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Das Asus Zenfone 6 bietet Motorkamera und Riesen-Akku

Wo steckt die Frontkamera? Diese Frage stellt man sich aktuell bei Android-Neuvorstellungen geradezu reflexhaft. Das neue Zenfone 6 von Asus kommt ganz ohne Selfie-Knipse aus. Auf schicke Selbstporträts müssen Nutzer aber dennoch nicht verzichten.



Hingucker
Die optisch wohl auffälligste Besonderheit des Asus Zenfone 6 ist die elektrisch verstellbare Kamera.   Foto: Florian Schuh/dpa-tmn » zu den Bildern

Was, Asus macht auch Smartphones? Der taiwanische Hersteller ist in Deutschland eher für Computer bekannt. Doch seit Jahren erreichen auch immer wieder recht innovative Smartphones den deutschen Markt - freilich nicht in den Stückzahlen der großen Namen aus den USA, Südkorea oder China.

Der letzte Asus-Streich: Das Zenfone 6. Für ihr neues Spitzenmodell verlangen die Taiwaner Preise ab 500 Euro aufwärts. Das 6,4-Zoll-Gerät ist auf den ersten Blick ein ziemlicher Brocken. 190 Gramm bringt das Android-Smartphone auf die Waage - und offenbar fehlt die Frontkamera.

Auf Selfies muss aber niemand verzichten. Denn die Zenfone-Hauptkamera, ein Gespann aus einer 48- und einer 13-Megapixel-Kamera, rotiert auf Knopfdruck um 180 Grad und wird so zur Frontkamera. Nebeneffekt der sogenannten Flip Camera: Das Display ist bis auf einen schmalen Streifen am unteren Ende nahezu randlos.

Die Klapp-Kamera wirkt solide

Die rotierende Kamera des Zenfone 6 ist mehr als nur ein Spielzeug für Selfies. Vom Einsparungsaspekt einmal abgesehen, wird die Flip Camera sinnvoll eingesetzt. Zum Beispiel für 180-Grad-Panoramen. Endlich muss man das Telefon nicht mehr selbst mit wackelnden Händen schwenken, sondern überlässt dem Motor die Arbeit.

Im Freihandmodus lassen sich so mit dem Zenfone aber auch ganz komfortabel ungewöhnliche Positionen einstellen - indem man einfach die Kamera mit den Lautstärketasten in den gewünschten Winkel fährt. Im Alltag macht die Konstruktion einen ziemlich haltbaren Eindruck.

Bei Gegendruck schaltet sich der Motor ab, fällt das Telefon herunter, fährt die Flip Camera automatisch zurück und wird verriegelt. Wie viele Jahre Dauernutzung drin sind, wird sich zeigen sehen. Asus verspricht jedenfalls 100.000 Flips.

Gute Fotoqualität

Mit dem verbauten 48-Megapixel-Sensor und reichlich Software gelingen die meisten Fotos erfreulich gut. Im Normalbetrieb werden jeweils vier Pixel zu einem zusammengerechnet. Das fertige Foto wird dann mit 12 Megapixeln (MP) ausgespielt. So sollen mehr Details, mehr Licht und weniger Rauschen im Bild landen.

Wer möchte, kann aber auch Fotos mit 48 MP aufnehmen. Eine eigene Zoomlinse wie bei Samsungs Galaxy S10, dem OnePlus 7 Pro oder Huaweis P30 Pro gibt es nicht. Dafür aber eine zweifache Vergrößerung ohne erkennbare Qualitätseinbußen.

Neben der Hauptkamera gibt es noch eine Weitwinkelkamera mit 13 Megapixeln und 125 Grad Aufnahmebereich - eine sinnvolle Ergänzung nicht nur für Gruppenselfies. Die für Weitwinkel typische Verzeichnung, also gebogene Linien und Verzerrungen am Rande rechnet die Software des Zenfone 6 größtenteils einfach heraus.

Mehr eigene Einstellungen als bei Android

Als Betriebssystem nutzt Asus Googles Android 9 in einer leicht abgewandelten Version namens ZenUI 6. Auch die kommenden Android-Versionen Q und R soll das Zenfone laut Asus erhalten.

ZenUI 6 kommt angenehm puristisch daher und erinnert an Googles eigene reduzierte Android-Oberfläche. Dazu gibt es aber reichlich eigene Einstellungen, einen Dunkelmodus, einen «Nicht stören»-Modus für Spiele oder die Möglichkeit, Apps wie Instagram, Facebook, Whatsapp oder Twitter mit mehr als einem Konto zu betreiben.

Im Alltag zeigt sich das Zenfone 6 anderen aktuellen Top-Smartphones ebenbürtig. Der Snapdragon-Prozessor 855 hat genug Leistung für Spiele, Videos und Augmented-Reality-Anwendungen. Bis zu 8 Gigabyte (GB) Arbeits- und bis zu 256 GB Festspeicher kommen hinzu.

Und dann ist da noch der Akku, der gefühlt ewig hält. Kein Wunder: 5000 Milliamperestunden (mAh) fasst der Energiespeicher. Damit kommt man locker über den Tag und manchmal auch noch über den nächsten. Per Schnellladung gibt es binnen einer Stunde genug Strom für einen Tag, drahtloses Laden ist leider nicht möglich.

Fazit: Interessantes Konzept

Zwei Kameras reichen einfach aus. Dank des Schwenkmechanismus muss man sich nicht mehr mit einer vielleicht qualitativ schlechteren Selfiekamera zufriedengeben, sondern schießt einfach alle Bilder mit der besser ausgestatteten Hauptkamera. Sollte sich die Flip Camera als dauerhaft haltbar erweisen, dürften sie bald auch andere Hersteller aufgreifen.

Ansonsten ist das Zenfone 6 ein mit zeitgemäßer Hardware ausgestattetes Smartphone zu einem vergleichsweise günstigen Preis. Ab rund 500 Euro geht es mit 6 GB Arbeits- und 64 GB Festspeicher los, 6 beziehungsweise 128 GB kosten 560 Euro. Später soll es für 600 Euro noch 8 und 256 GB geben.

Veröffentlicht am:
25. 06. 2019
05:07 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
25. 06. 2019
05:07 Uhr



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