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Snapchat soll zur Super-App werden

Snapchat wurde mit automatisch verschwindenden Fotos groß. Jetzt will der Dienst mit täglich 229 Millionen vor allem jungen Nutzern auch zur Plattform für digitalen Handel werden.



Snapchat
Aus Snapchat soll eine Super-App werden, die etwa Ticketkäufe oder das Erstellen von Lernkarten ermöglicht.   Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Die Foto-Plattform Snapchat öffnet sich für Dienste anderer Anbieter und folgt damit dem Vorbild chinesischer Super-Apps wie WeChat, in denen die Nutzer den Großteil ihres digitalen Alltags erledigen können.

Mit der Funktion «Minis» können abgespeckte Versionen anderer Apps direkt in Snapchat integriert werden. Mit den ersten vorgestellten Anwendungen kann man unter anderem Kinotickets kaufen und Lernkarten erstellen.

Die chinesischen Apps wie WeChat und Tencent - ein Großaktionär von Snapchat - holen Milliarden mit Gebühren auf die Geschäfte anderer Anbieter auf ihren Plattformen rein. Snapchat plant aktuell allerdings keine solchen Abgaben.

In einer anderen Neuerung, die neue Werbeumsätze bringen könnte, wird Snapchat künftig auf der in die App integrierten Karte Informationen zu Cafés, Restaurants und Einkaufsläden anzeigen. Die Karte diente bisher vor allem dazu, den Aufenthaltsort von Freunden zu sehen.

Auch will Snapchat Apple und Google verstärkt Konkurrenz bei der sogenannten erweiterten Realität (Augmented Reality, AR) machen, bei der digitale Inhalte auf dem Bildschirm in reale Umgebungen integriert werden. Nach ersten Spaß-Anwendungen wie virtuellen Masken oder Katzen-Schnurrhaaren baute Snapchat eine Geschäftsplattform auf, mit der man auf dem Display zum Beispiel Turnschuhe anprobieren oder einen Eindruck von dem Farbton der Kosmetik im eigenen Gesicht bekommen kann.

Bei einer Partnerkonferenz am 11. Juni zeigte Snap sein erweitertes Arsenal für App-Entwickler in dem Bereich. Dazu gehört die Funktion «Local Lenses», bei der gesamte Straßenzüge in 3D eingescannt werden, um auf Basis dieser Modelle Erlebnisse in erweiterter Realität zu ermöglichen.

Mit der Funktion «Scan» werden Objekte vor der Kamera erkannt und Informationen dazu angezeigt - als Beispiel nennt Snapchat Pflanzen oder Hunderassen. Eine ähnliche visuelle Suchmaschine baute Google mit seinem Angebot «Lens» auf. Snapchat macht dagegen nicht alles selbst, sondern dient als Plattform für verschiedene spezialisierte Dienste. Diverse Apps können die Snapchat-Kamera mit ihren Funktionen einbinden - und zugleich mit eigenen Algorithmen fürs maschinelle Lernen kombinieren.

Mit der Funktion «Dynamic Lenses» können Entwickler in Echtzeit Informationen aus ihren Apps einbinden. Das könnte noch interessant werden, wenn es zusätzlich zu Smartphones auch AR-Brillen gibt, in denen digitale Inhalte auf die Gläser projiziert werden. Laut Medienberichten arbeitet unter anderem Apple daran. Der iPhone-Konzern setzt schon seit Jahren ebenfalls auf AR-Anwendungen.

Snapchat war ursprünglich vor allem bei jungen Nutzern mit der Idee populär geworden, angeschaute Fotos von alleine verschwinden zu lassen. Von einer Wachstumsdelle unter anderem durch die Konkurrenz von Instagram und einer schlecht aufgenommenen Neugestaltung der App erholte sich Snapchat inzwischen wieder. Im vergangenen Quartal stieg die tägliche Nutzerzahl auf 229 Millionen - bei einem deutlichen Zuwachs von 11 Millionen Nutzern.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
12. 06. 2020
15:32 Uhr

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12. 06. 2020
15:32 Uhr



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