Lade Login-Box.
Topthemen: Südthüringen kocht 2020Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Was steckt hinter dem Sozialen Netzwerk Vero?

Werbefrei und ohne Algorithmen: Die Smartphone-App Vero will ein neuartiges Soziales Netzwerk sein. Dabei ist sie der Konkurrenz ähnlicher, als es auf den ersten Blick scheint.



Neue App «Vero»
Vero wird als Nachfolger der sozialen Netzwerke gehandelt. Tatsächlich bietet die Anwendung eine Art Mischung bisheriger Angebote, wie Facebook, Instagram und Twitter.   Foto: Kay Nietfeld

Das neue Facebook, das neue Twitter, das neue Instagram: Seit Tagen wird die Smartphone-App Vero als Nachfolger bekannte Sozialer Netzwerke gehandelt.

Tatsächlich kommt die Anwendung als eine Art Mischung bisheriger Angebote daher. Wirkliche Neuerungen bietet die App nach Einschätzung von Experten nicht. Ein Netzwerk ohne Werbung will Vero nach eigenen Angaben sein. Man wolle so vor allem junge Nutzer ansprechen, die sich durch Werbeeinblendungen belästigt fühlten, heißt es auf der Homepage des Unternehmens.

Noch ist die App zwar gratis, irgendwann aber sollen zahlende Abonnenten die Anwendung finanzieren. Als weitere Besonderheit wollen die Macher von Vero keinen Algorithmus einsetzen, der die Beiträge der Nutzer sortiert.

Ganz neu sind diese Aspekte allerdings nicht. «Die Besonderheiten von Vero sind eigentlich alles Dinge, die Facebook, WhatsApp oder Instagram früher auch hatten», sagt der Kölner Social-Media-Experte und Wirtschaftsjurist, Felix Beilharz. «Auch Facebook hat früher ohne Algorithmus funktioniert. Ab einer bestimmten Größe geht das aber nicht mehr, weil die User dann täglich Tausende Beiträge in ihrem Feed hätten», so Beilharz. Werbefrei seien auch Facebook, Twitter und Instagram zu Beginn gewesen.

Auch deshalb prognostiziert der Experte Vero keine lange Halbwertszeit. Die Anwendung sei schlicht zu ähnlich im Vergleich zur Konkurrenz: «Es kann daher gut sein, dass das in einem halben Jahr wieder vorbei ist.» Ähnlich erging es bereits Apps wie Ello vor rund zwei Jahren oder Mastodon im vergangenen Jahr.

Auch beim Thema Datenschutz weckt der Newcomer Bedenken. So verlangt Vero zur Anmeldung zwingend eine Telefonnummer - unter anderem um die Echtheit der Nutzer zu überprüfen, wie es heißt. «Es ist natürlich fragwürdig, ob das sinnvoll ist», sagt Karola Elbrecht, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale. Besonders ärgerlich sei es, dass man vor dem Herunterladen nicht darüber informiert werde.

In den vergangenen Tagen hatten einige Prominente und Influencer ihren Beitritt zu Vero verkündet - in Deutschland unter anderem der Sänger Casper und der Moderator Klaas Heufer-Umlauf mit seiner neuen Sendung «Late Night Berlin». Allerdings melden sich auf Twitter auch vermehrt Nutzer zu Wort, die sich schon wieder von Vero verabschieden. Unter dem Hashtag #deletevero (zu Deutsch: Vero löschen) posten viele ihre Absage an das gehypte Netzwerk - auch weil sie den Machern der App misstrauen.

Seit 2015 gibt es Vero. Hinter der App steht der umstrittene Milliardär Ayman Hariri , Sohn des ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafic Hariri. Aus Frustration mit den bisherigen Netzwerken habe er Vero damals gegründet, heißt es auf der Homepage des Unternehmens.

Veröffentlicht am:
28. 02. 2018
17:08 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Algorithmen App Facebook Instagram Klaas Heufer-Umlauf Konkurrenz Libanesische Premierminister Mobile Apps Twitter
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Mobile App TikTok

20.11.2019

Die Teenager-Welt von TikTok

Facebook ist nicht mehr angesagt. Kinder nutzen Youtube für Videos, Instagram für Fotos und WhatsApp für Nachrichten. In jüngster Zeit findet sich häufig noch eine weitere App auf den Smartphones der Mädchen und Jungen: ... » mehr

Homepage-Experten

17.10.2019

So baut man seine eigene Website

Netzpräsenz auf Facebook, Instagram oder Linkedin ist für viele Menschen normal. Mehr Freiheiten als die Accounts auf den sozialen Netzwerken bietet eine eigene Website. Wie gelingt die Einrichtung? » mehr

Selbstkontrolle mit Google

15.08.2019

So gewinnt man Abstand vom Smartphone

Spiele, Messaging, Fotos, Netzwerke: Der digitale Mensch verbringt viele Stunden seines Tages an Smartphone und Co. Für manchen ist sein Mobilgerät fast zur Sucht geworden. Doch es gibt ein Entkommen. » mehr

Foto von der Freundin

06.06.2019

Fotos posten ohne Post vom Anwalt

Ein Klick, und das Foto ist gemacht. Ein paar weitere, und es steht im Internet. Beim Umgang mit sozialen Medien verletzen Nutzer andauernd geltendes Recht. Wie lässt sich das vermeiden? » mehr

App hilft Stalking-Opfern

04.06.2019

Eine App hilft Stalking-Opfern

Die App funktioniert wie eine Art digitales Tagebuch. Um Stalking-Opfern die Dokumentation der Taten zu erleichtern, hat die Opferschutzorganisation Weisser Ring die App «No Stalk» entwickelt. » mehr

Bewertungen im Play Store

12.02.2019

Apps in die Schranken weisen

Der Download einer App geht schnell. Mit ein Paar Fingertipps ist das Programm auf dem Smartphone. Dabei werden die Berechtigungen, die eine App beansprucht, häufig ignoriert. Dies kann jedoch Folgen haben, vor allem wen... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
28. 02. 2018
17:08 Uhr



^