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IT-Experte warnt vor Schadcode für «Meltdown»

Sicherheitsforscher Anders Fogh hat entscheidend zur Entdeckung von «Meltdown» und «Spectre» beigetragen. Er schätzt, dass es schon in Kürze erste Angriffe auf Computer geben wird. Funktionierende Werkzeuge dafür kursierten bereits im Netz.



Angriff über Chip-SChwachstelle
Ein IT-Experte hält es für wahrscheinlich, dass die Sicherheitslücke «Meltdown» schon bald genutzt wird.   Foto: Jochen Lübke/dpa

Für die schweren Sicherheitsprobleme bei Computerhardware weltweit kursiert nach Angaben eines IT-Experten bereits funktionierender Schadcode im Netz.

«Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass wir in Kürze Malware sehen werden, die die Meltdown-Sicherheitslücke nutzt», sagte der IT-Experte Anders Fogh von G Data. Es sei deshalb sehr wichtig, die verfügbaren Updates zu installieren. Je leistungsfähiger ein Chip ist, desto wahrscheinlicher sei er von einem Angriff bedroht. Fogh hat mit seinen Arbeiten die Basis für die Entdeckung der Sicherheitslücken «Spectre» und «Meltdown» gelegt.

«Spectre» sei «deutlich komplizierter und nicht so einfach auszunutzen», sagte der Sicherheitsforscher. Bis es Malware für diese Schwachstelle geben wird, werde es deshalb «sicher etwas länger dauern». Beide Schwachstellen wurden vergangene Woche veröffentlicht und gelten bereits jetzt als das schwerwiegendste Sicherheitsproblem in der Geschichte des Computers. Anders als herkömmliche Sicherheitslücken liegt das Problem nicht in der Software oder dem Betriebssystem, sondern im Herzen eines jeden Computers, dem Prozessor. Ein besonderes Design, das den Chip eigentlich schnell und leistungsfähig machen soll, wurde nun als Ursache dafür erkannt.

Dass es einen universellen Angriff geben wird, hält der Sicherheitsforscher aber für «sehr unwahrscheinlich». Dafür gebe es eine zu große Palette an Modellen mit den verschiedensten Systemarchitekturen. «Der Teufel steckt im Detail.» Um einen effektiven Angriff zu programmieren, müsse sehr großer Aufwand betrieben werden. Die neuen Lücken ermöglichen aber zum Beispiel mit einem Angriff, dass nun Daten aller Nutzer abgegriffen werden können, die sich einen Rechner teilen, wie etwa in Unternehmen.

Eine schnelle Entwarnung ist demnach nicht in Sicht. «IT-Sicherheit ist ein Langzeitprojekt. Meltdown und Spectre sind nur eine Station auf einer langen Reise», sagte Fogh. In modernen Prozessoren arbeiteten mehr als drei Milliarden Transistoren. «Das sind etwa tausendmal mehr Teile als in der Saturn V Rakete, die Menschen zum Mond gebracht hat.» Wenn in so komplexen Umgebungen nicht noch weitere Unzulänglichkeiten entdeckt werden würden, wäre das sehr ungewöhnlich. «In den wenigsten Fällen werden sie jedoch so gravierende Konsequenzen haben wie Spectre und Meltdown.»

Intel-Chef Brian Krzanich reagiert auf die Kritik im Zusammenhang mit der jahrelangen Schwachstelle in Computer-Chips mit dem Versprechen, für mehr Transparenz zu sorgen. Intel werde häufig über die Verbreitung der nötigen Software-Updates und ihre Wirkung auf die Leistung der Computer veröffentlichen, schrieb Krzanich in einem am Donnerstag veröffentlichten offenen Brief. Außerdem versicherte er, dass der Chipkonzern verantwortungsvoll über neu entdeckte Schwachstellen informieren werde.

Krzanich bekräftigte, dass Intel bis zum 15. Januar Sicherheits-Aktualisierungen für 90 Prozent seiner Prozessoren auf den vergangenen fünf Jahren veröffentlichen werde. Die vergangenes Jahr entdeckte Sicherheitslücke war von Unternehmen der Branche bis Anfang Januar geheimgehalten worden, um sie zu studieren und Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Intel ist stark davon betroffen.

Der kleinere Konkurrent AMD räumte schließlich ein, dass auch seine Prozessoren nicht ganz gegen die Sicherheitslücke immun sind. Für eines der beiden von Forschern ausgemachten Angriffsszenarien («Spectre») könnten auch AMD-Chips anfällig sein, auch wenn die Schwachstelle schwer auszunutzen sei, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Updates der Betriebssysteme und des Microcodes der Prozessoren sollen die Lücke schließen oder eindämmen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
12. 01. 2018
12:32 Uhr

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12. 01. 2018
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