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Online-Communitys abseits von Facebook

Früher waren Online-Foren der erste Platz zum digitalen Austausch mit Gleichgesinnten. Heute machen ihnen Facebook und Co. die Nutzer streitig. Doch ausgedient haben die Foren noch lange nicht.



Spielfiguren
Viele Nutzer mit dem gleichen Hobby machen eine Online-Community aus. Und die gibt es auch noch im Jahr 2018 jenseits der großen Netzwerke.   Foto: Franziska Gabbert

Mal eben die Inspiration für den Wohnzimmertisch Marke Eigenbau holen, Mitläufer für den nächsten Stadtmarathon finden oder über Erziehungstipps für den Hundenachwuchs diskutieren: Online-Communitys gibt es zuhauf. Und viele sind nach wie vor aktiv.

Online-Communitys als Diskussions-und Informationsmedium haben eine lange Tradition und hatten ihre Blütezeit Mitte der 1990er. Jeder mit einem PC und Internetanschluss konnte sich nach Registrierung in einem der zahlreichen Foren über beinahe jedes Thema austoben. Egal, ob Sport, Film, Fernsehen, Krankheiten - oder einfach nur, um Gleichgesinnte zu finden.

Und heute? Facebook ist der Platzhirsch bei den Mitgliederzahlen, doch die Foren-Szene lebt: «Online-Communitys sind nach wie vor angesagt», sagt Prof. Herbert Woratschek von der Universität Bayreuth. «Jedoch sind die Qualität der Angebote und die Mitgliederzahlen stark themenabhängig.» Zu den populärsten Community-Themen gehören Autos, Sport, Haustiere, Reisen und Kochen.

Einer der Gründe für die Beliebtheit von Facebook ist, dass mit nur einer Registrierung und Anmeldung viele Themeninhalte gleichzeitig und bequem per PC, Smartphone zur Verfügung stehen. Bei klassischen Foren müssen Benutzer ihre E-Mail-Adresse und Kontaktdaten für jedes neue Forum oder jede Community angeben.

Doch es gibt auch technische Gründe für die teils schrumpfende Beliebtheit: «Viele Communitys verschlafen die technischen Fortschritte wie Mobilfähigkeit sowie inhaltliche Trends und verschwinden dadurch langsam, aber sicher von der Bildfläche», so Marketing-Experte Woratschek.

Gegenüber den Social-Media-Platzhirschen punkten die Communitys mit mehr Tiefgang und Themenrelevanz. Auch hier wird eifrig diskutiert und kommentiert. Je nischiger das Thema, desto eher geht es im Forum zur Sache: «Wir merken ganz klar, dass hochspezialisierte Special-Interest-Themenseiten nach wie vor äußerst populär sind», sagt Woratschek.

Beliebt sind etwa Sportforen. Communitys wie sportiversum.de und spove.net können Sportlern dabei helfen, Trainingspartner oder Mannschaften in der Nähe zu finden. Body-Building, Laufsport, Fahrradfahren, Fußball oder Klettern, die Liste der vertretenen Sportarten ist lang. Die Plattformen unterscheiden sich vom Funktionsumfang deutlich. Wer in größeren Städten wohnt, hat bessere Chancen, fündig zu werden.

Äußerst beliebt sind auch Autothemen. Wer sich für Autos und Motorsport interessiert, findet etliche Tuning-Portale, Oldtimer-Liebhaber-Foren oder Reparatur-Selbsthilfeseiten. Die Community motorscene.de etwa vereint viele Motorsport-Themen unter einem Dach. Autofans können hier Profile für ihre Autos anlegen, einen Terminkalender pflegen und sich in zahllosen Unterforen austoben. Über den internen Kleinanzeigenmarkt lassen sich Gebote, Gesuche oder Tauschgeschäfte einstellen.

Auch Heimwerker und Bastler kommen in Communitys auf ihre Kosten. Individuelle Klamotten selber nähen, Möbel aus Europaletten zimmern oder den heimischen Balkon zum Gemüsebeet machen - alles gerade schwer angesagt. Wer bei Youtube DIY eingibt, bekommt mehr als 78 Millionen Ergebnisse gelistet. Doch auch abseits der populären Online-Videoplattform finden sich aktive Online-Foren. Zum Beispiel selbst.de, eine Seite für Hobby-Bastler.

«Unsere Community lebt, die Mitgliederzahlen wachsen, wenn auch die meisten Inhalte von wenigen Stammbesuchern generiert werden», erklärt Berno Delius vom Betreiber Bauer Xcel Media. Besonders beliebt im DIY-Bereich sind Möbel und Gartenprojekte. «Trotzdem spüren wir natürlich eine Abwanderung in Richtung Facebook, was aber auf Grund der regen Beteiligung im DIY-Forum nicht so ins Gewicht fällt.»

Auch Haustierhalter finden im Netz abseits von Facebook und Co Rat und Unterhaltung. Zum Beispiel auf der Seite zooclub.com, wo sie Profile für ihre Lieblinge anlegen können. Andere Nutzer können diese dann bewerten und kommentieren. Allerdings ist hier die Verschiebung zu Facebook sichtbar: Rund 100 000 Abonnenten hat die Seite von zooclub.com im Netzwerk, 13 000 tummeln sich direkt auf der Webseite.

Veröffentlicht am:
12. 04. 2018
04:29 Uhr

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dpa

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12. 04. 2018
04:29 Uhr



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