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Selbstnachfüller drucken günstiger

Ein Text hier, eine Kopie da, ein Foto zwischendurch - und plötzlich ist die Tinte alle. Druckerbesitzer stellen dann oft mit Entsetzen fest, dass neue Originalpatronen ein kleines Vermögen kosten können. Doch wer ein wenig Bastelei nicht scheut, kann kräftig sparen.



Nachfüllen mit Schutzhandschuhen
Schutzhandschuhe und Unterlage sind beim Nachfüllen empfehlenswert. Denn wer es zu gut meint, muss damit rechnen, dass wieder Farbe aus der Patrone zurückläuft. Foto: Franziska Gabbert   » zu den Bildern

Viele Drucker sind in der Anschaffung recht günstig, entpuppen sich aber als sündhaft teuer bei den Unterhaltskosten. Gerade dann, wenn man viel druckt. Denn Druckerpatronen neu kaufen geht schnell ins Geld.

Eine Spar-Alternative ist es, die Tintenpatronen selbst nachzufüllen oder nachfüllen zu lassen. Das Nachfüllen eines Druckkopfs mit fest verbundener Tintenpatrone geht recht einfach. «Oben den Aufkleber entfernen, darunter kommen ein paar Einfülllöcher zum Vorschein, über die auch der Hersteller die Patrone mit Tinte befüllt hat», erklärt Florian Rigotti vom Portal Druckerchannel.de . In die Löcher lässt sich Farbe spritzen.

Bei einer Schwarzpatrone gibt es kein Vertun. Bei kombinierten Farbpatronen mit drei Kammern für Blau, Rot und Gelb muss man aufpassen. «Hier muss man die korrekte Farbkammer treffen», warnt Rigotti. «Weil man das mit dem bloßen Auge nicht erkennt, sticht man einfach mit einem Zahnstocher in die Löcher und erkennt dann, welche Farbe hinter welcher Öffnung steckt.» Mit einer Spritze und einer Kanüle lassen sich langsam und vorsichtig die Farben in die Kammern spritzen. Treten an der Einfüllöffnung Tinte oder Blasen aus, ist die Kammer voll. Den Aufkleber braucht man nicht mehr.

«Die Löcher darf man auf keinen Fall zukleben», erklärt Rigotti. Sonst würde der Drucker nicht drucken. Mit dem Nachfüllen sollte man nicht erst warten, bis eine Patrone ganz leer ist. «Am besten befüllt man immer schon dann, wenn Sie erst halb oder zu Zweidritteln geleert ist», rät der Experte. So kommt erst gar keine Luft zum Druckkopf. Denn Luftbläschen sind aus diesem nur sehr schwer zu entfernen. «Nach dem Refill kann man die Düsenplatte der Patrone auf ein Papiertaschentuch stellen», sagt Rigotti. «Das saugt etwas Tinte aus den Düsen und sorgt für guten Tintenfluss.»

Komplizierter ist das Nachfüllen sogenannter Single-Ink-Patronen, da hier je nach Patronentyp verschiedene Methoden zur Anwendung kommen. «Die Druckerhersteller haben sich so einiges einfallen lassen, um den Refill so schwer wie möglich zu gestalten», erklärt Rigotti. «Möglich ist es aber immer.»

Bei manchen Patronentypen sei es ähnlich leicht wie bei Kombipatronen. «Bei anderen muss man bohren, kleben oder basteln», weiß Rigotti. Für andere benötigt man Spezialwerkzeug.» Das ist zum Beispiel in speziellen Refillshops zu finden. Nach dem Auffüllen der Patronen muss man die meisten Drucker noch resetten. Anleitungen für die unterschiedlichen Druckermodelle gibt es online.

«Das persönliche Nachfüllen von Tintenpatronen kann schnell zur Sauerei werden, das würde ich nicht jedermann empfehlen», sagt Dirk Lorenz von der Stiftung Warentest in Berlin. «Patronen selber zu befüllen ist die billigste Variante, aber die Tinte muss mit Patrone und Gerät kompatibel sein.» Beim Kauf nicht vergessen: Tinte ist nicht gleich Tinte. Es gibt gravierende Unterschiede: «Bei einer Universaltinte für alle Hersteller wäre ich vorsichtig - hier darf man nicht glauben, dass diese optimal funktioniert», sagt Lorenz.

Hochwertige Tinten sind genau an die Originaltinte angepasst: «Sonst kann es Probleme mit dem Nachfließen der Tinte, mit Verklumpen, mit Lufteinschlüssen oder Sonstigem geben», erklärt Florian Rigotti. Seine Faustregel: Gute Tinte kostet mindestens 10 Euro pro 250 Milliliter.

Wem das Nachfüllen zu kompliziert oder schmutzig ist, kann das sogenannte Tintentankstellen machen lassen. «Die Mitarbeiter dort können auch bei anderen Druckerproblemen wie verstopften Düsen weiterhelfen», sagt Dirk Lorenz.

Rigotti hat einige Nachfüll-Läden getestet: «Dabei haben wir leider festgestellt, dass es unter den Tintentankstellen ein paar schwarze Schafe gibt.» Weil man in die Patronen nicht hineinschauen kann, hätten einige Dienstleister diese nicht komplett befüllt.

«Wir empfehlen, den Refill bei Kombipatronen einfach mal selbst auszuprobieren», sagt Florian Rigotti. Die Tintentankstellen bieten wie auch viele Online-Händler Komplettsets aus Tinte, Spritzen, Kanülen, Gummihandschuhen und einer Anleitung.

Gibt es nach dem Befüllen Probleme, rät Warentester Lorenz Verbrauchern dazu, die Patronen beziehungsweise Tinten zu reklamieren. Inzwischen bieten auch Druckerhersteller Geräte mit nachfüllbaren Patronen. Solche Drucker sind dann aber in der Anschaffung teurer.

Veröffentlicht am:
21. 03. 2017
05:00 Uhr

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dpa

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21. 03. 2017
05:00 Uhr



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