Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Von wegen Windstille ...

Der Passat galt schon als Auslaufmodell, doch VW macht den Dauerbrenner fit für die Zukunft.



VW macht den Passat fit für die Zukunft   » zu den Bildern

Er ist der deutsche Dienstwagen schlechthin, bester Freund des Handlungsreisenden und fassungsvermögend ohne die Wucht eines SUV. Das soll genau so bleiben, nur besser aussehen soll er dabei. Feingeschliffen offeriert VW ab Ende August den Passat: Dauerbrenner all derer, die viel auf der Straße unterwegs sind – und gelegentlich abseits davon.

Dabei ging schon das Gerücht vom nahen Ende, doch noch immer ist der Passat bei Geschäfts- und Flottenkunden eine feste Größe. Mitte März rollte das 30-millionste Exemplar seit 1974 vom Band. Und darum wird nicht bloß die achte Generation aufgefrischt – VW-Sprecher Martin Hube versichert: "Wir arbeiten mit Hochdruck an Generation neun."

Damit es vor allem Vielfahrer kommod haben, gibt’s die neueste Version des digitalen Cockpits sowie als VW-Weltpremiere den "Travel-Assist", mit dem sich der Passat bis Tempo 210 teilautomatisiert bewegen lässt. Besonders pfiffig: Über ein kluges Navi blickt er schon mal in die Zukunft und drosselt vor Kurven, Kreisverkehren, Kreuzungen, Ortsschildern und anderen Beschränkungen das Tempo.

Für Vortrieb sorgen vier Diesel (120 bis 240 PS), drei Benziner (150 bis 272 PS) sowie ein Plug-In-Hybrid mit 218 PS. Wie stets gilt es zwischen Preis und Spaß zu wägen – das richtungweisende Triebwerk dürfte aber trotz aller Debatten der Zwei-Liter TDI sein. Er arbeitet künftig mit zwei SCR-Katalysatoren und doppelter Ad-Blue-Dosierung.

Der aus dem Schiffsbau entlehnte Grundsatz "Länge läuft" gilt auch beim Passat. Der Variant ist auch bei schneller Fahrt kaum zu erschüttern. Wer’s allerdings richtig kurvenknackig mag, sollte ins adaptive Fahrwerk DCC investieren. Damit lassen sich Dämpfer, Lenkung und Schaltpunkte nicht mehr nur fix von Sänfte über Serie Richtung Sport stellen, sondern stufenlos per Schieberegler. Der Zahnräder-Wechsel ist eine Frage der persönlichen Vorliebe. Das Schaltgetriebe gibt sich präzise und gut gestuft, deutlich entspannter und schneller sortieren sich die Gänge mit DSG.

Und selbstverständlich steht der Passat weiterhin unter Strom. So sehr, dass der Plug-In-Hybrid das Sport-Kürzel GTE tragen darf. Selbst wenn der Namensgeber ein eher gemäßigtes, wenngleich höchst beständiges Lüftchen ist – dieser Passat weht nicht nur, er stürmt. Jedenfalls dann, wenn man seine gesamte Kraft entfesselt. Auf plötzlichen Pedaldruck oder im GTE-Betrieb bläst der Doppelherz-Passat wie ein Orkan: 218 PS und 400 Nm Drehmoment bringen den Frachter in siebeneinhalb Sekunden von null auf hundert. Eine ganz neue Definition von Windkraft.

Wirklich gedacht allerdings ist der GTE für die beschauliche Kreuzfahrt: ruhiges Dahingleiten mit weitgehender Flaute im Benzinmotor. Und weil VW die Kapazität des Akkus um ein Drittel vergrößert hat, schippert der Passat im Idealfall 55 Kilometer rein elektrisch. An den weltweit immer häufiger werdenden City-Maut-Schildern darf man dann getrost vorübersäuseln.

Allerdings ist die Verlockung der geballten Power nicht klein: Fahrwerk und Lenkung des GTE arbeiten präzise und kommen mit dem etwas höheren Gewicht von 1,7 Tonnen bestens klar. Sparen? Gerne. Aber ab und an darf es auch das sportliche Kontrastprogramm zum Elektro-Modus sein. Wer nie sündigt, verliert schließlich den Spaß an der Tugend…

Traditionell bietet VW den Passat auch wieder als "Alltrack". Der Antrieb begnügt sich im Alltag mit den Vorderrädern und reicht Kraft erst nach hinten weiter, wenn der Grip schwindet. Dann allerdings im Wimpernschlag-Tempo. Das macht den Alltrack zum König auf Kieswegen und feuchten Wiesen. Zumal er längs über die Haldex-Kupplung sperren kann und quer über die elektronische Stabilitätskontrolle. Für richtig tiefes Geläuf indes ist er nicht wirklich hoch genug, und an Böschungen kratzen schnell mal die Überhänge.

Auch jenseits von Mechanik hat sich einiges getan. Als erstes Modell nach dem neuen Touareg wird auch der Passat mit LED-Matrixscheinwerfern angeboten, als neue Schnittstelle zum Fahrer reagiert das erste kapazitive Lenkrad von VW auf Berührung, und mit den Infotainmentsystemen der nächsten Generation geht der Passat auf Wunsch permanent online und holt neue Funktionen und Dienste an Bord.

Die Türen öffnen sich ab 35 825 Euro, der GTE startet bei 45 810 Euro und die beiden Top-Motorisierungen samt Allrad haben dann schon eine Fünf vorne stehen. Dafür bringt man aber eben auch gut 1,7 Kubikmeter hinter die Klappe und kann sich gegen den Trend stemmen, dass Platz immer öfter SUV bedeutet.

Autor

Wolfgang Plank

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 07. 2019
17:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Akkus Diesel Drehmoment Elektronik und Elektrotechnik Frachtschiffe Lenkrad Mechanik Ottomotor Schiffsbau und Werftwirtschaft Stromtechnik VW
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema

04.01.2019

Karamba, Tarraco ...

Erst gar kein SUV - jetzt drei. Und Seats Sieben-Sitzer ist sogar der Größte unter den Konzern-Kollegen. » mehr

27.06.2019

Toyota Camry: Phönix wird Taxi

Wer wissen will, was im Stadtverkehr zählt, sollte bei Gelegenheit mal am Taxistand vorbeischauen. Die von Berufs wegen Leute chauffieren, wählen nämlich nicht nach Beschleunigung, Hubraum und Fahrdynamik, sondern nach V... » mehr

05.09.2019

Watt für ein Geschoss

Mit dem Taycan kommt ein E-Auto, das den Namen Porsche verdient. 800 Volt und ein stolzer Preis machen's möglich. » mehr

19.09.2019

Mazda C -30: Der Lückenzünder

Es ist noch immer der Markt schlechthin: Was irgendwie nach Gelände aussieht, verkauft sich wie geschnitten Brot. Egal wie groß. Darum schließt Mazda jetzt die Lücke zwischen CX-5 und CX-3. Nicht mit einem CX-4, sondern ... » mehr

31.10.2019

Volvo S60: Otto aus Amerika

Ein wenig scheinen sie vom eigenen Erfolg überrascht. Der XC40 war 2018 "Car of the Year", auch die übrigen Baureihen verkaufen sich prächtig - und so wird 2019 mit mehr als 50000 Autos in Deutschland für Volvo das sechs... » mehr

31.05.2019

Honda HR-V: Jetzt gibt’s Druck

Ein kleiner Sonderling war der HR-V schon in erster Generation - und so konnten sich für das "Hybrid Recreation Vehicle" damals nicht allzu viele Kunden begeistern. » mehr

Autor

Wolfgang Plank

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 07. 2019
17:00 Uhr



^