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Datenumzug unter erschwerten Bedingungen

Wer sich einen neuen Computer anschafft und dabei auch das Betriebssystem wechselt, kann natürlich trotzdem nicht auf die ganzen alten Daten verzichten. Muss er auch nicht, sofern er ein paar Dinge beachtet.



Grafischer Migrationsassistent
Beim Umsteigen von Windows auf Mac hilft das Apple-Betriebssystem mit einem grafischen Migrationsassistenen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn   » zu den Bildern

Wenn neue Programme nicht richtig laufen wollen und Spiele nur noch ruckeln, ist oft die Zeit für einen neuen Rechner gekommen. Und manch einer wechselt dabei auch gleich das Betriebssystem. Sei es von einem alten Windows zum neuen Windows 10 oder zu einem Mac- oder Linux-System.

Oder auch in umgekehrter Richtung. Die alten Daten können dabei mit umziehen und weiter genutzt werden. Manchmal gibt es sogar Umzugshelfer. «Grundsätzlich kann man das, was man an Fotos, Videos, Texten und Musik auf seinem alten Rechner hat, einfach in entsprechende Ordner im neuen System kopieren, gegebenenfalls über eine externe Festplatte als Zwischenspeicher», erklärt Rainer Schuldt von der «Computerbild».

Etwas suchen, wenn es um die Speicherorte geht, müssen vielleicht diejenigen, die von einem alten Windows-System wie XP oder Vista zum neuen Windows 10 kommen. Denn da gibt es - wie schon seit Windows 7 - den Ordner «Dokumente und Einstellungen» nicht mehr. Jetzt ist alles nach Nutzern im Ordner «Benutzer» oder «Users» sortiert.

Während man die Daten mitnehmen kann, geht das mit den allermeisten Programmen nicht. Die müssen gegebenenfalls neu installiert werden. Aber auch da kann es Probleme geben. Denn dass die bisher genutzten und vielleicht gekauften Programme auch unter Windows 10 funktionieren, ist keineswegs sicher. Hier ist unter Umständen ein Update auf eine neue Programmversion erforderlich.

Für Geräte wie Drucker oder Scanner müssen eventuell Treiber nachinstalliert werden. Man muss dabei auch nicht unbedingt das akzeptieren, was Windows einem anbietet. Manche Hersteller halten auf ihren Seiten auch eigene Treiber und Software bereit, die deutlich mehr Komfort bieten.

Wer von Windows auf einen neuen Mac umzieht, hat es mit seinen Daten in jeder Hinsicht einfach. «Wenn es nur darum geht, Daten umzuziehen, dann kann man das per «Drag and Drop» und «Copy and Paste» machen», sagt Josef Reitberger vom «Chip»-Computermagazin. «Da kann ich etwa Office-Dateien einfach per Hand kopieren.»

Wer trotzdem gerne ein grafisches Hilfsmittel hat, der kann den Migrationsassistenten nutzen. Das ist ein Programm, das Teil des Mac-Betriebssystem ist und im Ordner Dienstprogramme liegt. Das fragt den Nutzer: «Haben Sie ein Windows-Betriebssystem und möchten sie mit ihren Daten umziehen?» Dann führt es einen durch alle Schritte, erkennt die Dateien und überträgt sie zum Mac. Wie man es auch macht: Daten kann man zum Mac mitnehmen, bei den Programmen geht das nicht.

Wenn man seine Filme, Musik, Texte, Fotos auf eine externe Festplatte kopiert, um sie weiter am Mac zu nutzen, muss man aber darauf achten, dass sie im Dateiformat exFAT formatiert wurde, erklärt Schuldt. Nur dann kann sie ohne Probleme sowohl von Windows als auch vom Mac genutzt werden. Das unter Windows oft gebräuchliche NTFS-Format erkennt der Mac ohne Zusatzprogramm nicht.

Bei einem Wechsel zu Linux müssen sich Nutzer zwar bei etlichen Dingen umstellen. Was die Speicherorte für Dateien angeht, dürften sie sich aber schnell zurechtfinden. Denn auch bei Linux gibt es eine auf den Nutzer ausgerichtete Verzeichnis-Struktur, erklärt Hans-Georg Eßer, vom «EasyLinux»-Fachmagazin. «Nur dass das Wurzelverzeichnis nicht Users, sondern Home heißt.» Und dann kann man eigentlich die Inhalte, die etwa im Verzeichnis «Users/Müller» bei Windows liegen, eins zu eins in «Home/Müller» bei Linux hineinkopieren.

Beim Kopieren der Daten muss man nur darauf achten, wie die Ordner heißen. Bei einer deutschen Sprachausgabe von Linux-Distributionen heißt es dann etwa Dokumente und nicht Documents. Wichtig ist auch, dass die Aktionen als normaler Benutzer und nicht als Administrator ausgeführt werden, damit man später als Nutzer auch einen leichten Zugriff auf die Daten hat, erklärt Eßer. «Das Problem bei einem Wechsel zu Linux ist aber eher, dass es ein paar Anwendungen aus der Windows-Welt bei Linux nicht gibt.» Und die Alternativen seien nicht zu 100 Prozent kompatibel. «Das ist dann oft das Ausschlusskriterium für die Nutzung von Linux.»

Aber egal in welche Richtung der Systemwechsel geht: Das Wichtigste vor jedem Datenumzug ist das Anfertigen eines Backups. Und zwar bevor man beginnt, die Daten von A nach B zu schieben. Wer ihn noch nicht besitzt, sollte sich spätestens jetzt einen externen Datenträger zur Datensicherung besorgen. In den meisten Fällen dürfte dass eine externe Festplatte mit USB-3.0.-Anschlus sein.

Veröffentlicht am:
07. 04. 2017
05:10 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
07. 04. 2017
05:10 Uhr



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