Topthemen: Der NSU-ProzessMobilität und EnergieGebietsreformFußball-Tabellen

 

E-Mail-Adressen sinnvoll nutzen

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist heute fast überall gefordert oder zumindest erwünscht. Doch wer den Begehrlichkeiten stets nachkommt, hat mit den Folgen zu kämpfen: Spam und ein überquellendes Postfach. Was tun?



Wegwerf-Adressen
Bei jedem Senden gibt man seine Mailadresse preis. Wer inkognito irgendwo anfragen oder sich registrieren möchte, ist mit Wegwerf-Adressen gut beraten. Foto: Andrea Warnecke   Foto: dpa

Mehrere E-Mail-Adressen und jede für einen ganz spezifischen Zweck: Das ist ein empfehlenswerter und vorteilhafter Gegenentwurf zur verbreiteten Ein-Adressen-Politik, sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Das gelte auch dann noch, wenn man den größeren logistischen Aufwand in die Gesamtschau einbezieht: «Ich muss für alle E-Mail-Adressen die Passwörter verwalten, die Accounts regelmäßig abrufen und prüfen, dass ich von der richtigen E-Mail-Adresse antworte.» Letztlich gehe es deshalb bei der Frage, ob man ein oder mehrere Konten nutzt, um die Entscheidung zwischen Sicherheit und Bequemlichkeit.

Wer mehrere Konten hat, sollte die Möglichkeiten verschiedener Posteingangsordner nutzen, die die meisten E-Mail-Clients und Webmailer bieten. Denn die können die Mails oft vorsortieren, was wiederum Zeit erspart, erläutert der IT-Experte Thorsten Jekel. Teils kann man sogar festlegen, dass Mails in definierten Unterordnern nach einer festgelegten Anzahl von Tagen automatisch gelöscht werden. Spam-Mails, die nicht automatisch im entsprechenden Ordner landen, sollte man nachträglich als Spam markieren, damit die Filter dazulernen.

Es gibt auch noch Anbieter von E-Mail-Adressen zum Wegwerfen , die nach einmaliger Nutzung oder kurzer Nutzungszeit automatisch deaktiviert werden, weiß Jekel: «Das ist besonders praktisch, wenn sie Informationen abrufen, aber keine Spam-E-Mails erhalten wollen.» Auch für einmalige Registrierungen können Wegwerfadressen genutzt werden.

Tim Griese vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gibt zu bedenken, dass E-Mail-Adressen oft auch als Benutzernamen für die Zugänge zu allen möglichen Internetdiensten verwendet werden. «Der Username ist jedoch ziemlich häufig schlicht die E-Mail-Adresse, und nicht jeder Onlinehändler oder jeder Forenanbieter geht sorgsam mit diesen Daten um», warnt Griese. Daher könne es die Sicherheit erhöhen, diverse E-Mail-Adressen zu nutzen.

Wer Spam im Postfach vermeiden oder zumindest minimieren möchte, sollte seine Adresse möglichst selten angeben, rät Griese. «Je häufiger man seine Adresse angibt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Adresse an Spammer gerät.» Dass die eigene E-Mail-Adresse bekannt wird, lasse sich aber eigentlich fast nicht verhindern. Da helfe es auch nicht, wenn man eine Adresse wie Mickymaus123 wählt, die keine Rückschlüsse auf den eigenen Namens zulässt: «Egal wie die Adresse lautet, man bekommt die Mail ja dann letzten Endes, da es ja der eigene Mail Account ist», sagt Griese.

Dennoch ergibt es manchmal Sinn, Adressen ohne Namensbezug zu nutzen, erklärt Verbraucherschützer Ralf Scherfling: «Wenn man an Gewinnspielen teilnimmt oder sich Newsletter zuschicken lässt, kann man schon unter dem Gesichtspunkt des Datenschutzes darüber nachdenken, eher allgemeine oder kryptische Namen wie abc123@xxx.de zu nutzen.» Bei geschäftlicher, offizieller oder freundschaftlicher Korrespondenz sei aber eine Klarnamen-Adresse oder zumindest eine Adresse mit Teilen des Namens darin angebracht.

Wichtiger als die Adresse sei aber im Zweifel das Passwort, sagt Griese. Hier komme es vor allem auf die Länge an: «Also je länger, desto besser.» Zudem sollten darin neben großen und kleinen Buchstaben auch Sonderzeichen und Zahlen vorkommen. Ein sicherer E-Mail-Account ist auch deshalb besonders wichtig, weil viele andere Dienste Bestätigungscodes oder Links schicken, etwa wenn es um das Zurücksetzen von Passwörtern geht. Außerdem sollte man die Regel «Ein Dienst, ein Passwort» beherzigen. Sonst bedeutet ein gehackter Account im Ernstfall, dass die Hacker auch Zugang zu allen anderen Diensten haben.

Wer erwägt, sich wegen der Spam-Belastung oder aus Gründen der Übersichtlichkeit von einer Adresse zu trennen, kann das Konto entweder ganz schließen oder es einfach nicht mehr aktiv nutzen. In keinem Fall sollte man vergessen, seine Kontakte über den Schritt zu informieren und eine neue Adresse mitzuteilen. Damit nichts schiefgeht, lohnt es sich, vom neuen Hauptkonto aus alle weiteren E-Mail-Konten «einzusammeln». Die meisten E-Mail-Postfächer bieten so eine Möglichkeit, erklärt Thorsten Jekel.

Veröffentlicht am:
19. 04. 2018
09:57 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik Passwörter Spam
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Windows 10

30.10.2018

Sieben Tipps für einen sicheren Windows-Rechner

Alle Geräte, die mit dem Internet verbunden sind, müssen sich vor Angriffen schützen. Gerade Windows-Rechnern wird oft eine besondere Anfälligkeit vorgeworfen. Doch zur Sicherheit müssen vor allem die Nutzer beitragen. » mehr

Das sichere Passwort

04.10.2018

So sehen sichere Passwörter aus

Ob E-Mail-Account, Foto-Cloud oder Online-Banking: Der Zugang zu sensiblen Daten übers Internet wird meist per Passwort geschützt. Doch nur, wenn es sicher ist, erfüllt es auch seinen Zweck. Um das zu erreichen, brauchen... » mehr

Scam-Mail

30.04.2018

Wie Scam-Mails erheblichen Schaden anrichten

Sie versprechen einen lukrativen Job oder werben um Spenden für einen kranken Verwandten: Betrügerische E-Mails gibt es in immer neuen Varianten. Wer sich darauf einlässt, hat nicht nur ein paar Euro weniger auf dem Kont... » mehr

Als Span markieren

12.10.2017

Anti-Spam-Strategie: Das hilft gegen den E-Mail-Müll

Werbung für fragwürdige Medikamente, dubiose Rechnungen oder Investment-Offerten: Manche E-Mails sind nicht nur nervig, sondern aufgrund versteckter Schadsoftware immer häufiger auch gefährlich. Doch Anwender können sich... » mehr

Sicheres Windows 10

02.01.2018

Fünf Tipps für ein sicheres Windows 10

Auf knapp einem Drittel aller Desktop-Rechner in Deutschland läuft Windows 10, auf einem guten weiteren Drittel sind andere Versionen von Windows installiert. Kein Wunder, dass Cyber-Kriminelle vor allem Microsoft-System... » mehr

Sicherheitsrisiko Log-in-Dienste

02.02.2017

Log-in-Dienste haben ihren Sicherheits-Preis

Anmelden mit nur einem Klick: Das versprechen Log-in-Dienste und halten es auch. Doch Nutzer bezahlen den Komfort oft mit Einbußen bei Privatsphäre und Datensicherheit. Wer die Dienste dennoch nutzen will, sollte einige ... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
19. 04. 2018
09:57 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".