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Wie man selbst Podcasts produziert

Podcasts sind vielfältig und voll im Trend. Mit überschaubarem Aufwand kann jeder sogar mit seinem eigenen Podcast mitmischen. Und wem es gelingt, Nischen zu besetzen, kann sogar richtig erfolgreich werden.



Podcast-Produktion
Achtung, Aufnahme! Mit kostenlosen Programmen wie Reaper oder Audacity lässt sich der eigene Podcast produzieren.   Foto: Robert Günther » zu den Bildern

Audio ist angesagt. Laut einer Bitkom-Studie hört knapp jeder Fünfte hierzulande (22 Prozent) regelmäßig Podcasts. Die Formate reichen von mehrstündigen Interviews bis hin zu kurzen Infostücken. Etabliert haben sich aber vor allem Talkformate.

Viele Podcast-Plattformen

Die meisten Podcasts finden sich derzeit bei iTunes, sagt Luca Caracciolo, Chefredakteur des Digitalmagazins «t3n». Das liege auch daran, dass Apple mit dem Format bereits vor mehr als zehn Jahren begonnen und es erst wirklich groß gemacht habe. Ansonsten hätten auch Streamingdienste wie Spotify oder Deezer, aber auch Amazons Hörspieldienst Audible nennenswerte Angebote. Im kleineren Stil würden aber auch Soundcloud und Youtube als Podcast-Plattformen genutzt. Gehört werden Podcasts fast ausschließlich über die entsprechenden Apps auf dem Smartphone.

Was aber macht nun einen guten Podcast aus? «Ein Podcast braucht ein klares Konzept, das für den Nutzer nachvollziehbar ist», meint Christian Bollert, Geschäftsführer des Internetradios «Detektor.fm». Das heißt: Podcasts sollten eine feste Erscheinungsweise und Dauer haben. Einmal die Woche oder einmal im Monat sei ideal. Zudem brauche das Format eine Wiedererkennbarkeit, im Idealfall feste Moderatoren und ein klares Thema. «Es gilt das Lob der Nische», sagt Bollert. «Je generalistischer das Thema, desto schwieriger.» Auch ein Erzählfaden über mehrere Episoden hinweg sei zur Hörerbindung sinnvoll.

Nischenthemen mit Erfolgsaussichten

Das Podcast-Angebot differenziert sich immer weiter aus und orientiert sich inzwischen auch in Richtung serielle Produktion und Hörspiele. «In den USA sind fiktionale Serienpodcasts schon sehr gefragt», erklärt Bollert. Auch journalistische Formate könnten vom Podcast-Hype profitieren. Gerade aufwendige Features bekämen durch Podcast-Apps und die freie Abrufbarkeit wieder mehr Aufmerksamkeit.

Eine große Zukunft sagt Luca Caracciolo vor allem spezialisierten Podcasts voraus. Gerade Bereiche wie Wissenschaft oder Technik funktionierten schon jetzt gut. Und mit ein wenig Glück kann es gelingen, eine unbesetzte Nische mit dem eigenen Podcast zu füllen.

Podcast-Equipment muss nicht teuer sein

Handwerklich kommt es vor allem auf einen sauberen Klang an. Dafür ist ein Tonstudio ideal, aber nicht zwingend nötig. «Gerade bei reinen Gesprächsformaten kann ein kleiner, möblierter Raum schon reichen - am besten mit Teppich, um Hall zu verhindern», sagt Elias Emken, Podcast-Bereichsleiter beim Hörspielverlag Lauscherlounge.

Zum Aufnehmen reicht im Prinzip schon das Smartphone plus Mikrofon. Günstige USB-Mikrofone gibt es bereits für etwa 50 Euro, qualitativ hochwertigere Modelle liegen bei mindestens 100 Euro.

Wer am Rechner aufnehmen und produzieren möchte, braucht eine Aufnahme- und Schnittsoftware. Für viele Produktionen reichen kostenlose Programme wie Reaper oder Audacity. Apple-Nutzer können mit dem mitgelieferten Programm Garageband ihren Podcast aufnehmen und schneiden. «Inzwischen gibt es auch Kombinationen aus Aufnahmegerät und Software speziell für Podcaster», sagt Elias Emken. Solche Lösungen kosten gut 200 Euro.

So landet der eigene Podcast im Netz

Essenziell ist zudem das Hosting des Podcasts. Dabei geht es um den Server, auf dem der Podcast liegt. Der wohl größte und bekannteste Dienst dafür ist Podigee. Die Kosten dort variieren nach der hochgeladenen Datenmenge. Ähnlich verhält es sich bei Libsyn oder Podcaster.de.

Es ist aber auch möglich, Podcasts auf Seiten bereitzustellen, die mit der kostenlosen Blog-Software Wordpress gebaut worden sind. Dafür sind spezielle Plug-Ins verfügbar, die ebenfalls gratis angeboten werden. Auch Soundcloud fungiert als Hosting-Anbieter und verlangt bis zu einer bestimmten Upload-Grenze kein Geld.

Die Hosting-Anbieter erzeugen letztlich einen sogenannten RSS-Feed der Podcasts. Den kann man als Produzent dann relativ unkompliziert bei iTunes & Co eintragen lassen. Alternativ kann man seine Episoden auch kostenlos bei Youtube hochladen.

Veröffentlicht am:
23. 04. 2019
14:58 Uhr

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dpa

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23. 04. 2019
14:58 Uhr



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