Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

 

Cyber-Sicherheitsexperte warnt vor neuer Erpressung

Angriffe aus der Tiefe des Internets sind verbreiteter und einfacher als vielfach angenommen. Auf der IT-Messe CeBIT warnen Experten vor den Machenschaften der Cyber-Gauner. Ihre Tricks werden raffinierter.



Anzeige einer Ransomware
Ransomware schleicht sich auf den Rechner und verschlüsselt dann die Dateien des Nutzers. Wer Lösegeld zahlt oder sich zum Komplizen macht, erhält die Daten zurück. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn  

Internet-Kriminelle werden laut dem Internet-Sicherheitsexperten Mikko Hypponen immer kreativer bei der Entwicklung von Erpressungs-Software («ransomware»). Bei der jüngsten Trojaner-Version namens Popcorn müsse das Opfer kein Lösegeld mehr zahlen, wenn es sich zum Komplizen macht.

«Wer keine 1200 Euro Lösegeld zahlen kann, der erhält seine Daten umsonst zurück - sofern er zwei bis drei andere Internet-Nutzer infiziert», sagte Hypponen am Mittwoch auf der IT-Messe CeBIT in Hannover.

Ein neues Einfalltor für Internet-Gauner entstehe durch die flächendeckende Vernetzung elektronischer Haushaltsgeräte wie Toaster oder Kaffeemaschinen. Sie seien geeignet, die Nutzer auszuspionieren. Die kriminellen Angreifer seien mitunter aber relativ einfach zu identifizieren, da sie mit ihren Beutezügen und den vom Erlös gekauften Luxusgütern im Internet angäben. Anders sehe es bei staatlichen Angreifern aus, die im Dunkeln aktiv seien.

«Befinden wir uns in einem Cyber-Krieg?», fraget Hypponen rhetorisch und meinte: «Da bin ich nicht so sicher - aber wir befinden uns definitiv in einem Rüstungswettlauf.» Er diene keiner Abschreckung, könne aber tödliche Folgen haben. Er bezog sich dabei auf russische Schadsoftware, die auf die Smartphones ukrainischer Soldaten geladen wurden. Hypponen: «Wenn Soldaten getötet werden, dann befinden wir uns allerdings im Cyberkrieg.»

Wie einfach es für smarte Internetnutzer ist, einen innovativen Tesla-Wagen zu stehlen, zeigte Tom Lysmore Hansen von der Universität Oslo in einem Video. Mitarbeiter seiner auf Sicherheit von Apps spezialisierten Firma brauchten lediglich ein Laptop, um das Auto vom Parkplatz wegzufahren. Auf das Smartphone des Eigentümers waren sie durch einen falschen Wifi-Hotspot nahe eines Hamburger-Restaurant gelangt, wo sie den Eigentümer mit dem Versprechen eines freien Hamburgers zum Herunterladen einer schädlichen App bewegten.

Hansen: «Wir bewegen uns vom physischen Autoschlüssel zur Smartphone-App, um Autos zu öffnen und zu starten.» Verglichen mit der App einer deutschen Bank sei die Tesla-App allerdings relativ ungeschützt gewesen. Auf die Frage nach der Beeinflussung der Luftfahrt durch ähnlich kriminelle Praktiken meinte er jedoch, die Systeme von Flugzeugen seien speziell geschützt. Unter bestimmten Bedingungen - etwa durch Beeinflussung der Piloten-Smartphones, könne er sich aber auch dabei ähnliche Risiken vorstellen.

Mehr als zwei Drittel aller Smartphone-Nutzer wüssten nach seinen Schätzungen immerhin nicht, ob ihr Smartphone infiziert ist. Was der einzelne Nutzer machen könne? «Sagen Sie ,Nein' zum verlockenden Multi-Millionen-Dollar-Deal von irgendwelchen Saudi-Prinzen», meinte Hansen mit Blick auf Lockangebote. Außerdem sollte die Sicherheits-Software permanent auf dem neuesten Stand sein.

Veröffentlicht am:
22. 03. 2017
13:40 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
CeBIT Cyber-War Erpressung Gefahren Infektionskrankheiten Luftfahrt Lösegeld Smartphones Spionage Ukrainische Soldaten
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Die richtige Corona-Warn-App herunterladen

16.06.2020

So läuft die offizielle Corona-Warn-App auf Ihrem Handy

Die Überprüfung durch Apple und Google hat die Corona-Warn-App des Bundes bereits bestanden. Von Dienstag an soll man sie auch herunterladen und verwenden können. Was sollten Anwender dazu wissen? » mehr

Smartphones mögen keine Hitze

17.06.2020

Auch das Smartphone leidet in der Hitze

Wenn die Temperaturen steigen, wird es nicht nur vielen Menschen zu heiß. Auch Geräte ächzen unter großer Hitze. Wie sich Smartphone und Tablet gut durch den Sommer bringen lassen. » mehr

Corona-App

05.05.2020

Apple und Google wollen Corona-Apps unterstützen

Die technische Plattform von Google und Apple für Corona-Apps rückt näher. Auf Wunsch der Behörden entwarfen die Konzerne ein Konzept zur Bedienung der Anwendungen und stellen Entwicklern Software-Bausteine zur Verfügung... » mehr

Sicheres Passwort im Internet

22.05.2020

Im Internet immer neue Passwörter verwenden

Wenn Cyberkriminelle einen Account hacken, können sie viel Unheil anrichten. Doch nicht immer beschränkt sich der Schaden auf einen Online-Dienst. Wie Sie sich gegen Credential Stuffing schützen. » mehr

Smartphone-Tracker

20.10.2020

Tool enttarnt neugierige Apps

Apps haben oft ein Janus-Gesicht: Sie sind nützlich, stellen aber auch ein Datenschutzproblem dar. Doch wie checkt man, ob eine App «sauber» ist oder nicht? Ein neues Tool hilft weiter. » mehr

Mit Jahrespaketen telefonieren einige Nutzerinnen günstiger

16.10.2020

Für wen sich Prepaid-Jahrespakete für Smartphone lohnen

Nicht jeder möchte einen Vertrag fürs Smartphone abschließen. Dann sind Prepaid-Karten eine Alternative. Die gibt es mittlerweile auch als Jahrespaket - das kann sich in bestimmten Fällen auszahlen. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
22. 03. 2017
13:40 Uhr



^