Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagtCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFolgen Sie uns auf Instagram

 

Kritik an neuer Datenschutz-Funktion von Facebook

Ob Fußball-App oder Reiseportal im Netz: Viele Seiten geben Infos über das Surfverhalten an Facebook weiter. Eine neue Funktion verspricht Nutzern darüber mehr Kontrolle. Bringt das etwas?



Facebook
Von welchen Apps und Websites bekommt Facebook Informationen zum Nutzer? Unter «Aktivitäten außerhalb von Facebook» lässt sich das überblicken und verwalten.   Foto: Robert Günther/dpa-tmn

Dass Facebook das Surfverhalten der Nutzer auch außerhalb des sozialen Netzwerks verfolgt, ist kein Geheimnis. Eine neue Funktion erlaubt nun konkrete Einblicke in diese Datensammelei - und verspricht mehr Kontrolle darüber.

So lassen sich die auf anderen Websites und Apps gesammelten Informationen zum Beispiel vom eigenen Konto trennen, also anonymisieren.

Doch die Ende Januar eingeführte Funktion namens «Aktivitäten außerhalb von Facebook» ruft auch Kritik hervor. Als «kosmetische Lösung» bezeichnet sie die Stiftung Warentest in einem Bericht, weil sie die Datensammelei effektiv kaum unterbinde.

Zu der neuen Übersicht gelangen Facebook-Nutzer im Browser über «Einstellungen» und «Deine Facebook-Informationen». In der App tippen sie die drei Streifen oben rechts an, dann im aufklappenden Menü «Einstellungen und Privatsphäre» und dort «Einstellungen».

Gesammelt wird weiter

Die Sammelwut von Facebook könnten Nutzer so aber nicht wirklich einschränken, berichtet die Stiftung Warentest - auch wenn sie etwa die Nutzung von künftig erfassten Aktivitäten für bestimmte Apps und Websites deaktivieren. Denn obwohl die Infos dann nicht mehr mit dem Konto verknüpft werden, erhält Facebook sie in Form von aggregierten Daten. Diese können nicht mehr einzelnen Personen zugeordnet werden. Facebook verwendet sie zum Beispiel, um generell die «Werbesysteme» zu verbessern.

Entfernt man wiederum den Verlauf, also alle Daten der aufgeführten Drittseiten, werde dieser nur vom eigenen Profil getrennt. Die Daten an sich aber blieben auf den Servern gespeichert, so die Warentester.

Die Drittseiten, heißt es, würden einen weiterhin ausforschen und diese Daten an Facebook geben. «Zudem besitzt das soziale Netzwerk ja weiterhin die Daten, die es selbst über Sie gesammelt hat.»

Was den Experten ebenfalls negativ auffällt: Facebook nennt zwar Beispiele für Interaktionen in den Aktivitätsdetails, zum Beispiel «App geöffnet» oder «Artikel zu Wunschliste hinzugefügt». Aber welche Daten eine App oder Website im Einzelnen übermittelt hat, erfährt man nicht - lediglich die Zahl der Interaktionen wird angegeben.

«Aus technischen Gründen und aus Gründen der Zuverlässigkeit zeigen wir nicht alle Aktivitäten, über die wir informiert wurden», schreibt Facebook auf den Hilfeseiten zu der neuen Funktion.

Personalisierte Werbung bringt mehr Geld

Facebook selbst erklärte zur Einführung des neuen Aktivitätenprotokolls zunächst, warum es Daten auch von dritten Seiten sammelt und auswertet: für personalisierte Werbung. «Unternehmen stellen uns Informationen darüber zur Verfügung, welche Art von Produkten sich die Menschen auf ihren Webseiten ansehen und wir nutzen diese Informationen, um ihnen für sie relevante Werbung auszuspielen.» Jetzt könne sich jeder eine Zusammenfassung dieser Infos anzeigen lassen und auf Wunsch von seinem Konto trennen.

Dahinter stecken finanzielle Interessen. Denn mit auf den Nutzer zugeschnittene Werbung lässt besser Geld verdienen. Und je mehr das Netzwerk über einen sammelt, etwa über die politischen Ansichten oder die momentanen Interessen, desto individueller werden die Anzeigen. So würden «einem zum Beispiel Hotelangebote gezeigt, nachdem man Reiseportale besucht hat», schreibt Facebook an anderer Stelle.

Während Nutzerinnen und Nutzer die Datenerfassung aus Sicht von Stiftung Warentest kaum einschränken können, gilt das für die Anzeige personalisierter Werbung nicht: Sie lässt sich in den «Einstellungen für Werbeanzeigen» recht gut begrenzen. Weniger Werbung bekommt man dadurch zwar nicht angezeigt, aber sie wird weniger individualisiert.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 02. 2020
12:47 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Berichte Browser Daten und Datentechnik Datensammelwut Facebook Reiseportale Soziale Netzwerke Stiftung Warentest Stiftungen Webseiten Websites Überwachung und Kontrolle
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Firefox

25.06.2020

Nervige Benachrichtigungsanfragen loswerden

Einige Browser können mit einer Erlaubnis des Nutzers Push-Benachrichtigungen senden und damit etwa über Nachrichten oder Dienste im Hintergrund informieren. Wem es zu viel wird, der sollte in den Browsereinstellungen di... » mehr

Smartphone-Tracking

14.01.2020

Smartphone-Schnüfflern den Riegel vorschieben

Am Rechner auf dem Schreibtisch ist es für viele selbstverständlich, das Tracking von Webseiten zu unterbinden. Aber was ist mit dem Smartphone? Ist man dort der Datensammelei schutzlos ausgeliefert? » mehr

Mann arbeitet am PC

17.10.2019

So baut man seine eigene Website

Netzpräsenz auf Facebook, Instagram oder Linkedin ist für viele Menschen normal. Mehr Freiheiten als die Accounts auf den sozialen Netzwerken bietet eine eigene Website. Wie gelingt die Einrichtung? » mehr

Stefan Fischer

23.06.2020

Steuerprogramme führen durch den Zahlendschungel

Die Steuererklärung ist für die meisten Menschen eine Qual. Können ihnen Programme, Apps und das Internet die Last nehmen oder die Pflichtübung zumindest ein wenig eträglicher machen? » mehr

Apple

07.07.2020

Apples Anmeldedienst ist nun ein Muss

«Mit Apple anmelden» heißt bereits seit Oktober 2019 Apps universeller Log-in-Dienst. Dieser darf ab sofort in keiner iOS-App mehr fehlen, sofern diese auch andere Anmeldedienste anbietet. » mehr

Im Visier: Überwachungskamera nur auf eigenes Grundstück richten

03.06.2020

Überwachungskamera nur auf eigenes Grundstück richten

Um sich gegen Einbrüche zu wappnen, installiert mancher Hausbesitzer auf seinem Grundstück eine Überwachungskamera. Das ist nur bedingt erlaubt. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 02. 2020
12:47 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.