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Bei Telefonaten ins EU-Ausland den Preis prüfen

Die Abschaffung der Roaming-Gebühren für Handygespräche hat dazu geführt, dass viele glauben, auch von Deutschland aus zum Inlandspreis in EU-Ländern anzurufen. Eine Preisdeckelung für solche Gespräche tritt aber voraussichtlich erst im Mai 2019 in Kraft.



Telefonieren ins Ausland
Noch kann die Plauderstunde daheim ins Geld gehen, wenn sich der Gesprächspartner in einem anderen EU-Land befindet. Ab Mai 2019 will die EU auch die Preise für solche Gespräche deckeln.   Foto: Christin Klose

Extragebühren fürs Telefonieren mit dem Handy im EU-Ausland sind seit Juni 2017 Geschichte. Wer aber daheim zum Festnetztelefon oder Handy greift, um in anderen EU-Ländern anzurufen, zahlt derzeit noch Preise, die die Anbieter frei bestimmen können.

Neue EU-Regeln ab Mai 2019

Bei Telefonaten ins EU-Ausland entstehen bis zu 1,49 Euro pro Minute, wie die Verbraucherzentrale (VZ) Schleswig-Holstein erhoben hat. Allerdings soll die Minute aus Heimatnetzen in die Netze anderer EU-Länder nach dem Willen der EU ab Mai 2019 nur noch maximal 19 Cent pro Minute kosten dürfen - egal ob vom Handy oder Festnetz aus. Und eine SMS soll nicht mehr als 6 Cent kosten dürfen. Das Europaparlament stimmte für entsprechende neue Regeln.

Das neue Gesetzespaket sieht neben der Kostendeckelung vor, dass Anreize zum Aufbau eines schnelleren Internets geschaffen werden. Bei gefährlichen Großlagen wie Terror und Naturkatastrophen sollen Handynutzer zudem per Nachricht oder App gewarnt werden können.

Weitere Neuerungen: Telefon- oder Handyverträge sollen künftig einen leicht verständlichen Überblick über die Konditionen bieten. Daneben müssen Informationen über mögliche Kostenrückerstattungen enthalten sein - etwa wenn Verbrauchern bei einem Anbieterwechsel noch ungenutztes Prepaid-Guthaben bleibt.

Nun muss formal noch der Rat der Mitgliedstaaten grünes Licht geben. Dann können die neuen Preisobergrenzen am 15. Mai 2019 in Kraft treten. Bis dahin sollte man vor Anrufen in andere EU-Länder die Preisliste seines Mobilfunk- oder Festnetzanbieters studieren.

Viele Verbraucher kennen den Unterschied nicht

Denn vielen Verbrauchern ist nicht klar, dass es noch einen Unterschied zwischen Gesprächen im Ausland (Roaming) und Gesprächen von daheim ins Ausland gibt. Das zeigt auch eine Forsa-Studie, die die VZ im Frühjahr 2018 in Auftrag gegeben hatte.

Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) hat demnach in den vergangenen zwölf Monaten von Deutschland aus privat ins EU-Ausland telefoniert. Davon glaubte gut die Hälfte (52 Prozent), dass die Abschaffung der Roaming-Gebühren auch für Anrufe von Deutschland aus in andere EU-Länder gilt.

Auslandsoptionen und spezielle Anbieter

Wer oft und viel ins Ausland telefoniert, kann teils Auslandsoptionen buchen oder sich einen oder mehrere günstige Telefonanbieter für Internettelefonie (VoIP) suchen. Diese lassen sich im Smartphone, aber auch in vielen Routern einspeichern und für Telefonate nutzen.

Geld sparen lässt sich außerdem mit sogenannten Call-by-Call-, Call-through oder Call-back-Anbietern , die eine gewünschte Auslandsverbindung auf unterschiedliche Art und Weise herstellen.

Call-by-Call funktioniert - wenn überhaupt - nur noch bei Telekom-Festnetzanschlüssen. Die Call-through- und Call-back-Varianten sind dagegen in allen Fest- und meist auch in den Handynetzen verfügbar. Zu ihrer sinnvollen Nutzung sollte am jeweiligen Anschluss aber eine Flatrate für Inlandsgespräche bestehen.

Dass sich an solche Alternativen aber nicht viele Nutzer herantrauen, zeigt ebenfalls die VZ-Studie: 70 Prozent der Verbraucher, die per Festnetz oder Mobilfunk im EU-Ausland anrufen, geben an, zum Normaltarif ihres Anbieters zu telefonieren.

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dpa

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Veröffentlicht am:
14. 11. 2018
16:24 Uhr

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