Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

 

Facebook startet Plattform für Online-Shops

Shoppen direkt bei Facebook: Das Netzwerk macht es Händlern leichter, Online-Shops einzurichten. Mit 2,6 Milliarden Nutzern könnte Facebook die Gewichte im Online-Handel verschieben - und bekommt zugleich Zugang zu neuen Daten über das Kaufverhalten.



Facebook führt Online-Shops ein
Über eine neue Funktion sollen Händler unkompliziert Online-Shops erstellen können, die über Facebook und Instagram erreichbar sind.   Foto: Niall Carson/PA Wire/dpa

Facebook will zur Plattform für den Online-Handel werden - und könnte mit seiner gewaltigen Reichweite und technischen Stärken das Geschäft aufmischen. Händler können nun unkompliziert Online-Shops erstellen, die über Facebook und Instagram erreichbar sind.

Dazu kommt «Live Shopping»: die Möglichkeit, Waren in einem Video-Livestream zu verkaufen. Deutschland ist unter den ersten Ländern, in denen bereits seit Dienstagabend (19. Mai) Facebook-Shops eingerichtet werden konnten.

Entwicklung wurde beschleunigt

Das Projekt solle vor allem kleineren Unternehmen helfen, in der Corona-Krise zu überleben, sagte Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg. «Es ist etwas, woran ich schon länger interessiert war, aber als Covid-19 kam, wurde es wirklich kritisch und dringend.» Viele kleinere Unternehmen - deren Werbeanzeigen wichtig für das Geschäft von Facebook sind - stünden vor dem Aus und suchten den Ausweg im Online-Geschäft. Deswegen sei die Entwicklung von Facebook Shops «drastisch beschleunigt» worden.

Für Facebook selbst wird die Shopping-Plattform Daten über das Verhalten der Kunden bringen - ähnlich wie bei anderen Angeboten des Online-Netzwerks, wie Zuckerberg betonte. «Wir werden sehen, mit welchen Shops sie interagieren, an welchen Produkten sie interessiert sind, was sie kaufen und so weiter.» Derzeit sei aber keine Funktion vorgesehen, um diese Informationen mit Freunden zu teilen, und niemand sonst außer dem Nutzer, dem Shop und Facebook bekomme Zugriff darauf. Mit den Daten könnte das Online-Netzwerk aber seine lukrative Fähigkeit, Werbekunden zu den richtigen Adressaten für ihre Anzeigen zu bringen, immer weiter perfektionieren.

Die Einrichtung der Facebook-Shops werde für Händler kostenlos sein, sagte Zuckerberg . Gebühren würden lediglich etwa für Bezahlfunktionen fällig - «aber dabei geht es größtenteils darum, unsere Kosten zu decken». Facebook gehe davon aus, dass Werbeanzeigen der Händler die Einnahmen des Online-Netzwerks erhöhen werden. «Unser Werbesystem funktioniert mit Auktionen, bei denen ein Unternehmen so viel bietet, wie ihm eine Anzeige wert ist. Wenn wir eine Anzeige wertvoller machen können, weil jemand, der sie anklickt, mit größerer Wahrscheinlichkeit etwas kauft, werden wir mehr Geld mit Werbung verdienen», beschrieb er Facebooks Gedankengang.

Verknüpfung verschiedener Dienste

Punkten will Facebook auch mit der Verknüpfung seiner verschiedenen Dienste. So wird man einen Online-Shop per WhatsApp, den Facebook Messenger oder die Chatfunktion von Instagram anschreiben können. Wenn im Facebook-System eine Kreditkarte hinterlegt ist, kann man direkt damit bezahlen. Das Aus- und Anprobieren - etwa von Kosmetik, Kleidung oder Brillen - soll mit Hilfe der sogenannten «erweiterten Realität» (Augmented Reality) erleichtert werden, bei der virtuelle Inhalte auf dem Display mit realen Bildern gemischt werden. So kann man etwa Make-Up-Farben auf dem Gesicht oder Möbelstücke im Zimmer einblenden. Zudem arbeitet das Online-Netzwerk auch an einer Integration von Bonuspunkte-Programmen.

Einige Kategorien wie etwa Waffen werden auf der Plattform nicht verfügbar sein, auch wenn ihr Verkauf legal wäre, sagte Zuckerberg.

Facebook mit seinen 2,6 Milliarden Nutzern und einem gut eingespielten Online-Werbesystem könnte zu einem mächtigen Konkurrenten selbst für große Handelsplattformen wie Amazon und Ebay werden. Die Shopping-Initiative dürfte zugleich die Aufmerksamkeit von Regulierern auf sich ziehen - wie alles, was ein Unternehmen von Facebooks Größe mache, sagte Zuckerberg. «Aber ich denke nicht, dass unsere Reaktion darauf sein kann, nichts Neues zu machen.» Viele Menschen und Unternehmen wollten Facebooks Produkte nutzen und verließen sich auf sie. «Wir sind in der Verantwortung, innovativ zu sein, und ich denke, wir sind eine der Institutionen weltweit, die wirklich helfen können.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 05. 2020
11:33 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Amazon Auktionen und Versteigerungen Daten und Datentechnik Erweiterte Realität Facebook Händler Internethandel und E-commerce Internetshops Kaufverhalten Kunden Mark Zuckerberg Shop Unternehmen eBay
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Volles Lager

22.07.2020

So verraten Händler den wahren Warenbestand

«Nur noch 2 verfügbar.» Wer beim Einkaufen im Netz solche Infos zu Warenbeständen liest, ist alarmiert. Schließlich weiß jeder: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Oder vielleicht doch nicht? » mehr

Paket-Shop

29.04.2020

Paket-Lieferzeiten mit einem Trick verkürzen

Zwei Wochen statt zwei Tage: Wegen des enormen Paketaufkommens in der Corona-Krise haben sich die Lieferzeiten vieler Händler drastisch erhöht. Wer es eilig hat, kann aber nachhelfen. » mehr

Abzock-Warnung: «Yourfone24.de» ist ein Fakeshop

26.05.2020

«Yourfone24.de» ist ein Fakeshop

Auf «.de»-Webseiten fühlen sich viele Surfer intuitiv gut aufgehoben. Eine verschlüsselte Verbindung, gutes Design und Siegel schaffen zusätzlich Vertrauen. Doch das alles muss gar nichts heißen. » mehr

«Weather Pro»

09.09.2020

iOS-App-Charts: Wetter abfragen und kochen mit dem Thermomix

Auf welche Apps haben es iOS-Nutzer derzeit besonders abgesehen? Die Top Ten des App Stores zeigen es: Gefragt sind ein Wetter-Dienst, ein Tool für Lehrer und Kochideen für den Thermomix. » mehr

VR-Brillen von Facebook-Firma Oculus

03.09.2020

Facebook stoppt Verkauf von Oculus-Brillen in Deutschland

Facebooks Oculus-Brillen werden vorerst vom deutschen Markt verschwinden. Der US-Konzern kündigte einen Verkaufsstopp an. Was steckt dahinter? » mehr

Cookie-Voreinstellungen auf Webseite

04.08.2020

Cookie-Voreinstellungen genau anschauen

Den Hinweis von Webseiten, welche Cookies wo gespeichert werden, akzeptieren viele Internetnutzer einfach so. Doch genau diese Unachtsamkeit nutzen manche Webseiten zum eigenen Vorteil aus. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 05. 2020
11:33 Uhr



^