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Schnelles Internet: Welches Tempo für welche Anwender?

Eine Internetverbindung ist für viele so wichtig wie der Stromanschluss oder fließendes Wasser. Nicht zuletzt deshalb gibt es häufig Ärger um unzuverlässige Anschlüsse. Auch das Angebot an Geschwindigkeiten ist schwer überschaubar.



Der schnellste Weg ins Netz
Eine schnelle Leitung lassen sich die Internetanbieter auch gerne extra bezahlen. Foto: Florian Schuh/dpa   Foto: dpa

Schnell sein ist teuer: Das stimmt nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch bei Internetanbietern. Das Plus an Geschwindigkeit lassen sich die Unternehmen bei DSL und Kabel gerne extra bezahlen.

Es lohnt sich daher, bei der Suche nach dem passenden Vertrag zu überlegen, wofür man das Internet nutzt. Die Einheit, in denen die Geschwindigkeiten angegeben werden, ist Kilobit oder Megabit pro Sekunde: DSL 1000 verspricht, dass 1000 Kilobit oder ein Megabit (Mbit) aus dem Netz heruntergeladen werden können. Bei DSL 16 000 wären das 16 Megabit. Ein Foto mit einer Dateigröße von zwei Megabyte (MB) sollten sich Nutzer so rechnerisch innerhalb einer Sekunde ansehen können.

Mit der Entwicklung hin zu Video-Streaming in bester Bildqualität oder Online-Spielen verändern sich auch die Anforderungen. War vor Jahren die DSL 1000-Leitung der meistgebuchte Service der Telekom, ist es jetzt die 50 000er-Verbindung, teilt der Konzern mit. Und Vodafone berichtet, über 60 Prozent der Neukunden im Kabelnetz entschieden sich für Anschlüsse mit 200 Mbit und mehr.

«Video-Streaming setzt 3 bis 4 Megabit voraus», sagt Josef Reitberger, Chefredakteur des Technikmagazins «Chip». Für HD-Video seien mindestens 8 Mbit erforderlich. Anbieter wie Amazon oder Netflix setzen die Anforderungen niedriger an, aber Reitberger empfiehlt einen DSL-Tarif mit mindestens 16 Mbit. Denn zum einen würden die Inhalte oft per WLAN übertragen, was die Geschwindigkeit reduziere, zum anderen sei Das Streaming-Gerät meist nicht das einzige, das online ist. Mit steigender Bildqualität etwa für UHD-Inhalte erhöhe sich die Anforderung deutlich, so Reitberger.

Aber nicht jeder möchte Filme oder Serien streamen. Wer nur Mails abruft oder im Internet surft, kommt mit ein bis zwei Mbit aus, sagt Reitberger. Aber: «Vielen Seiten sieht man nicht an, wieviel an Daten dahintersteckt: Das kann dazu führen, dass Surfen keinen Spaß macht, weil sich die Seiten träge aufbauen oder Videos lange Ladezeiten haben». Für diese Anwender wären Tarife mit 6 MBit ausreichend, aber Reitberger empfiehlt eine Reserve: «Bei vielen Anbietern ist DSL 16 000 unwesentlich teurer als die 6000er-Leitung.» Preislich liegen die Tarife zwischen 25 und 30 Euro im Monat. Häufig sind unbegrenztes Surfen und Telefonieren ins deutsche Festnetz inklusive.

Bei Videotelefonie und dem Speichern von Daten in der Cloud sollten Verbraucher auf die Upload-Geschwindigkeit achten. Diese gibt an, wie schnell Datenpakete von Zuhause ins Netz geschickt werden. Anbieter werben allerdings meist mit den Download-Geschwindigkeiten. «Bei DSL 16 000 liegt der Upload bei gerade mal 1000 bis 2000 Kilobit. Da macht Videotelefonie keinen Spaß», sagt Reitberger. Er empfiehlt eher Upload-Geschwindigkeiten von drei Mbit. Da sich die Angebote immer auf die Download-Geschwindigkeit bezögen, bedeute das: DSL 32 000 sei das Minimum, empfehlenswert sei 50 000. Diese Angebote sind rund fünf bis zehn Euro teurer als DSL 16 000.

In Familien kommt oft alles zusammen: Der Sohn führt Videochats, die Tochter spielt Online-Games und die Mutter schaut sich eine Folge ihrer Lieblingsserie an. Das führt schnell zu Ruckeln und Aussetzern. «Wenn sich abzeichnet, dass mehrere Nutzer gleichzeitig ins Netz gehen, sollte man großzügig Reserven einplanen. Das heißt mindestens eine 50 000er, besser eine 100 000er Leitung», sagt Reitberger.

Ein Grund für die Reservenplanung: Die angepriesene Geschwindigkeit ist nicht unbedingt die Datenübertragungsrate, die am Ende beim Verbraucher ankommt. Die Bundesnetzagentur als zuständige Kontrollbehörde bietet auf ihrer Internetseite eine Breitbandmessung an. Um die Geschwindigkeit verlässlich zu kontrollieren, sollten mindestens 20 Messungen an mindestens zwei unterschiedlichen Tagen vorgenommen werden - und zwar über ein Netzwerkkabel, nicht per WLAN.

Die Hälfte der Nutzer erreiche mindestens 60 Prozent der zugesicherten Geschwindigkeit, heißt es von der Bundesnetzagentur. Sinnvoll sei es, sich mit den Messergebnissen zuerst an den Anbieter zu wenden. Dieser müsse Maßnahmen ergreifen, um die Geschwindigkeit zu erreichen. Helfe das nichts, könne man sich an die Behörde oder eine Verbraucherzentrale wenden.

Reitberger rät: «Ist der Anschluss dauerhaft halb so schnell wie vereinbart, sollte man die Zahlungen reduzieren und dann kündigen.» Das Problem mit dem Internettempo könnte aber auch dann nicht gelöst sein: Insbesondere auf dem Land gibt es nur wenige Alternativen.

Veröffentlicht am:
18. 01. 2018
04:52 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
18. 01. 2018
04:52 Uhr



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