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Datenschutz-Misstöne bei Musical.ly

Mit dem Smartphone zum Star werden: Diesen Traum träumen viele Nutzer der Musikvideo-App Musical.ly, wenn sie Playback-Clips aufnehmen und mit den anderen «Musern» teilen. Experten warnen aber vor kritischen Voreinstellungen und dem Umgang mit den Nutzerdaten.



Musical.ly in der Kritik
Mit Musical.ly nimmt man 15-Sekunden-Musikvideos auf und teilt diese in einem sozialen Netzwerk. Verbraucherschützer raten bei der App zur Vorsicht. Foto: Musical.ly  

Die App Musical.ly zum Drehen und Teilen von Playback-Musikvideos steht bei Jugendlichen hoch im Kurs. Allerdings ignoriere die für Android und iOS verfügbare Anwendung Privatsphäre- sowie Datenschutzanforderungen, warnt das Verbraucherschutzportal «Mobilsicher.de».

Jeder Nutzer könne etwa standardmäßig die hochgeladenen 15-Sekunden-Clips sehen und einem ungefragt folgen. Zudem werde der ungefähre Standort ausgelesen und anderen Nutzern mitgeteilt. Alle diese Voreinstellungen ließen sich aber immerhin manuell ändern. Darauf weist «Mobilsicher.de» hin.

Problematisch sei auch, dass man Konten nicht löschen kann und beim Beenden der App nicht automatisch abgemeldet wird. Der Dienst gibt außerdem an, sich nur an Kinder ab 13 Jahren zu richten - das Alter werde aber nicht abgefragt. Die Betreiber schreiben dazu, dass sie Daten von unter 13-Jährigen nicht wissentlich sammeln, und bieten an, diese auf Hinweis der Eltern hin zu löschen.

Die Experten von «Mobilsicher.de» kritisieren außerdem, dass keine Filterung des Videomaterials stattfinde - ein weiterer Grund, weshalb die App für Kinder nicht geeignet sei. Die Android-App lese zudem reichlich Daten aus. Basis für Gesangs- und Tanzeinlagen der Nutzer in den Clips sind Playback-Videos von bekannten Songs oder Szenen aus TV-Serien.

Die Android-App liest zudem reichlich Daten aus, kritisieren die Experten weiter. Unklar sei, warum sie sich Berechtigungen für SMS sowie Telefonstatus und Identität einräumt. Zudem nehme sie ungefragt Verbindung zu acht Unternehmen auf, an die teils Nutzerdaten übertragen werden, darunter Werbenetzwerke und Dienstanbieter.

Obwohl die App auf Deutsch angeboten wird, liegt die Datenschutzerklärung nur in englischer Sprache vor - und informiert den Angaben nach nur unvollständig darüber, welche Daten erhoben und an wen sie weitergegeben werden. Die Betreiberfirma der in Shanghai entwickelten App hat zwei Büros in den USA, ist aber auf den Cayman Islands registriert.

Geld verdienen die Entwickler nicht nur mit Daten, sondern etwa auch über In-App-Käufe: Nutzer können anderen Nutzern, die sie gut finden, virtuelle Geschenke wie Emojis machen. Den Erlös bekommt der Beschenkte via Paypal - gegebenenfalls abzüglich einer Provision für Musical.ly.

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dpa

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Veröffentlicht am:
10. 04. 2017
14:45 Uhr

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Android-Apps Datenerhebungen Experten Gefahren Nutzerdaten
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10. 04. 2017
14:45 Uhr



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