Lade Login-Box.
Topthemen: Ministerpräsidentenwahl ThüringenFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Händler muss nicht auf Handy-Sicherheitslücken hinweisen

Hersteller müssen neue Android-Versionen und Updates aufwendig an ihre Smartphone-Modelle anpassen. Das dauert - oder passiert nie. Ein Umstand, für den am Ende die Händler gerade stehen müssen?



Smartphones im Handel
Die im Handel angebotenen Smartphone-Modelle können mitunter einige Sicherheitslücken aufweisen. Doch laut einem Urteil sind Elektronikmärkte nicht verpflichtet, darüber zu informieren.   Foto: Armin Weigel/dpa/dpa-tmn

Elektronikmärkte müssen Kunden nicht darauf hinweisen, dass sie ein Android-Smartphone mit Sicherheitslücken und ohne zukünftige Betriebssystem-Updates kaufen. Das hat das Oberlandesgericht entschieden (Az.: 6 U 100/19). Es stelle für solche Händler einen unzumutbaren Aufwand dar, sich Informationen über mögliche Sicherheitslücken für jedes einzelne von ihnen angebotene Smartphone-Modell zu verschaffen, begründete die Kammer ihr Urteil.

Zwar sei es für Verbraucher immens wichtig, von Sicherheitslücken zu wissen, da durch solche Schwachstellen die Privatsphäre verletzt werden und Daten zu betrügerischen Zwecken missbraucht werden könnten. Es sei aber auch zu berücksichtigen, dass Händler Lücken nur durch Tests für alle möglichen Software-Versionen eines Modells feststellen könnten - und es selbst dann nicht unbedingt möglich sei, alle vorhandenen Schwachstellen festzustellen, so das Gericht weiter.

Update-Roulette bei den Herstellern

Zudem könnten sich festgestellte Lücken ändern, so dass die Tests in regelmäßigen Abständen wiederholt werden müssten. Nichts anderes gelte für Informationen über die Bereitstellung von Sicherheits- oder Betriebssystemupdates. Allein der Hersteller wisse und entscheide, ob und wann er Updates für neue Versionen von Android an das jeweilige Smartphone-Modell anpasst, sei aber dabei wiederum selbst abhängig von ihm nicht bekannten Veröffentlichungsterminen, die der Entwickler des Betriebssystem festlegt.

In dem Fall hatte ein Verbraucherverband gegen einen Elektronikmarkt geklagt. Der Verband hatte dort diverse Android-Smartphones gekauft und vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) untersuchen lassen. Dabei stellte sich etwa heraus, dass zwei Geräte eines Smartphone-Modells mit derselben älteren Android-Version einen unterschiedlichen Stand in Sachen Sicherheitsupdates hatten.

Eklatantes Sicherheitsrisiko für Nutzer

Während das BSI bei einem Gerät nur eine Sicherheitslücke fand, waren es bei dem anderen ganze 15 - ein eklatantes Sicherheitsrisiko für Nutzer, wie das BSI befand. Nachdem sich die Behörde erfolglos an den Hersteller gewandt hatte, verlangte der Verbraucherverband vom Elektronikmarkt, die Geräte zumindest nicht mehr ohne Hinweis auf die Sicherheitslücken zu verkaufen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
01. 11. 2019
12:13 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik Bundesbehörden und Bundesämter (Deutschland) Daten und Datentechnik Händler Informationstechnik Kunden Produktionsunternehmen und Zulieferer Sicherheitslücken Verbraucherverbände
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Ronald Eikenberg

23.01.2020

Wie wichtig Schutzsoftware für Windows ist

In Zeiten steigender Bedrohungen im Internet scheint Schutz für den PC unerlässlicher denn je. In Windows arbeitet standardmäßig ein Virenschutz namens Defender. Genügt der schon? » mehr

Schadsoftware

13.12.2019

Bundesamt warnt vor Schadsoftware auf neuen IT-Geräten

In der Vorweihnachtszeit ist die Nachfrage besonders groß: Tablets, Smartphones und Laptops sind tolle Geschenke für die Liebsten. Doch was tun, wenn das Gerät bereits vor dem ersten Gebrauch mit einer schädlichen Softwa... » mehr

Schadsoftware: Warnung vor Spam-Mails in Namen von Behörden

19.12.2019

Warnung vor Spam-Mails in Namen von Behörden

Vermeintliche Behörden-E-Mails verbreiten aktuell die Schadsoftware Emotet. Wer sie öffnet, bringt seine EDV in große Gefahr, warnt Deutschlands IT-Sicherheitsbehörde. » mehr

Router im Test

26.02.2020

Stiftung Warentest: Nur ein Router ist «sehr gut»

Mit der Sicherheit ist das so eine Sache: Man muss nur dran denken. Deshalb legt die Stiftung Warentest bei ihrem aktuellen Router-Test ein Augenmerk auf eine seltene Funktion. » mehr

Nicht zu einfach denken

11.02.2020

Mehrheit setzt im Netz auf komplexe Passwörter

Einfache Zahlenfolgen oder Wörter sichern E-Mail-Postfach, Online-Banking-Zugang und Co. schlecht vor unerwünschten Zugriffen. Vielen Deutschen scheint das bewusst - aber längst nicht allen. » mehr

Datenleitungen

23.01.2020

Nach Buchbinder-Datenpanne Auskunft verlangen

Wegen eines fehlerhaft konfigurierten Servers waren Millionen Kundendaten der Autovermietung Buchbinder über das Internet aufrufbar. Sind Betroffene nun in Gefahr? » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
01. 11. 2019
12:13 Uhr



^