im Flugzeug verschwinden Dröhnen und Turbinengeräusche im Hintergrund. Apple zufolge werden die Signale der Mikrofone dafür bis zu 200 Mal pro Sekunde abgestimmt.

Bis zu 4,5 Stunden sollen die Mini-Stöpsel laut Apple mit aktiver Geräuschunterdrückung Musik abspielen und Benachrichtigungen vom Telefon vorlesen, ohne Lärm-Schutzschild bis zu 30 Minuten länger. Mit Aufladebox sollen rund 24 Stunden Betrieb möglich sein. Das entspricht im Grunde der Batterieleistung der Original-Airpods.

Wie sich die Pro-Pods im Vergleich zur Konkurrenz schlagen, wird sich zeigen. Frische Konkurrenzmodelle kabelloser Ohrhörer mit «Active Noise Cancelling» von Amazon und Huawei, mit denen sich die Airpods Pro messen könnten, müssen in Deutschland erst auf den Markt kommen.

Fazit: Ausgewogener Sound, aktuelles iOS nötig

Die Pros bieten typischen Airpods-Sound, ausgewogen und detailreich. Teurere große Kopfhörer haben unter Umständen mehr Klang. Doch als kleine Ohrstecker müssen sich die Neuen auch davor nicht verstecken.

Ein Vorteil der Geräuschunterdrückung ist, dass man draußen die Lautstärke nicht mehr so hochschrauben muss, um auch die leiseren Passagen zu hören. Zugleich müssen Nutzer im Alltag aufmerksamer sein: Fahrräder oder Autos sind jetzt nicht mehr so leicht zu hören.

Die Pros sind das teuerste Modell in der Airpods-Palette mit 279 Euro. Wer sie mit seinem iOS-Gerät verbinden will, braucht die aktuelle Version, momentan iOS 13.2. Im Programm bleiben auch die klassischen Airpods mit Drahtlos-Ladecase für 249 Euro und die mit dem ursprünglichen Gehäuse zum Aufladen per Kabel für 179 Euro.

Veröffentlicht am:
05. 11. 2019
09:52 Uhr

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dpa

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05. 11. 2019
09:52 Uhr



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